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Affenpocken, Biogas, Gebietsreform 2.0: Süß feierte mit kreativem Festzug Heukirmes

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Von: Wilfried Apel

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Her Majesty gibt sich die Ehre: Die 94-jährige Hildegard Bornschier ließ sich als Queen durch Süß chauffieren, und natürlich wurde sie begeistert gefeiert.
Her Majesty gibt sich die Ehre: Die 94-jährige Hildegard Bornschier ließ sich als Queen durch Süß chauffieren, und natürlich wurde sie begeistert gefeiert. © Wilfried Apel

Farbenprächtig und überaus einfallsreich gestaltet war der Festzug, der sich am frühen Sonntagnachmittag nach gefühlt ewig langer Corona-Pause als Höhepunkt der passend zur Heuernte terminierten Heukirmes durch Süß schlängelte.

Süß - Angeführt wurde er von Mitgliedern der Vereinsgemeinschaft, in Vertretung des Bürgermeisters vom Ersten Beigeordneten Harald Stunz und von den für den richtigen Rumms sorgenden Mitgliedern des Drumcorps BIMotion. Als Sensation muss bezeichnet werden, dass sich im Anschluss daran sogar die Queen die Ehre gab. Die fast gleichaltrige Hildegard Bornschier hatte „Thronjubiläum“ Thronjubiläum sein lassen und ließ sich im offenen Wagen durch Süß chauffieren. Es folgte die Süßer Jugendfeuerwehr, die versicherte: „Freunde, Kameradschaft und mehr, all das gibt’s bei der Feuerwehr!“

Die Kindergartenkinder verwiesen auf das 25-jährige Bestehen der Evangelischen Kindertagesstätte Sinn-Salabim, und einige Selbstversorger empfahlen, Kartoffeln zu setzen und Gurken zu legen. Den Geldbeutel vor Augen hatten auch die „Kuppenfreunde“, die für die Wiedereinführung der Rinder- und Schweinehaltung plädierten, auf dass es „auf immer und ewig Stracke“ gebe.

Kirmesfreunde aus Richelsdorf schlugen den Süßern in einer Art Gebietsreform 2.0 vor, sich in Wildeck integrieren zu lassen, Bauhäuser Feuerwehrleute beklagten die finanzielle Situation ihrer Kommune, die „Alten Herren“ der SG Richelsdorf-Süß präsentierten sich als Corona- und Affenpocken-Virus-Bekämpfer, die Kreisoberliga-Fußballer als zu Unrecht abgeschriebene Sportler, und die Damen der Gymnastikabteilung als potenzielle Biogas-Produzentinnen.

Originell vertreten waren darüber hinaus die jungen Leute der Kirmesgesellschaften Bosserode, Dankmarshausen, Obersuhl und Solz, SuFF Raßdorf und natürlich auch die süßen Süßer, die am Ende des Festzuges gut gekühlten Gerstensaft reichten – zur großen Freude der vielen Zuschauer.

Von Wilfried Apel

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