Zwei Zugaben 

Acapella-Comedy in Rotenburg: Wenn Charlie gleich fünf Engel schickt 

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Charlys Engel ohne Flügel: Die „Füenf“ begeisterten mit ihren Liedern voller Witz und schrägem Humor die Besucher im Bürgersaal am Bahnhof in Rotenburg.

Rotenburg. Ganz in Weiß traten die Engel im Bürgersaal in Rotenburg auf. Heiligenschein und  Flügel fehlten. Doch die Besucher hatten ihren Spaß an schriller und schräger Musik.

Angekündigt waren die Engel als die Acapella-Pop-Comedy-Sensation aus Deutschlands Süden: Fünf Männer mit Mundwerken, die kein Erbarmen kennen. Ohne Fallschirm aufgeschlagen und ungebremst auf die Menschheit losgelassen: Wohin sich der gute Geschmack verirrt, die Engel sind schon da und feiern Party. So war das auch in Rotenburg. Die „Füenf“, schon die Schreibweise des Namens ist ungewöhnlich, zündeten eine Rakete nach der anderen.

Sympathischer Unsinn

Das begann nach ihrer Vorstellung („Charlie bringt uns auf die Erde, damit die Welt schöner werde“) mit dem „Bumschakala“, der Musik, die aus dem Netz kommt und für die man keinen müden Cent ausgeben muss. Beim „Pipikakapopo“ schlugen die ansonsten absolut familienkompatiblen Sänger ein bisschen über die Stränge. Das waren unschuldig und sympathisch verpackte sexuelle Anspielungen, die auf Missinterpretationen und -übersetzungen beruhen: „Europäische Wasserscheide“, „Besame mucho“ oder „Noten auf meinen Ständer“. 

Es folgten Lieder über Küchengeräte („Mein Thermomix“) und Hautkrankheiten („Neurodermitis“), Parodien auf Cowboysongs und Boygroupschmonzetten sowie auf die Liebe, die Käse ist. Nicht alle Lieder zünden gleichermaßen, aber manche brachten die Besucher zum Mitsingen und -klatschen.

Dazu gehörte der Little Drummer Boy, der im „Papadam“ die indische Musik mit indischer Küche auf brüllend komische Manier verquirlte.

Schwabenhymne

Nach gut zwei Stunden kamen die „Füenf“ um zwei Zugaben nicht herum. Eine war ihre schwäbische Hymne „Mir im Süden“: Sie beschreibt, dass die Schwaben zwar nicht so viel Humor wie die Bayern haben und auch nicht über die längste Theke der Welt verfügen – diese aber dafür gebaut haben.

Hintergrund

Die Acappella-Gruppe „Die Füenf“ besteht aus Kai Podack als „Little Joe“ (Tenor), Francesco Cagnetta als „Dottore Basso“ (Bass), Christian Langer als „Justice“ (Tenor), dem Elvis-Fan Jens Heckermann als „Pelvis“ (Tenor) und Patrick Bopp als „Memphis“ (Bariton). Seit über 20 Jahren stellt das Ensemble alle zwei Jahre ein neues Programm auf die Beine. Das aktuelle namnes „5 Engel für Charlie“ gab es beim Auftritt im Bürgersaal in Rotenburg zu sehen – mit „Sing und Unsing, Schrott und Hohn in Text und Ton sowie keinem Blatt vor dem Mund“. 

Quelle: HNA

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