Mehr Firmenpleiten, aber weniger Privatinsolvenzen

81 Firmen meldeten 2017 im Kreis Hersfeld-Rotenburg Insolvenz an

Hersfeld-Rotenburg. Mehr Firmenpleiten, aber ein deutlicher Rückgang bei den Verbraucherinsolvenzen: Das ist die Bilanz 2017 der Insolvenzabteilung im Amtsgericht Bad Hersfeld, die für den gesamten Landkreis Hersfeld-Rotenburg zuständig ist.

Abteilungsleiter Dr. Rolf Schwarz hatte im Laufe des vergangenen Jahres 81 Eingänge bei den Unternehmensinsolvenzen zusammengezählt. Das sind 30 Prozent mehr als im Jahr zuvor.

Eine eindeutige Erklärung hat Schwarz für diesen Zuwachs nicht. „Vielleicht deutet sich hier eine Trendwende an“, sagte er gegenüber unserer Zeitung mit Blick auf die positive wirtschaftliche Entwicklung der jüngeren Vergangenheit.

Größere Firmenpleiten waren allerdings nicht zu beklagen, zumal die beiden prominentesten Fälle – die Software-Entwickler Höltl und die Baufirma Herrmann – bereits im ersten Halbjahr verzeichnet wurden. Beide Firmen wickeln das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung ab, bei Höltl konnte es kurz vor Weihnachten sogar mit einem Sanierungsplan abgeschlossen werden.

Bei den Verbraucherinsolvenzen, dem geordneten Entschuldungsverfahren für Privatleute, wurden 2017 insgesamt 151 Neueingänge registriert. Das sind 20 Prozent weniger als im Vorjahr. „Das ist die niedrigste Quote seit sechs Jahren“, stellt Schwarz fest und vermutet das weitere Absinken der Arbeitslosigkeit als Ursache.

Möglicherweise sei auch das sogenannte P-Konto (Pfändungsschutzkonto) dafür verantwortlich, das bei finanzieller Not zumindest einen lebensnotwendigen Sockelbetrag vor dem Zugriff der Gläubiger schützt.

203 Personen konnte im vergangenen Jahr nach erfolgreichem Durchlaufen des Insolvenzverfahrens die Restschuldbefreiung erteilt werden. Diese Menschen können jetzt wieder bei Null anfangen.

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