Zulieferer übernahm vor elf Jahren VDO

50 Jahre Standort Bebra: Conti feierte nur intern

+
Von oben: Blick aus dem Hubschrauber auf das Industriegebiet in Bebra mit Conti mittig in der linken Bildhälfte.

Bebra. Heute arbeiten mehr als 200 Ingenieure in Bebra und im Werk in Mühlhausen, das zum Bebraer Standort gehört. Jährlich werden dort 30 Mio. Hightech-Teile für Autos produziert.

Der Automobilzulieferer Continental hatte selbst erst vor elf Jahren die VDO Automotive AG vom Siemens-Konzern und damit auch den VDO-Standort Bebra übernommen.

Heute produziert Conti in Bebra in fünf Geschäftsbereichen jährlich rund 30 Millionen Hightech-Komponenten, zunehmend werden auch neue Produkte und Fertigungstechnologien hier entwickelt. Mehr als 200 Ingenieure arbeiten in Bebra und im Werk in Mühlhausen, das zu Bebra gehört. Zusammen sind hier rund 1100 Mitarbeiter beschäftigt. Das teilte Conti-Sprecherin Simone Geldhäuser mit.

Unterstützt mit Know-how andere Standorte

„An unserem Standort sind hochautomatisierte Großserienproduktion, Pilot-Fertigungslinien, Musterbau und Entwicklungsbereiche vereint. Mit diesem Know-how unterstützen wir unsere Partnerstandorte auf der ganzen Welt“, sagt Werkleiter Karsten Kalbitz. Bebra ist für mehrere Produkte das Kompetenzzentrum, seit jüngstem auch für bürstenlose Gleichstrommotoren (Brushless DC Motor). Diese werden in vielen Fahrzeugbereichen eingesetzt, von Kupplungskomponenten bis zu Bremssystemen.

Zudem werden Kraftstoffpumpen, Wasserpumpen, Drosselklappen, Luftkompressoren für Komfortsitze und Schaltmodule für Automatikgetriebe produziert. Damit sei der Standort für die Zukunft gut gerüstet, so Kalbitz. Die Kraftstoffpumpen und Drosselklappen der neuesten Generation würden für hocheffiziente Verbrennungsmotoren auch in den nächsten Jahren millionenfach benötigt. Gleichzeitig habe man mit den bürstenlosen Gleichstrommotoren Produkte, die auch bei Fahrzeugen mit elektrifiziertem Antrieb unverzichtbar seien.

Bereitschaft für Veränderung

Die Mobilität stehe vor einem tiefgreifenden Wandel, sagt Kalbitz, es gelte, die Übergangszeit zu nutzen, um Conti optimal auf die Zukunft einzustellen. Nur durch einen intelligenten Automatisierungsgrad und einen konsequenten Kurs in Richtung Industrie 4.0 könne man in Deutschland wettbewerbsfähig bleiben, sagt Kalbitz. Die Entwicklung und der Export von Produktions-Know-How spiele eine immer wichtigere Rolle. Wichtig sei die Bereitschaft der Belegschaft zu Veränderungen.

2014 wurde das neue Logistikzentrum eröffnet und sorgt nun für kurze Wege – es hat drei auswärtige Lager ersetzt und damit jährlich 180 000 Lkw-Kilometer im Pendelverkehr überflüssig gemacht. Mit Bebra und Mühlhausen könne man flexibel agieren und je nach Auftragslage Mitarbeiter auch am jeweils anderen Ort einsetzen, erklärt Kalbitz.

Ausbildung

Der Standort übernehme in seinem Ausbildungszentrum schon seit Jahren auch die Prüfungsvorbereitung für Azubis von Partnerunternehmen aus der Region. Man bilde 42 hoch qualifizierte Nachwuchskräfte – Azubis und Duale Studenten – aus, die Conti in der Zukunft dringend benötige, sagt Personalleiterin Diana Schiesser.

Conti lege zudem Wert auf die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf. Auch sei der Standort international Vorreiter bei der Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen, die für 90 Prozent der weltweiten Konzernmitarbeiter über alle Ebenen hinweg gelten. Es gibt Teil- und Gleitzeit- sowie flexible Schichtmodelle und Mobiles Arbeiten, bis zu zwölfmonatige Sabbaticals seien möglich.

Quelle: HNA

Kommentare