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Arbeitslosenquote im Landkreis Hersfeld-Rotenburg deutlich unter Vor-Corona-Niveau

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Von: Christopher Ziermann

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Die Arbeitslosenzahl ist im Mai im Kreis Hersfeld-Rotenburg ganz leicht gesunken.
Die Arbeitslosenzahl ist im Mai im Kreis Hersfeld-Rotenburg ganz leicht gesunken. © hna

Die Arbeitslosenzahl ist im Mai im Kreis Hersfeld-Rotenburg ganz leicht gesunken: 2096 Personen sind laut Agentur für Arbeit arbeitslos gemeldet.

Hersfeld-Rotenburg – Das sind 28 weniger als im April.
Der Rückgang ist so geringfügig, dass die Quote wie im Vormonat 3,3 Prozent beträgt. Vor einem Jahr, als die Folgen der Corona-Pandemie die Wirtschaft noch härter trafen und es mehr Einschränkungen gab, hatte die Arbeitslosenquote bei 3,8 Prozent gelegen.

Die sogenannte Unterbeschäftigungsquote – sie erfasst auch Menschen in „arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen“, vorübergehend Erkrankte und Menschen über 58 Jahre, die Hartz-IV erhalten – beträgt aktuell 4,1 Prozent (Vormonat 4,1; Vorjahr 4,7). „Wir haben die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unseren heimischen Arbeitsmarkt weitgehend hinter uns gelassen“, sagt Waldemar Dombrowski, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Hersfeld-Fulda. Die Statistik belegt das.

Die Zahl der Arbeitslosen liegt im Landkreis mittlerweile wieder konstant unter dem „Vor-Corona-Niveau“. Derzeit sind 2096 Personen arbeitslos gemeldet – im Mai 2019 waren es 2361. Damals hatte die Agentur mit 3,7 Prozent die niedrigste Mai-Quote seit der Wiedervereinigung gemeldet. Nun ist der Wert mit 3,3 Prozent sogar noch wesentlich niedriger.

Allerdings folgt nun ja bekanntlich schon die nächste Krise. „Die Folgen des Ukraine-Krieges sind noch nicht vollständig sichtbar“, sagt Dombrowski.

Eine gewisse Verunsicherung der Arbeitgeber lässt sich laut Dombrowski am Einstellungsverhalten ablesen. 159 zuvor Arbeitslose haben im Mai eine Beschäftigung gefunden. Vor einem Jahr war dieser Erfolg noch für 199 Personen zu verbuchen. Auch bei der Zahl der neu akquirierten freien Stellen ist mit 1372 seit Jahresbeginn ein leichter Rückgang zu verzeichnen. Im gleichen Zeitraum im Vorjahr wurden 37 neue Stellen mehr gemeldet.

Trotz dieser leichten Negativtendenzen sind in Waldhessen in nahezu allen Bereichen nach wie vor Fachkräfte gesucht – vom Handwerk über das Gesundheitswesen bis hin zu Hotellerie und Gastronomie sowie Logistik. Gute Chancen auf eine Einstellung bestehen ebenfalls in kaufmännischen Berufen für Bürokaufleute genauso wie für Industrie- und Speditionskaufleute. Auch die Agentur für Arbeit selbst sucht Personal für sachbearbeitende Tätigkeiten.

Unterm Strich resümiert Dombrowski: „Unser Arbeitsmarkt ist in guter Verfassung.“ Im Vergleich zu Mai 2021 ist die Zahl der Arbeitslosen in allen von der Agentur erhobenen Gruppen gesunken – bei Männern wie bei Frauen, bei Jungen wie bei Alten, bei Langzeitarbeitslosen, Schwerbehinderten und Ausländern. Mittlerweile haben sich bei der Agentur auch zahlreiche Geflüchtete aus der Ukraine gemeldet, die auf der Suche nach einer Arbeitsstelle sind. Laut Pressesprecherin Luzia Kremser bewegt sich die Zahl im mittleren zweistelligen Bereich.

„Die Nachfrage vonseiten der Firmen ist vorhanden. Die Menschen aus der Ukraine sind in der Regel gut qualifiziert. Wer längerfristig in Deutschland bleiben will, wird auf seinem Weg in den Arbeitsmarkt von uns unterstützt“, sagt Kremser. Man dürfe aber nicht vergessen, dass Deutschland derzeit zuerst einmal humanitär gefordert sei. Die Frauen und Kinder aus dem Kriegsgebiet kämen nicht nach Deutschland, „um unseren Arbeitskräftebedarf zu decken“. (Christopher Ziermann)

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