Halde IV am Standort Wintershall ist als Monte Kali bekannt

100 Lastwagen pro Arbeitstag: K+S stellt Logistik-Konzept für Haldenerweiterung vor

+
Aus der Vogelperspektive: Am Fuß der Abraumhalde des K+S-Standorts Wintershall in Heringen laufen die Arbeiten für die Erweiterung. Für den Bau der Basisabdichtung, die das Eindringen salzhaltiger Abwässer in den Untergrund verhindern soll, müssen in den kommenden Monaten größere Mengen Tonmehl, Kies und Sand angeliefert werden. 

Die Halde IV (Monte Kali) am Standort Wintershall des K+S-Werkes Werra in Heringen wird erweitert. Die Beeinträchtigungen durch Lkw-Verkehr sollen so gering wie möglich ausfallen.

Die bisherige Haldenfläche reicht laut Mitteilung des Kaliproduzenten nur noch wenige Monate. Das Unternehmen hat jetzt das Logistikkonzept für den Transport der Materialien für den Bau des Dichtungssystems vorgestellt. In den vergangenen Monaten wurden die Wurzelstubben der gefällten Bäume entfernt und der Oberboden im Bereich der ersten Teilfläche von rund sieben Hektar abgetragen. Dabei seien alle naturschutzfachlichen Auflagen erfüllt worden, betont das Unternehmen. Weitere Teilflächen werden in den kommenden vier Jahren vorbereitet. 

Diesem Schritt folgt nun die Profilierung des Geländes, bevor die Fläche für die Beschüttung vorbereitet wird. In den kommenden Wochen wird das Basisabdichtungssystem auf dem natürlichen Untergrund aufgebracht. Es besteht nach Auskunft von Werkssprecher Timo Lübeck aus einer mineralischen Dichtungsschicht und einem darauf liegenden Schotterkörper mit eingebundenen Entwässerungselementen. Für den Bau der Basisabdichtung werden große Mengen an Tonmehl, Kies und Sand benötigt. Sand und Kies werden laut Lübeck überwiegend in der Region gewonnen – etwa in Dankmarshausen und Oberzella. Die übrigen Bestandteile werden über die Autobahn in Richtung Heringen transportiert. Angeliefert und eingebaut werden die Materialien bis Oktober.

Erforderlich sind dafür laut K+S durchschnittlich etwa 100 Anlieferungen pro Arbeitstag. Um den Verkehrsfluss so verträglich wie möglich zu gestalten, sieht das Verkehrskonzept von K+S eine Einbahnstraßenregelung vor: Die vollen Lastwagen fahren auf der Landesstraße 3306 nach Bodesruh und von dort über die K+S-eigene Zufahrtsstraße sowie den Haldenstützpunkt direkt zum Baufeld. Die Ausfahrt für leere Lastwagen führt über die bestehende Straße im Haldenerweiterungsbereich, die auf Höhe des K+S-Standorts Wintershall auf die Widdershäuser Straße mündet. Lkw-Verkehr durch Widdershausen soll so – sofern nicht andere Verkehrsanbindungen gesperrt werden – unterbunden werden.

Eine Herausforderung für das Logistikkonzept stellte laut Werkssprecher die Vollsperrung der Kreuzung Widdershäuser Straße/Wölfershäuser Straße wegen Kanalsanierungsarbeiten von Ende Mai bis Anfang Juli dar. Dort wurde jedoch eine Lösung gefunden, die eine einseitige Durchfahrt der Lastwagen durch den Baustellenbereich ermöglicht. Dadurch ließen sich Lkw-Fahrten durch Widdershausen auch für diesen Zeitraum weitestgehend vermeiden. Die Kosten dafür trägt K+S. „Mit dem Logistikkonzept wird das Ziel verfolgt, die Auswirkungen für die Anwohner der Stadt Heringen auf ein verträgliches Maß zu reduzieren. Das Vorhaben der Haldenerweiterung ist elementar für den Fortbestand des Standortes Wintershall und unverzichtbar für die Aufrechterhaltung der Produktion in den kommenden zehn Jahren“, betont Lübeck. (jce)   

Informationen: Bei Fragen können sich betroffene Einwohner über das Nachbarschaftstelefon  0800/9377210 direkt an K+S wenden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare