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Gelände des Röhrigshofer Folienherstellers RKW wartet auf neue Nutzer

Freiraum für Firmen: Die Produktion im Röhrigshofer Kunststoffwerk wurde im Frühjahr 2016 eingestellt. Derzeit stehen die Hallen an der Industriestraße leer, das Gelände wird zur Vermietung oder zum Verkauf angeboten. Foto: Eisenberg

Röhrigshof. „Werk mit Lagerhallen und befestigter Freifläche an der A 4“ – unter dieser Überschrift bietet der Düsseldorfer Immobilien-Dienstleister Aengevelt derzeit in einer Annonce im Internet das ehemalige Werksgelände der Rheinischen Kunststoffwerke (RKW) im Philippsthaler Ortsteil Röhrigshof zur Vermietung oder zum Verkauf an.

Dass die nächstgelegene Autobahnabfahrt Friedewald in Wahrheit zehn Kilometer entfernt ist, sich dafür aber direkt vor dem Werkstor ein Containerbahnhof mit Anbindung an die deutschen Seehäfen befindet, erfahren die Interessenten in der ausführlichen Beschreibung des reich bebilderten Inserats. Die etwa sechs Hektar große, komplett eingezäunte Liegenschaft mit sieben unterschiedlich großen Lager-, Produktions-, und Verwaltungsgebäuden, befestigtem und beleuchtetem Freilager, mehreren Trafostationen, Druckluft- und Sprinkleranlage, Gleisanschluss und drei Zufahrten ist derzeit ungenutzt, wie RKW-Sprecherin Susanne Herchner auf Nachfrage unserer Zeitung mitteilt.

100 Mitarbeiter betroffen

Im Frühjahr 2016 war die Produktion von Kunststoff-Folien in Röhrigshof eingestellt worden. 25 Angestellte kümmerten sich anschließend noch um die Abwicklung des aufgelassenen Standorts. Über 100 Mitarbeiter waren von der Schließung betroffen. Das Röhrigshofer Kunststoffwerk war 1969 unter dem Namen Werra Plastic gegründet worden und stellte ursprünglich Kunststoff-Säcke für die Produkte der benachbarten Kali-Industrie her.

Seit dem Jahr 2006 gehörte der Betrieb zur RKW-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Frankenthal, die im November 2015 das Aus für diesen und einen weiteren Standort im spanischen Saragossa verkündete.

„Die Vermarktung des Betriebsgeländes läuft, Gespräche mit mehreren Interessenten werden geführt“, teilt Unternehmenssprecherin Susanne Herchner zur künftigen Nutzung der Produktionsanlagen mit. Das Areal mit seinen instandsetzungsbedürftigen Gebäuden wird im Internet sowohl für Eigennutzer, als auch für Investoren als möglicher Gewerbepark mit mehreren Firmen angeboten.

Unterstützung angeboten

Mit dem Ende der Röhrigshofer Kunststoffproduktion seien in der Marktgemeinde wichtige Arbeitsplätze und ein Gewerbesteuerzahler verloren gegangen, verdeutlicht Bürgermeister Ralf Orth, der hofft, dass RKW die Vermarktung des Geländes aus eigener Kraft gelingt. Der Rathauschef hat zwischenzeitlich Kontakt zur Wirtschaftsförderung des Kreises aufgenommen, auf deren Internetseiten die Immobilie jetzt ebenfalls angeboten wird.

Möglichen Interessenten bietet Orth im Rahmen des Möglichen die Unterstützung der Gemeinde an.

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