44 Wohnungen - Anwohner fürchten „Koloss“

VR-Bankverein plant neue Wohnanlage mit vier Häusern in Philippsthal

Mit Blick zur Abraumhalde: Auf diesem Gelände am Thalhäuser Weg und Ufflanger Weg (links) will der VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 44 Wohnungen errichten.
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Mit Blick zur Abraumhalde: Auf diesem Gelände am Thalhäuser Weg und Ufflanger Weg (links) will der VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg vier Mehrfamilienhäuser mit insgesamt 44 Wohnungen errichten.

Der VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg will auch in Philippsthal eine neue Wohnanlage errichten. Anwohner fürchten offenbar einen „Koloss“.

Entstehen sollen die vier Mehrfamilienhäuser mit jeweils elf Wohneinheiten auf einer innerörtlichen Freifläche an der Ecke Thalhäuser Weg/Ufflanger Weg, welche das genossenschaftliche Kreditinstitut bereits erworben hat. Die Pläne sehen eine Erschließung der Wohnanlage vom Ufflanger Weg aus über zwei private Stichstraßen vor, an denen auch Parkplätze und überdachte Unterstellmöglichkeiten für die Fahrzeuge der Bewohner entstehen sollen. Weitere Pkw-Stellflächen sind entlang des Ufflanger Weges geplant.

Die vier Mehrfamilienhäuser, die nach aktuellem Planungsstand drei Stockwerke plus Souterrain umfassen, sollen auch nach ihrer Fertigstellung komplett im Eigentum des VR-Bankvereins bleiben.

Während seiner Jahresabschlusssitzung in der Kreuzberghalle brachte das Philippsthaler Gemeindeparlament nun einstimmig bei einer Enthaltung die ersten planungsrechtlichen Schritte dafür auf den Weg: So wird zwischen Bauherr und Gemeinde zunächst ein städtebaulicher Vertrag abgeschlossen, der für das weitere Vorgehen die Verantwortlichkeiten, Rechte und Pflichten beider Parteien regelt. Gleichzeitig wurde mit dem Aufstellungsbeschluss die Änderung des Bebauungsplans „Ufflange“ angestoßen. Der Entwurf wird nun öffentlich ausgelegt, um Anwohnern, Behörden und sonstigen Trägern öffentlicher Belange wie Infrastrukturbetreibern die Möglichkeit zu Stellungnahmen zu geben.

Während der Parlamentsdebatte klang bereits an, dass das Bauprojekt in der geplanten Form bei den direkten Anliegern nicht gerade auf Gegenliebe stößt. So bezeichnete Ulrike Wenig (CDU) die geplanten Mehrfamilienhäuser als wichtiges Puzzleteil bei der Schaffung von neuem Wohnraum, betonte aber gleichzeitig, dass die Sorgen und Bedenken der Anlieger in den weiteren Planungsschritten vor der endgültigen Umsetzung Gehör finden müssten.

Als Anwohner sei auch er von Baulärm und einer steigenden Zahl parkender Fahrzeuge betroffen, erklärte Andreas Nennstiel (SPD). „Aber ich stehe hier als Gemeindevertreter und kenne die Wohnungsnot“, fügte der Fraktionsvorsitzende der Sozialdemokraten an.

Den Nachbarn gehe es nicht um Baulärm und Parkplätze, sondern um die „Kolosse von Häusern, die nicht in die Umgebung passen“, entgegnete Anja Zilch (FWG). Im Bebauungsplan solle die Gebäudehöhe auf elf Meter festgesetzt werden. Mit dem in den Hang gebauten Kellergeschoss würden die Häuser von der Talseite aus betrachtet also bis zu 12,52 Meter emporragen, befürchtete die Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, die dafür plädierte, die Gesamthöhe auf neun Meter herabzusetzen, bevor das Gemeindeparlament keinen Einfluss mehr habe.

„Heute werden noch keine Fakten geschaffen. Die Gemeindevertretung bleibt weiter Herr im Ring, merkte dazu jedoch Philippsthals Bauamtsleiter Jörg Emmerich an. Das Gemeindeparlament werde noch mindestens zwei weitere Beschlüsse zu dem Projekt fassen: Im Abwägungsbeschluss würden die eingegangenen Stellungnahmen ausgewertet, um mit dem darauf folgenden finalen Satzungsbeschluss dann die rechtlichen Voraussetzungen für den Bau zu schaffen. Emmerich plädierte dafür, zunächst mit den vom VR-Bankverein als Bauherren angestrebten Gebäudehöhen in die Offenlegung zu starten, um dann gegebenenfalls anhand der eingegangenen Einwände noch Anpassungen vorzunehmen.

Die Höhenfestlegung beziehe sich zudem nicht auf Keller- oder Erdgeschoss-Boden, sondern auf die durchschnittliche Geländehöhe, verdeutlichte der Bauamtsleiter. (Jan-Christoph Eisenberg)

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