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Uznamen: In Unterneurode gibt es die „Sandhasen“

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Von: Eden Sophie Rimbach

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Sandhasen aus Holz gehören zu den Festen des Dorfes, wie Ortsvorsteher Wolfgang Hermann zeigt.
Sandhasen aus Holz gehören zu den Festen des Dorfes, wie Ortsvorsteher Wolfgang Hermann zeigt. © Eden Sophie Rimbach

Fast jeder Ort hat ihn: einen Uznamen. Meist werden sie von benachbarten Dörfern vergeben. Doch wie sind die Einwohner von Unterneurode an ihren Spitznamen „Sandhasen“ gekommen?

Unterneurode – Einen heute eher unbekannten Uznamen haben die Einwohner Unterneurodes vor vielen Jahren erhalten. Ganz geklärt ist der Ursprung der „Sandhasen“jedoch nicht.

Laut Ortsvorsteher Wolfgang Hermann dürfte der Name von den Bodenverhältnissen Unterneurodes abgeleitet worden sein. Er erklärt, dass in Unterneurode bei Regen von zwei Seiten Wasser herunterfließt. Durch die Lage des Philippsthaler Ortsteils komme das Wasser dann aus Ausbach und Gethsemane.

Zudem fließen in Unterneurode die Bäche Hillartshäuser Wasser und Stärkelsbach zusammen. Das bedinge den sandigen Boden. Und durch den werde Unterneurode seinen Uznamen erhalten haben – so die Vermutungen.

Der Ortsvorsteher, der zudem dem Vorstand des Heimat- und Verschönerungsvereins Unterneurode angehört, hat in seinem Ort nach weiteren Erklärungen gesucht und von einer Legende erfahren. Nach dieser sollen sich in vergangenen Zeiten die Hasen im Sand Unterneurodes gewälzt haben.

So hat es Rigobert Wattenbach einst von seinem Großvater erfahren. Wattenbach selbst sorgte im Jahr 1991 dafür, dass die Sandhasen bis heute immer mal wieder in Unterneurode auftauchen. Der Schreiner fertigte damals zehn hölzerne Sandhasen zum Servieren eines Meters Bier.

Damals hatten die Kirmesburschen den Uznamen aufgegriffen, „Scheiberneuröder Meter“ an Bier serviert. Mit „Scheiberneuro“ ist dabei Unterneurode gemeint. Dieser Name für den Ort bezieht sich laut Hermann auf die schiefe Lage Unterneurodes nahe mehrerer Berge.

Durch diese seien auch die Ländereien überwiegend schief gelegen. Bei „scheib“ handelt es sich um ein Dialektwort für „schief“.

Insgesamt 100 Gläser lassen sich transportieren, wenn alle Hasen im Einsatz sind. Verwendet werden sie nach wie vor für Dorffeste, eingelagert sind sie bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Wenngleich die älteren Einwohner Unterneurodes den Uznamen noch kennen, sei der Sandhase bis auf die Biermeter nicht im Ort präsent. Hermann erklärt das damit, dass sich der Name schlecht herleiten lasse und Uznamen in der näheren Umgebung bis auf wenige bekanntere generell weniger genutzt würden.

(Eden Sophie Rimbach)

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