15 Tiere ausgebüxt: Rinder-Jagd am Ulsterberg bei Unterbreizbach

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Tiere mit Freiheitsdrang: 15 Rinder sind seit einer Woche in der Gemeinde Unterbreizbach unterwegs. Unser Archivbild zeigt nicht die ausgebrochene Herde. ArchivFoto: Bea Ricken

Unterbreizbach – 15 aus einem Stall im Unterbreizbacher Ortsteil Sünna (Wartburgkreis) ausgebrochene Rinder sorgen seit Tagen für Aufregung.

Vergangene Woche Donnerstag war es den Tieren gelungen, die Tür ihres Stalles aufzudrücken und zu fliehen. Gemeinsam marschierten sie in Richtung Pferdsdorf und auf die hessische Landesgrenze zu, verschwanden dann aber am Ulsterberg im Wald. Seitdem waren alle Versuche von Mitarbeitern der Agrargenossenschaft, die Herde wieder einzufangen, gescheitert. Am Wochenende wurde nach Angaben von Bürgermeister Roland Ernst sogar mit einer Wärmebildkamera, die an einer Drohne angebracht war, nach den Tieren gesucht. Die speziellen Suchgeräte hatte die Unterbreizbacher Feuerwehr über die Feuerwehr in Rotenburg organisieren können.

Bei dieser Aktion wurden die Tiere auch aufgespürt. „Sie waren im Dickicht im Wald auf dem Ulsterberg“, berichtete Roland Ernst. Um sie dort herauszulocken, hatte die Agrargenossenschaft Futter und Wassertröge aufgestellt. „Das haben sie aber nicht gewollt. Sie haben sich selbst Fressen gesucht, Gras“, berichtete Veiko Schmidt. Man habe auch Artgenossen auf eine Koppel nahe des Waldes gestellt, in der Hoffnung, dass sich die geflüchteten Rinder vielleicht zu diesen gesellen – ein ebenfalls vergeblicher Versuch.

In der Nacht zum Dienstag seien dann einige Rinder am Ulsterberg gesehen worden. Deshalb habe man beschlossen, die Tiere mit einer Art Treibjagd dahin zurückzubringen, wo sie hingehören: „Wir haben Koppeln im Bereich Sünna gebaut, in der Hoffnung, dass wir sie dort hintreiben können“, sagte Veiko Schmidt kurz vor dem Start der Aktion. Neben 50 Feuerwehrleuten aus Unterbreizbach und Vacha unterstützten auch Jäger die Mitarbeiter der Agrargenossenschaft. Da die Tiere am Ulsterberg nicht weit von der B 84 zwischen Sünna und dem Kali-Schacht II unterwegs waren, sicherte die Polizei die Bundesstraße 84 ab. Die Suche wurde am Abend jedoch erfolglos abgebrochen.

Durch das Treiben wurde die Herde in mehrere kleine Gruppen auseinandergesprengt.

Inzwischen haben sich die Tiere jedoch wieder zu einer Gruppe formiert und zwei Wasserstellen aufgesucht – eine natürliche auf der Wiese und eine von der Agrargenossenschaft angebotene. Der Plan sei jetzt, das Wasserfass so umzustellen, „dass die Tiere es aufsuchen“, erklärte Schmidt. Bis es so weit ist, werde eine kleine Gruppe von Mitarbeitern diese am Waldrand vorbereitete Stelle beobachten und dann ganz ruhig versuchen, sie einzufangen.

Bei den 15 Tieren handelt es sich nach Angaben des Agrarchefs um Färsen. „Das sind tragende Jungrinder, die das erste Mal kalben. Alle 15 befänden sich „schon kurz vor der Geburt“. Darum dränge die Zeit, dass die Tiere in ihren Stall zurückkommen, wo sie fachgerecht versorgt werden können. Normalerweise, so Veiko Schmidt, sei eine Kuh ja relativ ruhig. „Die sind aber noch jung – und deshalb agiler und mobiler als ältere Kühe.“ Das sei der Hauptgrund, warum sie sich so schwierig fangen lassen. (Von Beate Funk)

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