Kein „Weiter so“ wie bisher

Thüringens Umweltministerin besucht das Grenzmuseum in Philippsthal

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Mitbringsel: Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund (Mitte) bedankt sich mit Honig aus Thüringen bei Museumsleiterin Elisabeth Herrmann und Bürgermeister Ralf Orth für die Führung durchs Grenzmuseum.

Philippsthal. Eigentlich steht das Grüne Band entlang der ehemaligen Grenze im Fokus der  Sommertour von Thüringens Umweltministerin. Doch auch am Thema K+S  kommt sie nicht vorbei.

Die Grünen-Politikerin betrachtet die bisherige Entsorgungspraxis des Unternehmens bei salzhaltigen Abwässern kritisch, hatte im vergangenen Jahr beispielsweise Zweifel an der Rechtmäßigkeit der vom Regierungspräsidium Kassel erteilten Erlaubnis für die Laugenversenkung bis 2021 geäußert.

Als die Ministerin vor dem Grenzmuseum im Torbogenhaus eintrifft, geht Philippsthals Bürgermeister Ralf Orth in die Offensive: Er appelliert, den Bogen nicht zu überspannen. Investitionen in den Umweltschutz müssten für das Unternehmen wirtschaftlich leistbar sein. Anderenfalls drohe der Verlust der Arbeitsplätze. „Das wäre der Tod für die Region. Nicht nur in Hessen, sondern auch in Thüringen“, betont der Rathauschef und wirbt dafür, an einem Strang zu ziehen, um Arbeitsplätze und Umweltschutz in Einklang zu bringen. Der Dialog mit dem Unternehmen habe sich mit dem neuen Vorstandsvorsitzenden im Vergleich zu dessen Vorgänger deutlich verbessert, erklärt Siegesmund. Ein Bestandteil des Masterplans Salzreduzierung, die Kainitkristallisations- und Flotationsanlage (KKF) am Standort Hattorf sei inzwischen in Betrieb. In Sachen Haldenabdeckung müsse das Unternehmen hingegen nachbessern. „Wer Abwasser verursacht, muss auch an Lösungen arbeiten“, betont die Ministerin und verweist auf die Wasserrahmenrichtlinie. So wie bisher dürfe es jedenfalls nicht weitergehen. Am Sandkastenmodell im Museum erläutert Museumsführerin Elisabeth Herrmann den Verlauf der Sperranlagen zwischen Philippsthal und Vacha. Anschließend schwingen sich die Umweltministerin und ihre Begleiter auf die Fahrräder. Am Fuße der Hattorfer Kalihalde vorbei geht es durchs Ulstertal in Richtung Gedenkstätte Point Alpha – entlang des Grünen Bandes, das Siegesmund als Nationales Naturmonument dauerhaft unter Schutz stellen möchte.

Als die Politikerin am Nachmittag am Naturschutzgebiet Rhäden ihre hessische Amts- und Parteikollegin Priska Hinz trifft, ist der Heringer Monte Kali in Sichtweite. Am Kalibergbau kommt Anja Siegesmund im Werratal eben einfach nicht vorbei.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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