Tal der Tränen ist durchschritten

Philippsthaler Haushaltsentwurf mit 962 900 Euro Überschuss

Größter Brocken bei den Investitionen: Der kürzlich begonnene Feuerwehr-Neubau in Philippsthal.
+
Größter Brocken bei den Investitionen: Der kürzlich begonnene Feuerwehr-Neubau in Philippsthal.

„Das Tal der Tränen scheint durchschritten zu sein“, betonte Philippsthals Kämmerer Michael Schneider, als er am Montag in der Kreuzberghalle den Haushaltsentwurf für 2022.

Philippsthal - Anders als in den beiden vorangegangenen Jahren weist das Zahlenwerk im Ergebnisteil einen Überschuss von 962 900 Euro auf. Erträgen von 11,79 Millionen Euro stehen im ordentlichen Ergebnis Aufwendungen von 10.9 Millionen Euro gegenüber. Hinzu kommen 87 000 Euro außerordentliche Erträge. Möglich wird das vor allem durch deutliche Steigerungen auf der Einnahmeseite: So steigen die erwarteten Gewerbesteuereinnahmen dank verbesserter wirtschaftlicher Lage beim größten Arbeitgeber gegenüber dem Vorjahr um 1,25 Millionen Euro auf 4,1 Millionen Euro an. Hinzu kommen Schlüsselzuweisungen des Landes von 950 000 Euro als Folge der niedrigen Steuerkraftzahlen der beiden Vorjahre. „Für die Folgejahre werden diese wieder ausbleiben“, mahnte Schneider.

Auf der Aufwandseite würden zwar jährlich Pflicht- und freiwillige Leistungen hinterfragt, Einsparungen allerdings stets von Kostensteigerungen bei Sach- und Dienstleistungen, Personal- und Versorgungsaufwendungen und Umlagen übertroffen. Durch höhere Umlageverpflichtungen sowie Abschreibungen werde sich diese Spirale in den kommenden Jahren fortsetzen, prognostizierte Schneider. Aktuell sorgen die Vollauslastung, die Anpassung der Stundenzahlen an gesetzliche Vorschriften und zwei Integrationsmaßnahmen in den Kitas für eine Erhöhung des Personalansatzes um rund 150 000 Euro, denen nur 45 000 Euro Integrationszuschuss gegenüberstehen.

Im Stellenplan sind mehrere Umstrukturierungen vorgesehen, durch die unter anderem eine auf drei Jahre befristete Stelle zur Unterstützung der Bauabteilung sowie ein hauptamtlicher Hausmeisterposten für alle Gemeinschaftseinrichtungen entstehen sollen.

Im Finanzhaushalt beträgt der Saldo aus Ein- und Auszahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit rund 1,88 Millionen Euro. Im kommenden Jahr investiert die Marktgemeinde insgesamt 3,77 Millionen Euro und erwartet im Gegenzug 1,13 Millionen aus Zuschüssen und Grundstücksverkäufen. Vorgesehen ist außerdem eine Kreditaufnahme von 2,63 Millionen Euro, gleichzeitig werden 106 500 Euro Verbindlichkeiten getilgt. Unterm Strich ergibt sich ein Zahlungsmittelüberschuss von 1,77 Millionen Euro. Größter Brocken bei den Investitionen ist mit zwei Millionen Euro der Jahresanteil für den kürzlich begonnenen Neubau des Philippsthaler Feuerwehrhauses. 400 000 Euro sind für die Kita-Erweiterung im Kernort eingestellt, 300 000 für den weiteren Umbau des Herrmann-Geländes in Heimboldshausen zum Bauhof und 200 000 Euro für den Umbau der Kreuzung an der Flutbrücke.

Sollte die Gemeinde alle Investitionskredite der Jahre 2021 und 2022 ausschöpfen, steigt der Stand der Verbindlichkeiten von 872 000 Euro bis Ende 2022 auf 5,1 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen neben zweckgebundenen Rückstellungen von 3,8 Millionen Euro auch allgemeine Rücklagen von 4,8 Millionen Euro, welche den gesetzlich vorgeschriebenen Liquiditätspuffer von 188 200 Euro übertreffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare