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K+S startet Halden-Begrünung: Abdeckung soll Abwasser reduzieren

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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K+S beginnt mit Halden-Abdeckung
Die Arbeiten laufen: Projektleiter Benedikt Kalbhenn mit einem Stück der Kunststoffdichtungsbahn, die auf der K+S-Halde Hattorf den Regen von der planierten Fläche im Hintergrund fernhalten soll. © Jan-Christoph Eisenberg

Die Haldentop-Abdeckung des Bergbauunternehmen K+S soll verhindern, dass der Regen die Steinsalz-Produktionsrückstände auswäscht. Dort sollen bald Gras und Blumen wachsen.

Philippsthal/Hohenroda – Das Bergbauunternehmen K+S hat mit der Abdeckung und Begrünung der Salzhalden des Kaliwerks Werra begonnen.

Nachdem das Regierungspräsidium Kassel (RP) Mitte Juni die Genehmigung erteilt hatte, laufen nun auf dem Plateau der Halde des Standorts Hattorf (Philippsthal/Hohenroda) die Arbeiten für den ersten Bauabschnitt: Ein 1,7 Hektar großes Areal wird planiert und mit Entwässerungsgräben versehen. Diese Fläche wird danach mit 2,5 Millimeter dicken Kunststoffdichtungsbahnen belegt.

Die 100 Meter langen und 7,5 Meter breiten Bahnen werden laut Projektleiter Benedikt Kalbhenn nach einem zertifizierten Verfahren verschweißt und sind dadurch komplett wasserundurchlässig. Anschließend sollen Dränagematten sowie eine einen Meter dicke Erdschicht aufgebracht werden. K+S verwendet für diese sogenannte Rekultivierungsschicht in unmittelbarer Nachbarschaft bei der Haldenerweiterung anfallenden Bodenaushub. Allradbetriebene Muldenkipper sollen ihn auf das rund 200 Meter hohe Platteau bringen.

Abdeckung auf 9,5 Hektar: Gräser und Wildblumen sollen bald wachsen

Auf der abgedeckten Fläche wird laut Kalbehnn anschließend eine Mischung aus Gräsern und Wildblumen ausgesät. Insgesamt hat das RP die Abdeckung von 9,5 Hektar auf dem Rücken der Halde Hattorf zugelassen, wie die Behörde auf Nachfrage mitteilt. Fertig werden sollen bis Ende des Jahres 2,2 Hektar, bis Ende 2023 weitere 2,8 Hektar und bis Ende 2024 nochmals 1,5 Hektar. Ein Jahr nachdem die Beschüttung der Bestandshalde mit Salzabfall beendet wurde, folgen dann weitere drei Hektar.

Die Haldentop-Abdeckung soll verhindern, dass der Regen die überwiegend aus Steinsalz bestehenden Produktionsrückstände auswäscht. Wenn die ersten 6,5 Hektar abgedeckt sind, soll das Aufkommen salzhaltiger Abwässer am Standort Hattorf um jährlich 60 000 Kubikmeter sinken. Auf dieselbe Art soll auch das Plateau der Halde Wintershall in Heringen begrünt werden. Das Genehmigungsverfahren dafür läuft aktuell.

An den Haldenflanken kann dieses Verfahren wegen des steilen Neigungswinkels laut K+S nicht eingesetzt werden. Die Planungen für deren Abdeckung laufen laut Konzernsprecher Marcus Janz noch. Bei einem Versuch an einer Flanke der Halde Hattorf hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren ein Asche-Schlacke-Gemisch als mögliches Abdeckmaterial getestet. (Jan-Christoph Eisenberg)

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