Energie aus der Werra-Aue

Solarpark soll in Philippsthal-Röhrigshof entstehen

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Platz für 20 000 Module: (von links) Ilona Öchel-Henkel (Vorsitzende Gemeindevertretung, Michael Schneider (Büroleiter Gemeinde Philippsthal), Ulrike Wenig (CDU-Fraktionsvorsitzende), Jörg Emmerich (Bauamtsleiter), Erhard Berleth (Energiesysteme Groß), Matthias Müller (stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender) Bürgermeister Timo Heusner und Björn Groß (Inhaber Energiesysteme Groß) auf der Fläche des geplanten Solarparks in Röhrigshof.

Rund 2000 Haushalte soll ein neuer Solarpark mit Strom versorgen können, den das Photovoltaik-Unternehmen Energiesysteme Groß im Gewerbegebiet von  Röhrigshof errichten will.

Geschäftsführer und Inhaber Björn Groß von dem Photovoltaik-Unternehmen Energiesysteme Groß aus Kaufungen bei Kassel sprach bei einem gemeinsamen Ortstermin mit Bürgermeister Timo Heusner sowie Vertretern der Gemeindeverwaltung und der Fraktionen des Gemeindeparlaments von „einem der größeren Projekte“ seines Unternehmens: Auf dem 7,4 Hektar großen Areal neben dem Container-Terminal sollen rund 20 000 Photovoltaikmodule installiert werden, die jährlich rund 6,8 Millionen Kilowattstunden Energie erzeugen. Die Leistung der geplanten Anlage liegt bei 7 200 Kilowatt peak (kWp) – diese Einheit beschreibt die von Solarmodulen abgegebene elektrische Leistung unter Standard-Testbedingungen.

Der Bau der Anlagen wird voraussichtlich im kommenden Frühjahr oder Sommer starten – abhängig davon, wann das Unternehmen in einer Ausschreibung zur Einspeisevergütung den Zuschlag erhält. Mithilfe des Solarparks würden nicht nur jährlich rund 4000 Tonnen CO2 eingespart, auch preislich könne der dort erzeugte Strom mit anderen Energieträgern konkurrieren, betonte Björn Groß.

Für den Aufbau der Solarmodule sind etwa vier Monate veranschlagt. Die voraussichtliche Investitionssumme beziffert der Geschäftsführer auf rund 3,5 bis vier Millionen Euro. Angestrebt wird eine Laufzeit von mindestens 40 Jahren. Betrieben wird die Freiflächenanlage von einem eigens gegründeten Tochterunternehmen, das seinen Sitz in der Marktgemeinde hat.

Die 7,4 Hektar große Restfläche des Röhrigshofer Gewerbegebiets war wegen ihrer Lage in Werra-Aue durch eine gesetzliche Neuregelung im Jahr 2009 als Überschwemmungsgebiet eingestuft worden. Die damit verbundenen Auflagen hatten weitere Firmen-Ansiedlungen für die Gemeinde nahezu unmöglich gemacht. Um so erfreuter zeigte sich Bürgermeister Timo Heusner, dass sich das „erste große Projekt“ seiner Amtszeit nun auf der Zielgeraden befinde.

Die Photovoltaik-Anlagen seien mit dem Hochwasserschutz gut vereinbar, betonte Investor Björn Groß: Fläche müsse lediglich für drei Trafostationen versiegelt werden. Die Pfosten der Solaranlagen würden hingegen ohne Betonfundament im Boden verankert, die Photovoltaikmodule in der sogenannten „Schaf-Höhe“ von 80 Zentimetern montiert. Eine extensive landwirtschaftliche Nutzung durch Beweidung der dann umzäunten Flächen zwischen und unter den Solaranlagen sei das ausdrückliche Ziel des Investors, der hofft, für diese Aufgabe einen heimischen Landwirt oder Schäfer mit seinen Tieren gewinnen zu können. Eine Freileitung, die das Gelände überspannt, müsse nicht verlegt werden.

Erhard Berleth, bei der Firma Energiesysteme Groß zuständig für Geschäftsfeldentwicklung, Standortakquise sowie Vertrieb – und im Landkreis als früherer Chef der Wirtschaftsförderung bekannt –, versprach, dass eine Blendwirkung der Solarzellen auf Wohngebiete mithilfe eines Gutachtens ausgeschlossen werde. Ausdrückliches Lob sprachen beide Unternehmensvertreter Verwaltung und Gremien der Marktgemeinde aus: „Wir fühlen uns hier sehr willkommen.“ (Jan-Christoph Eisenberg)

Hintergrund.

Energiesysteme Groß GmbH & Co. KG mit Hauptsitz in Kaufungen bei Kassel baut, plant und wartet Photovoltaik-Anlagen von 1kWp bis in den Megawattbereich für Privat- und Gewerbekunden, Energiespeichersysteme und Ladeinfrastruktur für die Elektro-Mobilität. Das Unternehmen hat 45 Mitarbeiter, eine eigene Technikabteilung mit Serviceteam und Monteuren und unterhält acht Solarzentren.

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