Nach Corona-Infektionen

Residenz Ambiente in Philippsthal: Schwere Zeit ist durchgestanden

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Ein Stück Normalität: Mit genügend Abstand zueinander genossen die Bewohner der Seniorenresidenz Ambiente im Philippsthaler Schloss die Frühlingssonne auf der Terrasse vor der Pflegeeinrichtung. Pflegedienstleiterin Juliane Schmedicke (links) und Residenzleiterin Brigitte Wolfsdorf servierten gemeinsam mit ihrem Team frisch gebackene Waffeln. Das komplette Bild sehen Sie, wenn Sie auf das Kreuzchen oben rechts klicken.

Im Philippsthaler Alten- und Pflegeheim Residenz Ambiente ist wieder etwas Normalität eingekehrt. Zwei Bewohner und eine Mitarbeiterin waren mit dem Coronavirus infiziert.

Die warme Frühlingssonne durften die Bewohner des Philippsthaler Alten- und Pflegeheims Residenz Ambiente – natürlich mit ausreichend Abstand zueinander – nun wieder auf der Terrasse im Freien genießen.

Als Dankeschön für die Einschränkungen der vergangenen Wochen servierte ihnen das Mitarbeiterteam um Leiterin Brigitte Wolfsdorf und Pflegedienstleiterin Juliane Schmedicke zudem frisch gebackene Waffeln.

Anfang des Monats war der erste Bewohner nach einem Klinikaufenthalt positiv auf Corona getestet worden. Nachgewiesen wurde der Erreger letztendlich bei zwei Bewohnern und einer Mitarbeiterin. Die beiden Erkrankten wurden in ihren Zimmern von den übrigen Bewohnern abgeschirmt untergebracht. Sie standen unter ärztlicher Betreuung und wurden vom Pflegepersonal unter entsprechenden Schutz- und Hygienemaßnahmen versorgt. Die positiv getestete Mitarbeiterin ging in Heimquarantäne (unsere Zeitung berichtete). 

Alle drei Betroffenen gelten inzwischen laut Brigitte Wolfsdorf als genesen. Weitere Fälle seien in der Pflegeeinrichtung bislang nicht aufgetreten.

Dass sich das Virus in dem Seniorenheim nicht weiter ausgebreitet hat, spricht nach Ansicht der Pflegedienstleiterin für die gute Hygienearbeit ihres Teams. „Wir waren oft einen Schritt weiter und haben vieles schon umgesetzt, bevor es offiziell vorgeschrieben wurde“, ergänzt Residenzleiterin Brigitte Wolfsdorf.

Die vergangenen Wochen seien für Mitarbeiter und Senioren gleichermaßen eine schwere Zeit gewesen. Die Bewohner seien gebeten worden, die Tage möglichst in ihren Zimmern zu verbringen. Für Bewegung an der frischen Luft seien jedoch täglich Spaziergänge mit Mundschutzmasken im Schlosspark unternommen worden, berichtet Juliane Schmedicke. Bei den geistig noch fitten Bewohnern und auch beim überwiegenden Teil der Angehörigen seien die Einschränkungen auf Verständnis gestoßen. Um Kontakt zur Familie halten zu können, biete die Seniorenresidenz Video-Telefonate via Facetime an. „Oder die Angehörigen winken vom Schlosshof aus den Bewohnern am Fenster zu“, erzählt Renate Wolfsdorf.

Das Ambiente-Team, dem die Chefinnen mit Blick auf die Corona-Verhaltensregeln ein großes Verantwortungsbewusstsein auch im privaten Umfeld bescheinigen, habe die besondere Situation förmlich zusammengeschweißt. Anfeindungen aus der Bevölkerung, wie sie Beschäftigte des Kreisaltenheims in Niederaula nach mehreren Todesfällen erlebt hatten, seien die Ambiente-Pflegekräfte nicht ausgesetzt gewesen. Juliane Schmedicke berichtet vielmehr von großer Solidarität: Ein Angehöriger habe beispielsweise Geschenkpäckchen für das gesamte Team gepackt.

Auch dank Spenden von Firmen verfüge das Alten- und Pflegeheim über ausreichend Schutzausrüstung wie Mundabdeckungen, Handschuhe oder Einwegschürzen. Zur Verfügung gestellt worden seien aber beispielsweise auch Blumen, um den Bewohnern eine Freude zu machen. Gute Unterstützung habe die Seniorenresidenz auch von der Gemeinde und den örtlichen Hausärzten erfahren.

Auch wenn die Covid-19-Erkrankungen fürs erste durchgestanden sind und in der Residenz Ambiente ein Stück Normalität einkehre, gelte weiterhin erhöhte Sensibilität mit Blick auf Hygiene- und Schutzmaßnahmen: „Verantwortungsbewusst, aber nicht mit Panik“, betont Pflegedienstleiterin Juliane Schmedicke. (jce)

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