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Philippsthaler Parlament beschließt neues Freizeit-Angebot

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Die Pflasterfläche am Spielplatz auf dem Philippsthaler Sportplatz wurde zwar als Stockschießbahn markiert, aber nie als solche genutzt.
Neue Pläne: Die Pflasterfläche am Spielplatz auf dem Philippsthaler Sportplatz wurde zwar als Stockschießbahn markiert, aber nie als solche genutzt. Jetzt hat das Gemeindeparlament beschlossen, dort ein abbaubares Hockey-, Basketball- und Fußballfeld zu errichten. © Jan-Christoph Eisenberg

Neue Freizeit-Angebote für den Sportplatz in Philippsthal hat die Gemeindevertretung jetzt auf Antrag der SPD mehrheitlich beschlossen.

Philippsthal – Nicht alle Details der der Neugestaltung von Schlosspark und Schlossinnenhof in Philippsthal vor einigen Jahren haben sich im Laufe der Zeit als ideal erwiesen. Während ihrer Sitzung am Montagabend in der Kreuzberghalle hat die Gemeindevertretung deshalb mehrheitlich beschlossen, an zwei Punkten nachzubessern.

Sportfeld am Festplatz

Konkret geht es einerseits um die 2010 anstelle der Rollschuhbahn entstandene, mit Markierungen fürs Stockschießen versehene Pflasterfläche neben dem Spielplatz im Schlosspark. Die für diese Sportart angeschaffte Ausrüstung lagere seit Jahren ungenutzt im Bauhof beziehungsweise im Sportlerheim, begründete Reinhard Hohmann einen Antrag der SPD-Fraktion, auf dem Areal nun ein kombiniertes Hockey-, Basketball- und Fußballfeld (Soccerfeld) zu errichten. Zielgruppe seien vor allem die zehn- bis 17-Jährigen, wenngleich auch der Schul- und Kindergartensport profitieren werde. Um die Fläche als Festplatz zu erhalten, solle das Spielfeld abbaubar sein.

Die Idee für dieses Freizeitangebot fand grundsätzlich auch den Zuspruch der anderen Fraktionen. Für die Freien Wähler gab Timo Nabitz allerdings zu bedenken, dass der Auf- und Abbau mit großem Aufwand verbunden sei und ein transportables Spielfeld eine geringere Lebensdauer habe als ein festes. Die FWG-Fraktionsvorsitzende Anja Zilch ergänzte, dass die Fläche sehr wohl genutzt werde – zwar nicht zum Stockschießen, aber zum Fahr- und Dreiradfahren sowie Ballspiel mit kleinen Kindern. Ähnliche Argumente führte auch die CDU-Fraktionsvorsitzende Ulrike Wenig ins Feld, die außerdem auf offene Fragen zu Haftung und Aufsichtspflicht verweis. Sie erinnerte überdies daran, dass die Initiative zur Zweitnutzung des Festplatzes als Stockbahn einst von der SPD ausgegangen sei.

In einer Sitzungspause verständigten sich FWG und CDU auf den gemeinsamen Antrag, statt des transportabeln ein festes Multifunktionssportfeld an einem noch zu klärenden Platz – etwa hinter den Sportplätzen oder auf dem Spielplatz am Lindig – zu bauen. In die Vorplanung solle auch die kostenlose Beratung eines Fachbüros einfließen, die Ergebnisse vor der Umsetzung dem Parlament vorgelegt werden.

Die SPD ließ sich darauf allerdings nicht ein. Es gehe ausdrücklich darum, die Fläche am Spielplatz aufzuwerten, unterstrich deren Fraktionsvorsitzender Matthias Müller und betonte, dass das Parlament wegen der zu erwartenden Kosten vor der Realisierung ohnehin das letzte Wort habe. Mit der SPD-Mehrheit wurde der FWG/CDU-Antrag für ein festes Sportfeld schließlich abgelehnt und der Ursprungsantrag der Sozialdemokraten für die transportable Ausführung bei einer Enthaltung gegen das Votum von FWG und CDU beschlossen. Die Kosten sollen nun ermittelt und in den Haushalt 2023 eingestellt werden.

Öffentliche Toiletten

Mit der Mehrheit von SPD und FWG beschloss das Parlament zudem, öffentliche Herren-, Damen- und Behinderten-Toiletten im Bereich des Schlossinnenhofs zu schaffen. Die CDU stimmte dagegen, zwei SPD-Vertreter enthielten sich.

Ein entsprechender Antrag der Freien Wähler war im Herbst 2015 noch von SPD und CDU abgelehnt worden. Den neuerlichen Vorstoß begründete Anja Zilch jetzt mit den Erfahrungen beim jüngsten Kuppenröhn-Wandermarkt, aber auch zahlreichen Radtouristen und Einheimischen, für die der Schlosshof Anziehungspunkt sei. Eignen würden sich nach Ansicht der FWG-Fraktionsvorsitzenden etwa die Lagerräume im Erdgeschoss des Torbogenhauses. Für die SPD erkannte Matthias Müller inzwischen ebenfalls Handlungsbedarf.

Carsten Wiegand (CDU), hielt dagegen, dass in der Nachbarschaft in Rathaus, Kreuzberghalle, Torbogenhaus und Gastronomie Toiletten vorhanden seien. Für die seltenen Märkte könne zu überschaubaren Preisen ein WC-Wagen gemietet werden und Touristen sei vorerst mit einem Hinweisschild zur wieder geöffneten Toilette an Orangerie geholfen. Zeitgemäße und behindertengerechte WCs gelte es später allerdings bei einer eventuellen Sanierung des Torbogenhauses zu berücksichtigen. (Jan-Christoph Eisenberg)

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