Damit weiter Wasser fließt

Philippsthaler Hochbehälter wird für 1,2 Millionen Euro saniert

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Ausgetauscht: In den alten Gussleitungen, die (von links) Betriebsleiter Heiko Habermann, Heringens Bürgermeister Daniel Iliev, Polier Marco Nolte und Philippsthals Bürgermeister Timo Heusner auf der Baustelle des Hochbehälters des Wasserbeschaffungsverbands in Philippsthal begutachten, haben sich in den vergangenen Jahrzehnten Eisen und Mangan abgelagert.

Auf dem Jakobsberg in Philippsthal haben die Sanierungsarbeiten am Hochbehälter begonnen. Rund 1,2 Millionen Euro werden in die Wasserversorgung investiert. 

Damit in Philippsthal auch in Zukunft Wasser fließt, rollen im Wald auf dem Jakobsberg die Bagger: Ende Juni hat dort der Wasserbeschaffungsverband Ostteil Kreis Hersfeld-Rotenburg mit der Sanierung seines Hochbehälters begonnen.

Mitarbeiter der Firma RTS aus dem niedersächsischen Bovenden-Lenglern haben inzwischen die beiden normalerweise mit Erde bedeckten Wasserkammern freigelegt und die teils schadhafte alte Dämmung entfernt. Für den Erdaushub wurde auf dem Siechenberg an der Straße nach Thalhausen ein Zwischenlager angelegt. In nur einer Nacht – und damit schneller als geplant – hat die Tiefbaukolonne um Polier Marco Nolte Teilstücke der Zuleitung sowie der Versorgungsleitung zum Ortsnetz gewechselt. Dafür musste die Wasserversorgung kurzzeitig unterbrochen werden.

Freigelegt: Die beiden Speicherkammern des Hochbehälters sind normalerweise mit einer Erdschicht bedeckt.

Im Laufe der Jahre hätten sich in den alten Gussleitungen Ablagerungen aus Eisen und Mangan gebildet, die den Wasserfluss hemmen, erklärt Heiko Habermann, Betriebsleiter der Heringer Stadtwerke, bei denen die Betriebsführung des Wasserbeschaffungsverbands angesiedelt ist. Die alten Rohre seien deshalb durch Kunststoffleitungen ersetzt worden, die langlebiger und weniger ablagerungsanfällig seien.

Derzeit wird die Betonhülle des Hochbehälters neu abgedichtet und mit einer neuen Dämmung versehen. Während des ersten Bauabschnitts erneuert zudem die Firma Klapproth aus dem niedersächsischen Bad Sachsa die Fassade und die Heringer Firma Göbel die Dachkonstruktion des Vorbaus.

Kalkuliert wurde eine Bauzeit von rund 19 Wochen. Sofern alles nach Plan verläuft, soll der erste Bauabschnitt Ende Oktober abgeschlossen sein. In einem zweiten Bauabschnitt wird im kommenden Jahr auch das Innenleben des Hochbehälters erneuert.

Die beiden Speicherkammern des 1976 errichteten Bauwerks haben einen Durchmesser von 13,5 Metern und ein Volumen von insgesamt 1140 Kubikmetern. Sie sichern die Trink- und Löschwasserversorgung des Kernorts Philippsthal. Der nötige Leitungsdruck wird durch den natürlichen Höhenunterschied erzeugt.

Für die Sanierung des Hochbehälters wurden Gesamtkosten von rund 1,2 Millionen Euro kalkuliert. Um Qualität und Quantität der Wasserversorgung in den Mitgliedskommunen Heringen, Philippsthal und Friedewald zu sichern und an den zusätzlichen Bedarf neuer Wohngebiete und Gewerbeansiedlungen anzupassen, seien in den kommenden Jahren weitere Milioneninvestitionen nötig, erklärt der Verbandsvorsteher, Heringens Bürgermeister Daniel Iliev.

Grund dafür sei neben der in die Jahre gekommenen Infrastruktur auch die stark rückläufige Fördermenge aus den verbandseigenen Brunnen und Quellen, die steigende Zukäufe aus dem Bad Hersfelder Wassernetz zur Folge hat. Der Wasserbeschaffungsverband war Anfang der 1960er Jahre gegründet worden, da die drei beteiligten Kommunen ihren Wasserbedarf nicht mehr selbst decken konnten. Die jeweiligen Ortsnetze gehören nicht dem Zusammenschluss, ebenso verfügen die Mitglieder teilweise zusätzlich über eigene Quellen und Brunnen.

Mit einem umfangreichen Wasser-Konzept wolle der Verband die Versorgung der Mitgliedskommunen für die kommenden Jahrzehnte sichern und habe dafür die Aufnahme in ein Förderprogramm des Landes Hessen beantragt, so Iliev und Habermann.

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