Brücke der Einheit leuchtete in vielen Farben

Philippsthal und Vacha erinnern an die Grenzöffnung vor 32 Jahren

Das Foto zeigt die bunt-illuminierte Brücke der Einheit in Philippsthal bei den Feiern zum 32. Jahrestag der Grenzöffnung.
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Freunde und Farben: Die bunt-illuminierte Brücke der Einheit in Philippsthal bei den Feiern zum 32. Jahrestag der Grenzöffnung

32 Jahre nach der Grenzöffnung wurde die Feierstunde an der Brücke der Einheit zwischen Philippsthal und Vacha auch zur Begegnung der Vor- und Nachwendegeneration.

Vacha/Philippsthal – Damals gerade drei Jahre alt, habe sie selbst keine Erinnerungen an jene Nacht der Nächte und die erste Fahrt nach Westdeutschland wohl auf der Rückbank des Trabis verschlafen, bekannte etwa Pfarrerin Franziska Freiberg, die den Wert der Freiheit ins Zentrum ihrer Andacht gestellt hatte. Was die Menschen in jener Zeit bewegt habe, könne sie deshalb nur erahnen, so die evangelische Seelsorgerin aus Dorndorf.

Peter Neumann, Bürgermeister der Krayenberggemeinde, war hingegen einer von vielen Hundert, die über die Werrabrücke ins benachbarte und bis kurz zuvor doch unerreichbare Philippsthal geströmt waren und hatte als Zeitzeuge den ersten Freudentaumel ebenso hautnah miterlebt, wie die „dunklen Wolken“ der Ernüchterung, die in den Anfangsjahren nach der Wiedervereinigung aufgezogen seien. Die meisten Hürden seien im Laufe der vergangenen 32 Jahre gemeinsam überwunden worden, resümierte der Verwaltungschef, der sich für die Bewältigung anstehender Herausforderungen wünschte, „etwas vom Mut und der Zuversicht“ von 1989 in die heutige Zeit mitzunehmen.

Freiheit und Demokratie seien keine Selbstläufer, sondern müssten erkämpft und verteidigt werden, unterstrich Philippsthals Bürgermeister Timo Heusner, der zugleich einen Appell an die Landesregierungen von Hessen und Thüringen richtete, die Menschen im ländlichen Raum nicht zu vergessen.

Vachas Bürgermeister Martin Müller hatte in seiner Begrüßungsansprache indes eine neue Teilung in der Bevölkerung ausgemacht – zwischen jenen, die die Corona-Maßnahmen unterstützen, und jenen die sie ablehnen.

Begleitet wurde die Feierstunde von der Bergmannskapelle Hattorf, in der Musiker unterschiedlicher Generationen aus Hessen und Thüringen 32 Jahre längst eine harmonische Einheit bilden.

Dass sich die Einwohner der drei Nachbar- und Partnerkommunen nach der coronabedingten Pause im Vorjahr am 9. November – und damit drei Tage vor der eigentlichen Grenzöffnung an dieser Stelle – auf dem Parkplatz der Veranstaltungshalle Vachwerk trafen, war einem weiteren historisch bedeutsamen Anlass geschuldet: Als Teil des Jubiläumsprogramms zur Gründung des Landes Hessen vor 75 Jahren machte das Projekt „Flashlines“ des Künstlerehepaares Daniela und Pascal Kulcsár im Werratal Station und tauchte die Rundbögen der steinernen Werrabrücke mittels Beamern in bunte Lichter.

Besuchern, die sich durch die Dunkelheit bis auf die Wiese am Fuß der Brücke vorgetastet hatten, bot sich nicht nur der beste Blick auf das illuminierte Bauwerk – sondern auch die Möglichkeit, per QR-Code und Smartphone Farb- und Formwechsel sowie Geschwindigkeit der Projektion selbst zu beeinflussen. (Jan-Christoph Eisenberg)

Flashlines: Brücke der Einheit leuchtet für 75 Jahre Hessen und 32 Jahre Grenzöffnung

Flashlines: Brücke der Einheit leuchtet für 75 Jahre Hessen und 32 Jahre Grenzöffnung
Flashlines: Brücke der Einheit leuchtet für 75 Jahre Hessen und 32 Jahre Grenzöffnung
Flashlines: Brücke der Einheit leuchtet für 75 Jahre Hessen und 32 Jahre Grenzöffnung
Flashlines: Brücke der Einheit leuchtet für 75 Jahre Hessen und 32 Jahre Grenzöffnung
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