Gemeinde verkauft Parkplätze

Philippsthal: Mehr Platz für die Post

Ausweichmöglichkeit: Hecke und Zaun des Gemeindebauhofs sollen einem Parkstreifen weichen. Im Hintergrund steht das Post-Gebäude.

Philippsthal – Die Post in Philippsthal braucht mehr Platz: Das Unternehmen plant, seine Flotte auf Elektrofahrzeuge umzustellen.

25 solcher akkubetriebenen Transporter sollen künftig im Zustellstützpunkt an der Philippsthaler Parkstraße stationiert werden, berichtete Bürgermeister Ralf Orth am Montagabend während der Sitzung des Gemeindeparlaments im Dorfgemeinschaftshaus Harnrode.

Ausweichmöglichkeit: Hecke und Zaun des Gemeindebauhofs sollen einem Parkstreifen weichen. Im Hintergrund steht das Post-Gebäude.

Die neuen Fahrzeuge haben größere Abmessungen als die bisherigen Transporter. Auch die Ladeinfrastruktur benötigt zusätzlichen Raum. Einstimmig hat das Gemeindeparlament deshalb beschlossen, eine rund 480 Quadratmeter große Teilfläche des Parkplatzes an der Schulturnhalle für 30 000 Euro an den Eigentümer des von der Post gepachteten Geländes – einen Unternehmer aus der Gemeinde Nentershausen – zu verkaufen. Dabei handelt es sich um die zwei Parkreihen zwischen der bisherigen Grundstücksgrenze und der Rückseite des des Buswartehäuschens. Bei ihrer Entscheidung standen die Gemeindevertreter vor dem Dilemma, einerseits das Verteilzentrum mit aktuell 40 Arbeitsplätzen im Ort zu halten, andererseits das Parkplatzangebot nicht weiter zu verknappen. Insgesamt 232 öffentliche Pkw-Stellflächen stehen laut Gemeindeverwaltung im gesamten Ortskern zur Verfügung.

Insbesondere auf dem Turnhallen-Parkplatz, der unter anderem von Besuchern der Schule, des Schwimmbandes von Veranstaltungen in Kreuzberghalle uns Schlosspark genutzt wird, sind die Plätze aber knapp. Zum einen, weil die Gemeinde bereits zur Eröffnung des Poststützpunkts im ehemaligen Aldi-Markt Parkfläche abgetreten hatte. Zum anderen, weil auf den verbliebenen Stellflächen die Post-Bediensteten tagsüber ihre privaten Fahrzeuge abstellen. Um Abhilfe zu schaffen, sollen nun die Hecke und der Zaun des Gemeindebauhofs entfernt werden. Entlang der Parkstraße soll stattdessen ein gepflasterter Parkstreifen mit zwölf Plätzen gebaut werden, von dem der Bauhof mit einem neuen, zurückgesetzten Sichtschutzzaun abgegrenzt wird. Die Gemeinde kalkuliert dafür 32 000 Euro Baukosten, eine Variante mit niedrigerem Zaun ohne Sichtschutz wäre 6 000 Euro günstiger. Zusätzlich soll mit der Post vertraglich geregelt werden, dass deren Bediensteten ihre Privatfahrzeuge künftig an der Bahnhofstraße am gegenüberliegenden Werraufer abstellen.

Für die SPD beantragten Andreas Nennstiel und Reinhard Hohmann, den Parkplatz-Verkauf an die Post-Erweiterung zu koppeln und für den Fall, dass der Brief- und Paketdienstleister den Standort verlässt, eine Rückkaufoption vertraglich festzuschreiben.

Für die künftigen Mitarbeiter-Parkplätze der Post müsse geprüft werden, ob kommune oder Vermieter eine entsprechende Vereinbarung mit dem Unternehmen schließen müssen. Zudem gelte es, die Nutzungsbedingungen und Pachtzins vertraglich klar zu regeln, mahne Ulrike Wenig für die CDU an. Die Anliegen beider Fraktionen wurden – ebenso wie von den Ausschüssen angeregte Bodenschweller am Zebrastreifen zwischen Schule und Schulbushaltestelle – kurzerhand zu einem gemeinsamen Antrag zusammengefasst, der einstimmige Zustimmung fand. Anja Zilch (FWG) regte zudem an, auch den Bau von Elektro-Ladesäulen zu prüfen.

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