Baugebiet und Kita-Erweiterung auf den Weg gebracht

Mehr Platz für Familien und Kinder in Philippsthal

+
Mit Blick zum weißen Berg: Auf dieser Fläche am Ortsrand von Philippsthal soll das Neubaugebiet „Unter den krummen Äckern“ erschlossen werden.

Die Philippsthals Gemeindevertreter haben zwei Projekte auf den Weg gebracht: Die Erschließung des Baugebiets "Unter den krummen Äckern" und die Erweiterung der evangelischen Kita. 

Auf dem Papier gibt es das Neubaugebiet „Unter den krummen Äckern“ in Philippsthal bereits seit dem Jahr 1994.

Zu sehen ist von den bereits ins Kataster eingetragenen Baugrundstücken und den Straßen mit insgesamt drei Wendehämmern bislang jedoch noch nichts: Auf den Flächen oberhalb des Friedhofs weiden Rinder und reifen Getreidefelder. Wegen verstärkter Nachfragen will die Marktgemeinde jetzt aber mit der Erschließung der 37 Bauplätze beginnen. Mit einem einstimmig gefassten Aufstellungsbeschluss haben die Gemeindevertreter am Montagabend während ihrer Sitzung im Waltradeberghaus Unterneurode die dafür notwendige Änderung des Bebauungsplans angestoßen. Im Zuge des Bauleitverfahrens sollen die 25 Jahre alten Planungen vereinfacht und den aktuellen Gegebenheiten angepasst werden. So soll die ursprünglich vorgesehene allee-artige Bepflanzung der Straßen ebenso wegfallen wie Auflagen zur Dachform. Die seinerzeit vorgesehene Option, in Teilbereichen Reihen- und Kettenhäuser zuzulassen, wird ebenfalls nicht weiterverfolgt. Um Eingriffe in die Natur zu vermeiden und wegen der schwierigen Topografie wird zudem auf zwei ursprünglich angedachte Bauplätze verzichtet.

Der erwartete Zuzug junger Familien durch das Neubaugebiet ist einer der Gründe, warum die Marktgemeinde auch einen steigenden Platzbedarf in den Kindertagesstätten erwartet. Einstimmig fassten die Gemeindevertreter deshalb den Grundsatzbeschluss, die evangelische Kita „Kleine Landgrafen“ in Philippsthal in Richtung Vachaer Straße um einen zweigeschossigen Anbau für zwei Krippengruppen und eine Kindergartengruppe zu erweitern. Ursprünglich war die Erweiterung der kommunalen Kita „Werrawichtel“ in Röhrigshof ins Auge gefasst worden. Die Architektenentwürfe bezogen dafür allerdings auch das Gelände der benachbarten Minigolfanlage des Verkehrs- und Verschönerungsvereins ein, was in Röhrigshof für Unmut gesorgt hatte (unsere Zeitung berichtete).

Die Erweiterung der Philippsthaler Einrichtung ist laut Bürgermeister Ralf Orth zudem für die Gemeinde die wirtschaftlichere Variante: Bei nahezu identischen Baukosten von rund 1,1 Millionen Euro erwartet die Verwaltung für die Pläne in Röhrigshof 450 000 Euro, für die drei zusätzlichen Gruppen in Philippsthal jedoch 650 000 Euro Fördergeld. Zusätzlich habe dort die Kirche als Träger einen Zuschuss von 200 000 Euro in Aussicht gestellt. Die Erweiterungspläne in Röhrigshof sollen nach dem Beschluss der Gemeindevertretung vorerst nicht weiterverfolgt werden.

Wegen struktureller und baulicher Defizite im Altbau sieht die Gemeindeverwaltung jedoch auch dort langfristigen Handlungsbedarf. Eine Arbeitsgruppe aus Mitarbeitern von Kita und Verwaltung sowie Kommunalpolitikern soll deshalb jetzt ein Zukunftskonzept für die Röhrigshofer Betreuungseinrichtung erarbeiten.

Auf Antrag der CDU-Fraktion beschloss das Gemeindeparlament einstimmig, eine solche Arbeitsgruppe auch in Philippsthal zu bilden, um die Planungen für den Anbau zu begleiten. (jce)

Kommentare