Außenstelle der Beruflichen Schulen Obersberg

Neues Angebot in Heimboldshausen: In Teilzeit Erzieher werden

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Außenstelle der Beruflichen Schulen: An der Rhönstraße im Philippsthaler Ortsteil Heimboldshausen wird die Erzieher-Ausbildung ab dem kommenden Jahr auch in Teilzeit angeboten.

Heimboldshausen. Mit einem neuen Bildungsangebot will die Außenstelle der Beruflichen Schulen Obersberg in Heimboldshausen weitere Bewerber für den Erzieherberuf gewinnen.

Der Standort an der Rhönstraße bietet bislang eine zweijährige höhere Berufsfachschule für Sozialassistenz und eine dreijährige Vollzeitausbildung zur Erzieherin an. Ab dem kommenden Schuljahr soll eine Erzieher-Ausbildung in Teilzeit hinzukommen. Mit dem Angebot sollen verstärkt Alleinerziehende, Quereinsteiger oder Umschüler angesprochen werden, verdeutlichten Außenstellenleiter Torsten Wenzel und Koordinator Christoph Lau, die den neuen Bildungsgang Vertretern der Philippsthaler Gemeindegremien vorstellten.

Die bisherige Vollzeit-Erzieherausbildung ist in einen zweijährigen schulischen Teil sowie ein einjähriges Anerkennungsjahr gegliedert. Für die neue Teilzeitausbildung wird die Schulzeit auf drei Jahre gestreckt. Der Unterricht findet an drei Tagen in der Woche jeweils vormittags beziehungsweise bis zum frühen Nachmittag statt. Diese Aufteilung ermögliche es, neben der unbezahlten Erzieherausbildung in Teilzeit zu arbeiten. Die Schule habe bewusst entschieden, den Unterricht nicht in die Abendstunden zu legen, verdeutlichte Torsten Wenzel. Alleinerziehende könnten so für ihre Kinder die regulären Betreuungsangebote der Kitas in Anspruch nehmen, außerdem solle die Teilzeit-Ausbildung nicht in Konkurrenz zu klassischen Abendschulen treten.

Praxisjahr verkürzen

Wenn die angehenden Erzieher parallel zum schulischen Teil bereits in einer sozialpädagogischen Einrichtung gearbeitet haben, könne as Anerkennungsjahr auf sechs Monate verkürzt werden. Es sei aber auch möglich, dieses auf 24 Monate zu strecken und somit ebenfalls in Teilzeit zu absolvieren. Für die Teilzeit-Aubildung gelten dieselben Zugangsvoraussetzungen wie für die Vollzeit-Variante: Mittlere Reife oder vergleichbarer Abschluss und die Ausbildung zum Sozialassistenten oder für Quereinsteiger Realschulabschluss, eine mindestens zweijährige Berufsausbildung, ein sechsmonatiges Fachpraktikum sowie eine Eignungsprüfung. Anmeldeschluss, auf den die Schule keinen direkten Einfluss habe, ist bereits der 15. Februar. Ob die erste Teilzeitklasse bereits in diesem Jahr startet, hänge deshalb von der Zahl der Anmeldungen ab, verdeutlichte Wenzel.

Infos und Anmeldung:

Fachschule für Sozialwesen, Rhönstraße 11, 36269 Philippsthal, 06620/222.

www.erzieher.bso-hef.de

Bessere Anbindung ans Busnetz nötig

Mit der neuen Teilzeitausbildung zum Erzieher verbinden Initiatoren und Gemeindepolitiker auch die Hoffnung, dass sich die Schülerzahlen an der Berufsschul-Außenstelle weiter stabilisieren. Am Standort Rhönstraße werden aktuell 140 angehende Sozialassistenten und Erzieher unterrichtet. Im vergangenen Herbst hatte der Entwurf des Schulentwicklungsplans, der die Verlagerung der Fachschule nach Bad Hersfeld vorsah, in der Werragemeinde für Proteste gesorgt. Begründet wurden die Pläne mit der schlechten Erreichbarkeit der Außenstelle aus weiten Teilen des Landkreises mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Inzwischen hat sich der Kreisausschuss mehrheitlich gegen die Verlegung ausgesprochen, die Entscheidung des Kreistages steht noch aus. 

Für eine bessere Erreichbarkeit der Schule müsse die Busanbindung optimiert werden, gaben die Lehrerinnen und Lehrer den Philippsthaler Gemeindepolitikern bei ihrem Besuch mit auf den Weg. Von Bedeutung sei das vor allem für die angehenden Sozialassistenten, die zwischen 17 und 23 Jahre alt sind. Die Schule sei ebenfalls bereit, ihren Anteil zu leisten, und gegebenenfalls die Anfangs- und Endzeiten zu anzupassen, betonte Außenstellenleiter Torsten Wenzel. (jce)

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