Gebäude stand jahrelang mehr

Nachbarn fürchten Rattenloch - Kreis lässt marodes Haus in Heimboldshausen teilweise abreißen

Robert Liewald (links) und Walter Fischer beobachten den Beginn der Abbrucharbeiten. Die beiden Anwohner befürchten, dass die Ruine in ihrer Nachbarschaft Ratten anzieht.
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Hoffen auf Komplettabriss: Robert Liewald (links) und Walter Fischer beobachten den Beginn der Abbrucharbeiten. Die beiden Anwohner befürchten, dass die Ruine in ihrer Nachbarschaft Ratten anzieht.

Im Philippsthaler Ortsteil Heimboldshausen wird seit Montag ein marodes Wohn- und Geschäftshauses teilweise abgerissen.

Heimboldshausen – Die viel befahrene Heringer Straße ist für die Arbeiten, die bis Samstag dauern sollen, halbseitig gesperrt. Baustellenampeln regeln an der Einmündung der Landesstraße auf die B 62 den Verkehr. Mitarbeiter eines vom Landkreis beauftragten Abbruchunternehmens entfernen vom Arbeitskorb eines Teleskopladers aus zunächst in Schutzanzügen die asbesthaltigen Schindeln der Fassade und decken das Dach ab. Der große Abrissbagger wartet nebenan noch auf seinen Einsatz.

Von der benachbarten Hofeinfahrt aus beobachten am späten Vormittag Robert Liewald und Walter Fischer, dessen Anwesen direkt an das Abbruchhaus grenzt, kopfschüttelnd die Arbeiten. Dass der Landkreis nicht gleich den Abriss des gesamten Gebäudes veranlasst hat, sondern nur die beiden oberen Stockwerke bis auf die Decke des Erdgeschosses abräumen lässt, ist für die beiden Nachbarn nicht nachvollziehbar. Die verbleibenden Wände, so ihre Befürchtung, seien Regen und Schnee ausgesetzt, würden im Winter vom Frost auseinandergedrückt und ebenfalls instabil. „In ein paar Jahren geht dann der ganze Aufwand für die Straßensperrung und den Abriss wieder vorne los. Auf den Kosten wird der Kreis wohl ohnehin sitzen bleiben“, sind sich die beiden Heimboldshäuser einig. Mehr noch treibt die Anwohner der Heringer Straße jedoch die Sorge um, dass sich die Ruine bald vollends zum „Rattenloch“ entwickle, von dem aus sich die Nager auch auf die umliegenden Grundstücke ausbreiten.

Engstelle: Wegen der Abrissarbeiten ist die Heringer Straße in Heimboldshausen halbseitig gesperrt.

Einst beherbergte das dreistöckige Wohn- und Geschäftshaus einen Gemischwarenladen mit umfangreichem Sortiment. Danach ging das Gebäude durch wechselnde Hände und stand zuletzt lange leer. Die Tanks im Keller sollen noch mit Heizöl gefüllt sein.

Schon im vergangenen Herbst hatte Bürgermeister Timo Heusner das Gemeindeparlament über den schlechten Zustand informiert: Im Inneren waren bereits teilweise die Decken eingestürzt. Die Eigentümer, hieß es damals, seien nicht auffindbar.

Als zuständige Gefahrenabwehrbehörde habe der Landkreis jetzt den Teilabbruch des seit Jahren unbewohnten Gebäudes angeordnet, erklärt Landkreis-Pressesprecherin Jasmin Krenz auf Nachfrage. Der Gebäudezustand habe sich in den vergangenen Jahren durch eindringende Feuchtigkeit so weit verschlechtert, dass davon nun Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehe – insbesondere, da die Hauptschäden auf der zur Straße gelegenen Seite aufträten. Nur durch den Teilabriss könne wirksam verhindert werden, dass Gebäudeteile – bis hin zum möglichen Abkippen der Außenwand – auf die angrenzende Straße fallen.

Was der Teilabbruch kostet, ob Eigentümer dafür in die Pflicht genommen werden können und warum nicht das komplette Haus abgerissen wird, könne kurzfristig nicht beantwortet werden, so Jasmin Krenz am Montag. Nähere Informationen dazu kündigt die Landkreis-Sprecherin für den heutigen Dienstag an. (Jan-Christoph Eisenberg)

Marodes Haus in Heimboldshausen wird teilweise abgerissen

Marodes Haus in Heimboldshausen wird teilweise abgerissen.
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