Konzert mit gläserner Flöte

Musik als Schatztruhe: Blockflötenensemble feierte 25-jähriges Bestehen

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Konzert mit der gläsernen Flöte: Johannes Fischer und Barbara Matthes musizierten in der Philippsthaler Schlosskirche.

Mit gleich zwei Veranstaltungen wurde in Philippsthal das 25-jährige Bestehen des Blockflötenensembles der evangelischen Kirchengemeinde Heimboldshausen gefeiert.

Den Anfang machte das Kreisflötentreffen, das dieses Jahr in Heimboldshausen ausgerichtet wurde. Seit 2014 finden diese Zusammenkünfte von engagierten Blockflötenensembles der Region in stetem Wechsel statt, mal im Kirchenkreis Bad Hersfeld, mal im Kirchenkreis Rotenburg. Dieses Jahr beteiligten sich Ensembles aus Neukirchen, Niederaula, Heimboldshausen, Rotenburg und Sontra. Höhepunkt des Wochenendes ist üblicherweise der Abschlussgottesdienst am frühen Samstagabend, der diesmal in der Kirche in Heimboldshausen als Jubiläumsgottesdienst gefeiert wurde.

Gegründet wurde das gastgebende Blockflötenensemble vor 25 Jahren von der damaligen Kantorin Ulrike Stock, dann fortgeführt von deren Nachfolgerin Uta Weigang, die zu der „Geburtstagsfeier“ an ihre alte Wirkungsstätte zurückgekehrt war. Seit nunmehr 2002 wird das Ensemble mit großem Engagement von der jetzigen Kantorin Barbara Matthes geleitet. Pfarrer Wolfgang Houska begann seine Predigt mit interessanten Erkenntnissen eines Neurobiologen über die Wirkung der Musik als eine Art „Schatztruhe, die tief und fest in unserem Gehirn verankert ist und uns gut tut.“ Ebenso wie Brigitte Schlenczek für den Kirchenvorstand und Bürgermeister Ralf Orth für die politische Gemeinde dankte er den Musikerinnen und Musikern für ihren ehrenamtlichen Einsatz sowie Barbara Matthes für ihr Engagement und gratulierte zum Jubiläum.

Konzert mit der gläsernen Flöte: Johannes Fischer und Barbara Matthes musizierten in der Philippsthaler Schlosskirche.

Etwa dreißig Flötisten boten während des Gottesdienstes das musikalische Rahmenprogramm und machten ihn damit zu einem ganz besonderen Erlebnis. Besonders beeindruckend war der erste öffentliche „Auftritt“ der Subbassflöte, die das Jubiläumsensemble erst kürzlich neu angeschafft hatte und die Ensemble-Mitglied Johannes Matern souverän spielte. Das Festwochenende fand seinen Abschluss in einem Konzert mit Blockflöte (Johannes Fischer) und Orgel (Barbara Matthes) in der Philippsthaler Schlosskirche am Sonntagabend.

Vorwiegend kam dabei die sogenannte Helderflöte aus Glas, genauer Plexiglas, zum Einsatz. Engagiert erläuterte Fischer dem interessierten Publikum deren Entstehungsgeschichte, die beim Instrumentenbauer Martin Helder ihren Anfang nahm. Sie wurde dann von Johannes Fischer gezielt für seine Ziele weiterentwickelt und von der Firma Mollenhauer gebaut. Das Entscheidende sei weniger das Material gewesen als vielmehr der Ausbau des Tonumfangs auf immerhin drei Oktaven und der Variationen bei Lautstärke und Klangfülle mittels verschiedener Griffmöglichkeiten und eines variablen Blocks im Mundstück. Mit diesen Eigenschaften und dem einfühlsamen Spiel von Fischer erwies sich die Flöte als besonders geeigneter Partner der Orgel.

Fischer und Matthes brachten Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert zu Gehör und beeindruckten dabei durch ihr harmonisch aufeinander abgestimmtes und besonders abwechslungsreiches und ausdrucksstarkes Spiel. Mit diesem vom Publikum durch stehenden Applaus honorierten Konzert fand das Jubiläumswochenende einen feierlichen Abschluss.

VON CAROLA FINKE

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