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Morsche Pappeln an der Werra müssen weichen

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Nicht mehr standfest: Aus Sicherheitsgründen müssen in Philippsthal insgesamt 52 Pappeln am Werraufer gefällt werden. Bürgermeister Ralf Orth (von links) betrachtet die Bäume gemeinsam mit (in orangen Jacken) Bauhofleiter Hartmut Fack, Bauamtsmitarbeiter Tobias Döll und Bauamtsleiter Jörg Emmerich sowie Andrea Koch, Ramona Laun und Silke Köller (jeweils von links), Vorstandsmitglieder des Reitervereins Philippsthal, welcher angrenzende Flächen als Pferdekoppeln nutzt. Foto: Eisenberg
Nicht mehr standfest: Aus Sicherheitsgründen müssen in Philippsthal insgesamt 52 Pappeln am Werraufer gefällt werden. Bürgermeister Ralf Orth (von links) betrachtet die Bäume gemeinsam mit (in orangen Jacken) Bauhofleiter Hartmut Fack, Bauamtsmitarbeiter Tobias Döll und Bauamtsleiter Jörg Emmerich sowie Andrea Koch, Ramona Laun und Silke Köller (jeweils von links), Vorstandsmitglieder des Reitervereins Philippsthal, welcher angrenzende Flächen als Pferdekoppeln nutzt. © Eisenberg

Philippsthal. Noch säumen in Philippsthal 52 Pappeln das Werraufer zwischen der ehemaligen Dreschhalle und der Weidenhainer Quelle.

Ihre Tage sind allerdings gezählt: Die Marktgemeinde lässt die stattlichen Bäume in den kommenden Wochen fällen – aus Sicherheitsgründen, wie Bürgermeister Ralf Orth und Tobias Döll vom Gemeindebauamt betonen. Bei den 50 bis 60 Jahre alten Hybridpappeln – einer Kreuzung verschiedener Arten – setzten die Alterungsprozesse im Vergleich zu anderen Bäumen früh ein. Sie seien deshalb nicht mehr standsicher.

Kronen bedrängen sich

Das habe auch die untere Naturschutzbehörde festgestellt, die die Fällung im Landschaftsschutzgebiet per Ausnahmegenehmigung erlaubt hat. Weil sich die Kronen der relativ dicht stehenden Bäume gegenseitig bedrängten, entstehe zudem viel Totholz und damit ein weiteres Sicherheitsrisiko. Mehrere Pappeln seien bereits umgestürzt, die letzte im vergangenen Jahr. Die Beseitigung des Schadens habe 3500 Euro gekostet, erinnert sich Bürgermeister Ralf Orth. Noch schwerwiegender sei allerdings der Sicherheitsaspekt. Denn entlang der Vachaer Straße und des Weidenhains verläuft ein stark frequentierter Rad- und Gehweg. Und in den Sommermonaten seien auf der Werra Wassersportler unterwegs. Die Gefahr, dass Menschen durch umstürzende Bäume oder herabfallende Äste zu Schaden kommen, sei einfach zu groß, betont der Rathauschef. Die Gemeinde habe deshalb die Sperrung des zu Thüringen gehörenden Flussabschnitts für Boote beantragt, erklären Orth und Döll. Das habe das Landratsamt des Wartburgkreises aber abgelehnt und ebenfalls darauf gedrungen, die Bäume zu fällen.

Nach Erzählungen älterer Philippsthaler hatte die Gemeinde die Pappeln einst in der Hoffnung auf einen großen Holzertrag in vergleichsweise kurzer Zeit gepflanzt. Dass Stämme und Äste noch verwertet werden können, senkt jetzt zumindest die Kosten für die Fällung: 100 Euro netto zahlt die Gemeinde pro Pappel – in Summe 5200 Euro. Mit schwerem Gerät – darunter ein sogenannter Fällbagger – wird das beauftragte Spezialunternehmen aus Willingen den Pappeln zu Leibe rücken. Zu erreichen sind die Bäume teilweise nur durch unwegsames Gelände oder über die Pferdekoppeln des Reitervereins. Während die Stämme am Stück abtransportiert werden, sollen die Kronen und Äste vor Ort zu Energieholz gehäckselt werden. Wann genau die etwa zwei Wochen dauernden Arbeiten beginnen, steht noch nicht fest. Aus naturschutzrechtlichen Gründen müssen die Pappeln aber bis zum 28. Februar gefällt sein.

Als Ausgleichsmaßnahme müsse die Marktgemeinde anschließend am Werraufer 104 neue Bäumchen pflanzen – voraussichtlich allerdings keine Pappeln, sondern andere flusstypische Arten wie Weiden oder Erlen, erläutert Tobias Döll.

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