Mit dem Zug zum Regio-Radeln

Fahrradclub ADFC befürwortet Bahnstrecken-Reaktivierung im Werratal

Der Vertreter des Fahrradclubs ADFC, Hans-Heinrich Hartmann, steht mit einem Fahrrad vor dem Bahnhof im Philippsthaler Ortsteil Heimboldshausen.
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Verkehrsmittel kombinieren: Der regionale Vertreter des Fahrradclubs ADFC, Hans-Heinrich Hartmann, würde es begrüßen, wenn Radfahrer im Werratal – wie hier am Bahnhof im Philippsthaler Ortsteil Heimboldshausen – künftig wieder in den Zug einsteigen könnten. Eine mögliche Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der derzeit nur von Güterzügen genutzten Strecke würde sich nach Ansicht des ADFC-Kreisverbandes positiv auf den Radtourismus auswirken.

Der Fahrradclub ADFC befürwortet die derzeit diskutierte Bahnstrecken-Reaktivierung mit Wiederaufnahme des Personenverkehrs im Werratal.

Philippsthal/Heringen - Die derzeit diskutierte Wiederaufnahme des Personenzugverkehrs auf der Bahnstrecke durchs Werratal würde sich nach Ansicht des Kreisverbands Hersfeld-Rotenburg/Schwalm-Eder des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) auch positiv auf den Radverkehr und -tourismus in der Region auswirken.

Eine durchgängige Zugverbindung von Gerstungen über Heringen, Philippsthal und Vacha nach Bad Salzungen sowie den dafür nötigen Lückenschluss zwischen Philippsthal und Vacha befürworte die regionale Interessensvertretung der Radfahrer deshalb ausdrücklich, betont der ADFC-Ansprechpartner für den Ostteil des Landkreises sowie Beisitzer im Kreisverband, Hans-Heinrich Hartmann. Er verweist dabei insbesondere auf das Projekt Werratal-Radarena, mit dem die Attraktivität des hessisch-thüringischen Grenzgebiets für Radtouristen weiter gesteigert werden soll.

Mit finanzieller Unterstützung aus dem Werra-Ulster-Weser Fonds des Bundes lassen die Stadt Heringen, die Gemeinde Philippsthal und der Wartburgkreis dazu derzeit ein Konzept für zehn Radrundtouren erstellen, die sich nach dem Baukastenprinzip beliebig kombinieren lassen sollen. Grundlage ist das Prinzip des sogenannten Regio-Radelns, bei dem Gäste für mehrere Tage ein festes Quartier beziehen und von dort aus jeweils zu Tagestouren aufbrechen.

Das Gebiet der Rad-Arena erstreckt sich von Gerstungen im Norden über Marksuhl bis Bad Salzungen im Osten. Dermbach und Rasdorf bilden die südlichsten sowie Schenklengsfeld und Friedewald die westlichsten Punkte. „Die Bahnstrecke durchs Werratal führt mitten durch das Gebiet der Radarena und wäre damit eine sinnvolle Ergänzung des Konzepts“, verdeutlicht Hans-Heinrich Hartmann. Eine entsprechende Zugverbindung würde bereits die Anreise der Radtouristen zu ihren Quartieren mit öffentlichen Verkehrsmitteln erleichtern.

Führt mitten durch die Radarena: Die Übersichtsgrafik zeigt die Bahnstrecke von Gerstungen nach Bad Salzungen sowie die geplanten Fahrrad-Rundkurse.

Aber auch unterwegs auf den Rundkursen könnten Bahn und Rad kombiniert und Teilstrecken per Zug zurückgelegt werden. Das vergrößere etwa für weniger trainierte Radler den Tourenradius. Auch Fahrradfahrer, die unterwegs von einem Gewitterschauer überrascht werden, könnten so den Rückweg spontan per Zug antreten, nennt der ADFC-Vertreter ein weiteres Praxisbeispiel.

Doch nicht nur für Touristen, auch im Alltag der Einheimischen wäre die Wiederaufnahme des Schienen-Personenverkehrs nach Ansicht von Hans-Heinrich Hartmann ein Gewinn. Denn das würde neue Möglichkeiten eröffnen, um beispielsweise auf dem Arbeitsweg Rad und Zug zu kombinieren. Aus Radfahrer-Sicht sei der entscheidende Vorteil im Vergleich zum derzeitigen Busverkehr, dass ein Zug wesentlich höhere Kapazitäten für die Mitnahme von Fahrrädern habe. In einem normalen Linienbus werde es bereits beim zweiten Fahrrad eng, unterstreicht der ADFC-Beisitzer. Insbesondere Radtouristen seien meist in kleinen Gruppen unterwegs, sodass selbst die mit speziellen Fahrradträgern ausgestatteten Busse mitunter schnell an ihre Grenzen kämen.

Zudem sei beim Zug, entsprechend ausgebaute Bahnsteige vorausgesetzt, auch das Ein- und Aussteigen mit Fahrrad und Gepäck deutlich einfacher als beim Bus, argumentiert Hartmann. (Jan-Christoph Eisenberg)

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