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Marode Brücke bremst Transporte

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Koloss mit 6,80 Metern Durchmesser: Mitglieder der FWG vor einem der Wärmetauscher für die KKF-Anlage in der Werkshalle der Firma Messer. Foto: nh
Koloss mit 6,80 Metern Durchmesser: Mitglieder der FWG vor einem der Wärmetauscher für die KKF-Anlage in der Werkshalle der Firma Messer. © nh

Lengers/Philippsthal. Die marode Werrabrücke zwischen den Philippsthaler Ortsteilen Harnrode und Heimboldshausen sorgt für Schwierigkeiten beim Transport von Großkomponenten für die KKF-Aufbereitungsanlage auf dem Weg von der Lengerser Firma Messer zum K+S Werk Werra Standort Hattorf.

Das erfuhren Vertreter der Freien Wähler der Gemeinde Philippsthal und des Kreises bei einem Werksbesuch. Die Firma Ebner aus Eiterfeld wurde als Generalunternehmer beauftragt, die KKF-Anlage zu planen und zu bauen. Diese wiederum hat die Fertigung einiger besonders großer Behälter für die Anlage bei der Firma Messer Industriemontagen & Apparatebau im Heringer Stadtteil Lengers in Auftrag gegeben. Drei der vier Verdampfungsbehälter, die zu dem 180-Millionen-Gesamt-Volumen der KKF-Anlage dazugehören, haben einen Innendurchmesser von 6,80 Metern (HZ berichtete).

Die Firma Messer ist prädestiniert durch ihre Werkstattgröße und hat auch die Erfahrung, mit solchen Übergrößen umzugehen. Für die interne Bewegung und Bearbeitung dieser Behälter wurden extra eine Hubarbeitsbühne sowie vier zusätzliche Behälterdrehvorrichtungen mit 100 Tonnen Traglast angeschafft. Diese Behälter werden sehr aufwendig im inneren bearbeitet – kein Grat, keine Kante und keine Nahtüberhöhung darf den späteren Fluss beeinträchtigen. Eine mehrere Millimeter dicke Gummierung wird von innen aufgebracht. Für dieses Verfahren ist eine Spezialfirma beauftragt – genauso wie für die Überwachungen (beispielsweise das Röntgen) der hochpräzisen Schweißnähte. Der Transport dieser Behälter zeigt sich ebenfalls sehr aufwendig. Da diese Behälter unter keiner Brücke durchpassen, ist die Fa. Messer, durch ihre Lage, bestens für solche Aufträge geeignet. Eine der Schwierigkeiten auf dem Weg zum K+S ist allerdings die nur noch begrenzt tragfähige Werrabrücke. Für diese Brücke liegen laut Mitteilung der FWG seit 15 Jahren Anträge für eine Sanierung beziehungsweise Ausbau und Vergrößerung bei Hessen Mobil vor.

FWG Kreistagsabgeordneter Klaus-Dieter Erbe hat noch einmal mit Nachdruck bei der zuständigen Behörde gefordert, dieses Projekt in den nächsten Monaten in Angriff zu nehmen. Ein ordentlicherer Ausbau dieser Brücke würde nach Ansicht der FWG nicht nur der Firma Messer zu Gute kommen, die einen Großteil ihrer Aufträge über K+S bekommt und in diesem Jahr 70 jähriges Bestehen feiert. In den Nächten ab dem 7. Februar sind die Transporte der Verdampfer nach Hattorf geplant. Für den 17. November ist die erste Wasserfahrt der neuen KKF-Anlage geplant. Ab 2018 soll sich die Inbetriebnahme der neuen Aufbereitungsanlage positiv auf die Entsorgungssituation bei K+S auswirken. (red/jce)

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