Urgestein des Heimboldshäuser Karnevals

Margit Fischer: Als Tusnelda in der Bütt

In Aktion: Mit ihren Play-back-Auftritten – hier als Udo-Lindenberg-Double begeistert Margit Fischer das Publikum beim Heimboldshäuser Karneval. Archivfoto: Roda

Heimboldshausen. Margit Fischer ist ein Urgestein des Heimboldshäuser Karnevals und steht in ihrer Paraderolle als Tusnelda Knorzig auf der Bühne. 

„Ich nehme mir eigentlich jedes Jahr vor, dass es der letzte Auftritt war“, erzählt Margit Fischer lachend und ergänzt: „Aber dann bin ich doch wieder mit dabei“. Auch heute wird die 69-Jährige wieder zum Karneval des VfL Heimboldshausen in ihrer Paraderolle als Tusnelda Knorzig auf der Bühne des neuen Dorfgemeinschaftshauses stehen. Margit Fischer ist so etwas wie das Urgestein des Heimboldshäuser Karnevals. Nicht von Anfang an dabei, „aber mit Unterbrechungen etwa 33 bis 35 Jahre“, erklärt sie.

Erinnerungen: Margit Fischer ist auf der Karnevalsbühne bereits in zahlreiche Rollen geschlüpft. Foto: Eisenberg

Die närrischen Gene habe sie wohl von ihrer Oma geerbt. „Die hatte auch Hummeln im Hintern“, erzählt die gelernte Verkäuferin schmunzelnd. Noch dazu ist Margit Fischer in Großenbach bei Hünfeld und damit in einer echten Karnevalshochburg aufgewachsen. Entsprechend ernüchtert sei sie nach dem Umzug ins Werratal gewesen. „Was Karneval betrifft, war hier ja eine tote Ecke“. Um so mehr freute sich die quirlige Frau, als sich auch in Heimboldshausen ein närrisches Treiben entwickelte. Anfangs stand Margit Fischer mit den Tanzgruppen des VfL auf der Bühne. Später wagte sie den Schritt in die Bütt und erfand die schrill kostümierte Bühnenfigur Tusnelda Knorzig. Die Texte für die Auftritte in ihrer Paraderolle stammen nicht komplett aus eigener Feder. „Ich suche mir eine Vorlage zu einem bestimmten Thema und passe sie auf meinen Schnabel an“, erklärt die 69-Jährige. Für den Fall, dass sich mal kein passender Gesprächsstoff für Tusnelda Knorzig findet, hat Margit Fischer den schönen Theodor erschaffen: „Dann berichte ich eben aus der Sicht von Tusneldas Ehemann.“

Play-back-Auftritte

Kreativität beweist die Rentnerin auch bei ihren Play-back-Auftritten, die zu den Stimmungshöhepunkten beim Heimboldshäuser Karneval gehören: Tina Turner, Udo Lindenberg, Michael Jackson, Peter Maffay oder Gitte Haenning – in unzählige Rollen ist die Heimboldshäuserin bereits geschlüpft. „Über die Jahre ist schon einiges an Kostümen zusammengekommen“, berichtet Margit Fischer, während sie in einem Ordner voller Zeitungsausschnitte und Fotos von ihren Auftritte blättert. Doch nicht nur auf der Bühne sei sie aktiv gewesen, sondern auch hinter den Kulissen: „Anfangs habe ich die ganze Truppe noch geschminkt. Das war ganz schön stressig. Inzwischen machen das die Mädels selbst“.

Ihre Paraderolle: Margit Fischer als Tusnelda Knorzig. Archivfoto: Roda

Ihr Mann könne mit dem närrischen Treiben überhaupt nichts anfangen, erzählt die Heimboldshäuserin lachend. Dafür seien mittlerweile die beiden Enkelinnen in den Kindertanzgruppen des VfL aktiv. Ob sie die närrischen Gene der Oma geerbt haben? „Mal sehen, ob es sie auch mal packt“, meint Margit Fischer.

Kommentare