Für Fische geht’s bald bergauf

K+S lässt in der Ulster bei Unterbreizbach für 500 000 Euro eine Aufstiegshilfe bauen

Fünf Personen (von links: Matthias Jacob (Leiter Produktion und Technik über Tage am K+S-Standort Unterbreizbach), Claudia Kalla (K+S-Projektleiterin), Unterbreizbachs Bürgermeister Roland Ernst, Tobias Poppe (K+S-Seniorprojektmanager Bautechnik), Matthias Lückert (Leiter Energie und Technik im Werk Werra) und  Torsten Täubert (Firma RK Landschaftsbau)) stehen auf einer Baustelle  neben einem Bagger..
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K+S errichtet für eine halbe Million Euro eine Fischtreppe in der Ulster bei Unterbreizbach als Ausgleichsprojekt. Von links: Matthias Jacob (Leiter Produktion und Technik über Tage am K+S-Standort Unterbreizbach), Claudia Kalla (K+S-Projektleiterin), Unterbreizbachs Bürgermeister Roland Ernst, Tobias Poppe (K+S-Seniorprojektmanager Bautechnik), Matthias Lückert (Leiter Energie und Technik im Werk Werra), Torsten Täubert (Firma RK Landschaftsbau).

Der Düngemittelhersteller K+S baut in der Ulster am Ortsrand von Unterbreizbach für rund eine halbe Million Euro bis Oktober ein Stauwehr in eine Aufstiegshilfe für Fische um.

Der Umbau des Wehres macht den Werra-Zufluss bei Unterbreizbach durchgängig und lässt Fische wieder „wandern“ – ganz im Sinne der europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Gleichzeitig wird damit eine Maßnahme aus dem Thüringer Landesprogramm für den Gewässerschutz erfüllt.

Errichtet werden durch die Firma RK Landschaftsbau aus Dittersdorf in der Ulster neun Querriegel aus Steinen. Jeder Riegel hat einen Schlitz, den Fische und Kleinstlebewesen passieren können.

Zwischen den Reihen entstehen acht kleine Becken, die den Wassertieren als Ruhezone auf ihrer Wanderung dienen. Gleichzeitig verbessert sich auch die Fähigkeit des Flusses, kleine Steine und andere Sedimente zu transportieren. Für das etwa 80 Meter lange sogenannte Raugerinne wird ausschließlich ortstypisches Material verwendet.

Durch die einzelnen Becken wird die Anstauhöhe im Gewässer langsam abgebaut. Daher ist die Anlage nach Fertigstellung im FFH-Gebiet der Ulster besonders für schwimmschwache Organismen wie Groppe und Bachneunauge von Bedeutung. So richtet sich beispielsweise die Öffnungsbreite der einzelnen Riegel nach den jeweiligen Fischarten

„Wir freuen uns, dass in Unterbreizbach die Ulster mit der neuen Anlage wieder ein Stück naturnaher ist. Die Fische können schon bald wieder flussaufwärts von Hessen nach Hessen durch Thüringen schwimmen – von Philippsthal bis Tann“, scherzte Unterbreizbachs Bürgermeister Roland Ernst. Bereits 2013 hatte K+S im Bereich der Brücke Schwupp zwischen Philippsthal und Unterbreizbach für 175 000 Euro eine „Fischtreppe“ bauen lassen.

Ernst betont, dass sich mit dem aktuellen Vorhaben auch das Ortsbild verbessert, weil das Stauwehr an dem viel genutzten Ulstertalradweg Richtung Pferdsdorf und an dem beliebten Rastplatz der ehemaligen Räsaer Ulstermühle liegt.

Aus Gründen des Fischschutzes steht für die Arbeiten im Gewässer nur ein Zeitfenster von Juli bis Oktober zur Verfügung. Bauvorbereitend wurden bereits der Gehölzrückschnitt und Fällarbeiten in der vogelschonenden Zeit zwischen Oktober des vergangenen Jahres und Februar ausgeführt. „Um diesen straffen Zeitplan einzuhalten und die Baumaßnahme im Sommer zu ermöglichen, bedanken wir uns für die Unterstützung und zügige Bearbeitung durch die Behörden“ bekräftigt Projektleiterin Claudia Kalla.

Das noch bestehende alte Betonwehr wird bei den Bauarbeiten entfernt. Erhalten bleibt dann aber der Aufstau für die Wasserentnahme, über den der gesamte Betrieb von K+S am Standort Unterbreizbach mit Wasser versorgt wird. (Mario Reymond)

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