Hochkarätige Rockmusik

Kulturwecker Philippsthal füllte mit Konzert der Kultband Karat die Kreuzberghalle

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Gelernt ist gelernt: Karat-Gitarrist Bernd Römer (links) und Christian Liebig am Bass in Aktion.

PHILIPPSTHAL. Oh glückliches Philippsthal. Karat war da. Über sieben (Werra)Brücken mussten die vielen hundert Musikfans aus nah und fern nicht gehen, um in die Kreuzberghalle zu gelangen.

Der Verein Kulturwecker hatte wieder ein gutes Händchen beim Engagement der Künstler bewiesen. Die Kultband rockte die Halle mit alten und neuen Hits. Ein hochkarätiges Erlebnis mit einem Edelstein der Rockmusik. Über 40 Jahre musizieren Karat bereits – früher nur im Osten, heute in allen Himmelsrichtungen.

„Hilde Günther aus Vacha wird bald 90 und ist wohl der älteste Karat-Fan. Gleich nach Bekanntwerden des Konzerttermins kaufte sie die erste Eintrittskarte“, erzählte Kulturwecker-Vorsitzender Hartmut Sell.

Ausdrucksstark

Leadsänger Claudius Dreilich freute sich, in Philippsthal zu sein. „In Merkers waren wir auch schon, aber da unten war es etwas dunkel“, lächelte er und legte mit seiner ausdrucksstarken Singstimme los. Auch Mimik und Gestik sind grandios. Überhaupt, jeder der Karatler scheint mit unendlicher Hingabe sein Instrument zu lieben. „Wenn ein Schwan singt, schweigen die Tiere“, ist eine wunderschöne Ballade.

Der Funke springt über: Das Publikum in der Kreuzberghalle klatschte und sang ausgiebig mit. Besonders bei „Über sieben Brücken musst du gehen“.

Karat ist eine Institution im gesamtdeutschen Rock. In der ehemaligen DDR waren sie neben Gruppen wie City, Silly oder den Puhdys die Speerspitze der Rockmusik im real existierenden Sozialismus. In den alten Bundesländern wurde Karat auch durch Peter Maffays Coverversion ihres größten Hits „Über sieben Brücken“ bekannt. In Philippsthal stellt Claudius Dreilich freundlich aber bestimmt klar: „In aller Bescheidenheit, das Original ist von uns!“

Die Liste der im Laufe der Jahre wechselnden Bandmitglieder ist lang. Leadsänger ist seit 2005 Claudius Dreilich, der Sohn des 2004 verstorbenen Gründungs-Gitarristen und -Sängers Herbert Dreilich. Bernd Römer spielt seit 1976 Gitarre. Michael Schwandt (Schlagzeug, seit 1976), Christian Liebig (Bass-Gitarre, seit 1986) und Martin Becker (Tasteninstrument, seit 1992) vervollkommnen das aktuelle Quintett. Karat-Gründungsmitglied war auch Ulrich „Ed“ Swillms (Tasteninstrument), der als genialer Komponist von Karat gilt. 1986 verließ er die Band, um zu privatisieren. „Heute ist er unser Alters- und Ehrenpräsident“, lächelt Bassist Christian Liebig.

Das begeisterte Publikum geriet ins Schwärmen. Mitsingen war angesagt. Kein Wunder, bei unvergessenen Hits wie „Über sieben Brücken“, „Albatros“, „Hab’ den Mond mit der Hand berührt“, „Wir lieben diese Stunde“, „Schwanenkönig“ oder „Der blaue Planet“.

Grandiose Unterhaltung

Der Kulturwecker bot den Zuhörern mit Karat einen Abend grandioser Musikunterhaltung. Mit bester Stimmung im Auditorium. Am Ende verbeugte Karat sich dankbar vor dem Publikum. „Ohne Euch würde es uns nicht schon über 40 Jahre geben.“ Dann verteilte Kulturwecker-Vorsitzender Hartmut Sell die obligatorische Stracke. So gestärkt gingen die Musiker noch zur Autogrammstunde ins Foyer. Am 19. Oktober erscheint übrigens das neue Karat-Album. Natürlich heißt es „1000 Karat“.

Karat in der Kreuzberghalle Philippsthal

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