Projekt ist Teil der Initiative „Königskinder“

Kreuzberg-Schüler erkunden Orgel in Philippsthaler Schlosskirche

+
Klangerlebnis: Kantorin Barbara Matthes erläutert den Viertklässlern der Philippsthaler Kreuzbergschule, wie der Ton in der Orgelpfeife entsteht.

Die Orgel in der evangelischen Schlosskirche in Philippsthal lernen derzeit Mädchen und Jungen der Kreuzbergschule kennen. Betreut werden sie von Kantorin Barbara Matthes.

Wie viele Pfeifen hat die Orgel? Aus welchen Materialien sind sie gefertigt? Und wie entstehen eigentlich die Töne?

Diesen und anderen Fragen gehen die Mädchen und Jungen der Kreuzbergschule derzeit in der evangelischen Schlosskirche in Philippsthal nach. Über einen Zeitraum von zwei Wochen erkunden die Grundschüler gemeinsam mit Kantorin Barbara Matthes klassenweise die Barrockorgel des Gotteshauses, deren Ursprünge bis ins Jahr 1779 zurückreichen. Das Schulprojekt ist Teil der Initiative „Königskinder“ der Waldkircher Orgelstiftung.

„Es geht darum, die Kinder für die Orgel zu begeistern und das Instrument sichtbar, hörbar und erlebbar zu machen“, erklärt Kantorin Barbara Matthes. Dafür hat das Projekt Königskinder der Schule einen Orgelkoffer mit verschiedenen Arbeitsmaterialien zur Verfügung gestellt. So erfahren die Schüler nicht nur, dass die Schlosskirchen-Orgel 2500 Pfeifen hat, sondern dürfen originale Orgel-Baumaterialien wie Hölzer, Metalle und Leder auch anfassen und einer echten Orgelpfeife aus Holz durch Pusten erste Töne entlocken. 

Hinter den Kulissen: In Dreiergruppen erkunden die Kinder das Innenleben der Orgel.

Ganz schön ins Schwitzen kommen die Viertklässler, die an diesem Tag in die Schlosskirche gekommen sind, als sie selbst den Blasebalg treten dürfen, um das Instrument zum Erklingen zu bringen – nur gut, dass heute ein Elektromotor diese Aufgabe übernimmt. In Dreiergruppen geht es dann ins Innere des Instruments, das in seinen Abmaßen „so groß ist wie unser Haus“, wie einer der Schüler beeindruckt feststellt. Dass die Länge einer Orgelpfeife in der Alten Maßeinheit Fuß gemessen wird, probieren die Kinder danach ebenfalls aus und schreiten eine alte Pfeife der Schlosskirchenorgel ab. Dann dürfen die Jungen und Mädchen selbst am Spieltisch platznehmen, Manuale (Tastaturen) sowie Pedale betätigen und dem altehrwürdigen Instrument selbst Töne entlocken.

Das zuvor in der Schule einstudierte Lied „Die Gedanken sind frei“ erklingt an diesem Tag gleich mehrfach: Erst spielen die Schüler unter Anleitung der Kantorin die Begleittöne, zum Abschluss greift die Kirchenmusikerin noch mal selbst in die Tasten.

Anlass für das Projekt mit der Grundschule war für Barbara Matthes, dass der erste Bauabschnitt der umfangfreichen Sanierung der Orgel im Jahr 1999 – also vor genau 25 Jahren – abgeschlossen worden war. Auf das Projekt Königskinder war die Philippsthaler Kantorin bei einer beruflichen Fortbildungsveranstaltung aufmerksam geworden. (jce)

Kommentare