Philippsthal und Vacha hatten eingeladen

Ein Fest für die Freiheit: 30 Jahre Grenzöffnung 

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Auf der Brücke der Einheit: Die Bürgermeister Ralf Orth und Martin Müller bei der Grenzöffnungsfeier.

30 Jahre Grenzöffnung: Ein Grund für die Gemeinden Philippsthal und Vacha zu feiern. Natürlich an der Brücke der Einheit.

Dieses Datum lässt niemanden los, der einmal an der Grenze der freien Welt gelebt hat. Im November 1989 fielen erst die Berliner Mauer und dann der Eiserne Vorhang. 30 Jahre ist das jetzt her – und immer noch ein Grund zum Feiern.

In der Woche des früheren Tags der Deutschen Einheit, hatten die beiden Grenzgemeinden Philippsthal und Vacha an die Brücke der Einheit eingeladen, um genau auf der einstigen Grenze den Reigen der Feiern zur Grenzöffnung zu beginnen. Einige hundert Menschen von hüben und drüben, früher Welten voneinander getrennt, jetzt seit Jahrzehnten Nachbarn, waren der Einladung der Bürgermeister Ralf Orth und Martin Müller gefolgt.

Umrahmt wurde die Feier von einem Konzert des knapp 30-köpfigen Polizeimusikkorps aus Erfurt und Musik der Stefan-Vox-Band. Passend zum historischen Datum begannen viele Gespräche mit: „Weißt Du noch, damals ...“ Es waren unvergessliche Tage und Nächte, damals im November ‘89. Vom „Wunder der friedlichen Revolution“ und den „glücklichsten Tagen der Geschichte“, sprach deshalb Vachas Bürgermeister Müller.

Auf der Brücke der Einheit: Die Bürgermeister Ralf Orth und Martin Müller bei der Grenzöffnungsfeier.

Ralf Ort, der selbst in Alsfeld geboren ist, bekannte, dass ihm „der wahre Wert der Freiheit erst hier, in Philippsthal, an der einstigen Grenze, bewusst geworden ist.“ In einer kämpferischen Rede erinnerte er auch an den ermordeten Regierungspräsidenten Walter Lübcke und rief dazu auf, dass heute wieder unserer Grundwerte verteidigt werden müssen – „denn auch vom Schweigen geht eine Haltung aus“.

Danach verlasen die beiden Bürgermeister Grußworte der Ministerpräsidenten von Hessen und Thüringen. In Vertretung des Landrats mahnte die Kreisbeigeordnete Anja Zilch, die Erinnerung an die Vergangenheit wach zu halten, „nur so können wir uns vor den Fehlern der Vergangenheit bewahren“.

Danach überreichten Orth und Müller, in deren Gemeinden vor fünf Jahren die offiziellen Feiern zum 25. Jahrestags des Mauerfalls stattgefunden hatten, Ampelmännchen als „symbolischen Staffelstab an ihre Bürgermeisterkollegen Wilhelm Gebhard (Wanfried), Thomas Mäurer (Weißenborn), Michael Rein (Treffurt), Martin Kozber (Geismar) und Andreas Hennig (Südeichsfeld).

Die zentrale Gedenkfeier beider Bundesländer zum 30. Jahrestag der Grenzöffnung findet im November zwischen Großburschla (Thüringen) und Großburschla Bahnhof (Hessen) statt, und alle fünf Grenzgemeinden beteiligen sich an der Ausrichtung. (kai)

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