Die Mehrheit stimmt zu

Grünes Licht für Windpark bei Philippsthal

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So könnte es aussehen: Die Visualisierung zeigt den Blick vom Philippsthaler Krähenweg auf die beiden geplanten Windräder. In der Bildmitte das Philippsthaler Schloss.

Harnrode – Bei sieben Gegenstimmen hat die Philippsthaler Gemeindevertretung am Montag das gemeindliche Einvernehmen für den Bau das Windparks Philippsthal-Heringen erteilt.

Das Unternehmen Energiekontor aus Bremen hatte im Januar beim Regierungspräsidium Kassel den Bau von zwei Windrädern beantragt. Die Anlagen sollen oberhalb des bestehenden Windparks bei Lengers im Staatswald unmittelbar an der Landesgrenze zu Thüringen gebaut werden. Ein Windrad soll auf dem Gebiet der Stadt Heringen, das andere in der Gemarkung von Philippsthal stehen. Ursprünglich wollte der Investor dort drei Rotoren errichten. Wegen niedriger Ausschreibungsergebnisse zur Einspeise-Vergütung und Naturschutz-Auflagen wurden die Pläne jedoch überarbeitet. Die Zahl der Anlagen wurde dabei zwar auf zwei reduziert, mit einer Nabenhöhe von 164 Metern und einer Gesamthöhe zur Rotorspitze von 238,5 Metern sind die beiden Windräder vom Typ Nordex mit 4,5 Megawatt Leistung aber knapp 40 Meter höher (unsere Zeitung berichtete). Bereits vor der Abstimmung im Gemeindeparlament hatten die Sprecher der drei Fraktionen angekündigt, dass es zu diesem Thema in ihren Reihen unterschiedliche Ansichten gebe. Andreas Nennstiel (SPD) und Carsten Wiegand (CDU) sahen im Ausbau der Windenergie beispielsweise die logische und richtige Konsequenz des Atomausstiegs und der Bemühungen zum Klimaschutz. Ulrike Wenig (CDU) und Maik Nennstiel (FWG) monierten hingegen die mit dem Bau verbundene Beeinträchtigung des Landschafts- und Ortsbildes. Das letzte Wort zum Bau der beiden Anlagen hat ohnehin nicht die Gemeindevertretung, sondern das Regierungspräsidium Kassel als zuständige Genehmigungsbehörde.

In welchem Maße die Marktgemeinde finanziell profitieren wird, ist laut Bürgermeister Ralf Orth noch nicht absehbar. Vom Landesbetrieb Hessen Forst können die Kommunen 20 Prozent zwar der Pachteinnahmen beantragen. Deren Höhe richte sich allerdings nach den Ausschreibungsergebnissen zur Einspeisevergütung. Mit Gewerbesteuerzahlungen rechnet der Rathauschef in den ersten Jahren hingegen nicht.

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