Dirk-Lindemann-Bigband gastierte in Philippsthal

Große Udo-Jürgens-Hits opulent auf die Bühne gebracht

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Mit großer Band unterwegs: Dirk Lindemann gastierte mit den Hits von Udo Jürgens in der Kreuzberghalle. Fotos: Wilfried Apel

Philippsthal. Ein ganz besonderes Konzert erlebten die Besucher, als der Musiker Dirk Lindemann mit seiner Band und seinem Udo-Jürgens-Programm in Philippsthal gastierte.

Eine Bigband mit acht Instrumentalisten, einem Keyboarder, drei Background-Sängerinnen und einem kreativen Kopf, die den unvergessenen Udo Jürgens feiert. Ein Publikum, das bekannte und weniger bekannte Songs des großen Entertainers genießt und spätestens bei „Aber bitte mit Sahne“ total hin ist. Ein Finale in weißen Bademänteln.

All das dürfte es in der gut besuchten Kreuzberghalle, „in diesem ehrenwerten Haus“, noch nicht gegeben haben. Bandleader Dirk Lindemann und den Machern des Philippsthaler Kulturweckers, allen voran Hartmut Sell und Ralf Orth, sei Dank für einen gut zweieinhalb Stunden langen, tollen Abend, der mit einem opulent inszenierten Medley der bekanntesten Udo-Jürgens-Hits begann und der das Leben in all seinen Facetten erleben ließ. 

Mitsingen ausdrücklich erwünscht

Natürlich durfte das Publikum auch mitsingen, was besonders gut gelang, wenn Lindemann von Konzerten mit dem vor bald vier Jahren verstorbenen Weltstar erzählte, und wenn er es Anteil daran nehmen ließ, wie der eine oder andere Titel entstanden ist. Der Megahit „Griechischer Wein“ etwa, der ursprünglich „Sonja, wach auf“ heißen sollte.

Große Gefühle zauberte Lindemann mit seinen Sängerinnen auf die Bühne. Mit seiner Schwester Meike Emrich („Liebe ohne Leiden“), mit Jenny Wagner („Ich weiß, was ich will“), und mit der mit viel Empathie überzeugenden Yvonne Steinhausen („Gib niemals auf“). Man sah ihn fast vor sich, den großen Udo, wie er den Menschen Mut macht, wie er an sie appelliert, an sich selbst zu glauben und auf ihr Herz zu hören – auf das zu achten, „Was wirklich wichtig ist“: „Und das bist Du!“

Ein Platz an der Sonne

„Zeig mir den Platz an der Sonne“ heißt es nach der Pause, ehe es nach New York geht, und ehe alle mit Blick auf die in vielfaches Rot getauchte Bühne einstimmen in die immergrüne Hymne „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“. Irgendwie naheliegend, denn der überwiegende Teil des Publikums dürfte sich der zweiten Lebenshälfte zugehörig fühlen und sich gerne mitnehmen lassen, wenn die Band „Zehn-nach-elf“ Atmosphäre herbeizaubert, und wenn Lindemann singt: „Ich bin froh, dass es dich gibt!“

Kongenial mit dem großen Udo dann die Idee, Band und Background-Sängerinnen im großen Finale in weißen Bademänteln spielen und singen zu lassen. Nur der Maestro selbst bleibt, wie er ist. Zu Recht, denn ein bisschen wollte er ja wie Udo sein, und der dürfte, wenn er – wie Lindemann vermutete – vom Himmel herabgeschaut hat, einen – seinen – Bademantel angehabt haben.

Dirk Lindemann singt Udo Jürgens große Hits

Von Wilfried Apel

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