Eine Insel soll schwimmen lernen

Gewässerschutz: K+S, Thüringenforst und Naturschutzverbände arbeiten zusammen

+
Gemeinsam: Die „Kooperationsvereinbarung zur Verbesserung des ökologischen Zustandes von Gewässern und Naturraum“ haben Ingo Romoth (kaufmännischer Leiter des K+S Werkes Werra), Volker Gebhardt von Thüringenforst, Karsten Schmidt vom Thüringer Verband für Angeln und Naturschutz (VANT) und Martin Görner von der Thüringer Arbeitsgruppe Artenschutz (AAT) unterzeichnet.

Dönges – Vertreter von K+S und von Naturschutzverbänden haben am Mittwoch am Hautsee einen  „Kooperationsvereinbarung zur Verbesserung des Zustandes von Gewässern unterzeichnet.

Die Besonderheit dieses Erdfallsees ist die schwimmende Insel, die renaturiert werden soll. Dazu werden die großen Bäume gefällt und mittels Seilkran abtransportiert, um das Gewicht der kleinen Insel deutlich zu reduzieren. Dabei ist die Hoffnung, dass bei steigendem Wasserstand die Insel wieder schwimmt. Außerdem haben der starke Bewuchs und die Verschattung auf der Insel dazu geführt, dass seltene Arten zurückgedrängt und vom Aussterben bedroht sind.

Noch vor wenigen Jahren habe es im Hautsee eine große Population an Blutegeln gegeben, die von der Universität Halle/Saale zu medizinischen Zwecken eingesetzt wurde. Auch der Bestand an Karausche, Edelkrebsen und Rotfedern habe sich stark reduziert. Martin Görner von der Arbeitsgruppe Artenschutz hofft, dass sich diese Arten nun verstärkt entwickeln und der Hautsee wieder von Schwarzstörchen besucht wird, weil sie hier wie in der Vergangenheit genügend Nahrung finden.

Initiatoren für die Kooperation waren die Angler, auch wenn der Hautsee eigentlich kein Angelgewässer ist. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit K+S zur Gewässerqualität, die auch vor Gericht ausgefochten wurden, sei man zu der Überzeugung gelangt, dass Streit und Klagen nichts bringen und man nur gemeinsam für eine nachhaltige Entwicklung der Umwelt insbesondere in einem Bergbaurevier einstehen könne, betonte Karsten Schmidt vom Thüringer Verband für Angeln und Naturschutz. Die Notwendigkeit des Erhalts von Arbeitsplätzen auf der einen Seite und die nachhaltige Entwicklung der Gewässer und der Natur auf der anderen Seite - seien zwei Seiten einer Medaille und dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden.

Die Einheit von Ökologie und Ökonomie, insbesondere der Gewässerschutz, gehörten zu den zentralen Werten des Unternehmens K+S, versicherte K+S-Direktor Romoth. Die wirtschaftliche Entwicklung des Werkes Werra und der Schutz der Lebensgrundlagen im Werratal könne nur gemeinsam realisiert werden. Dafür biete die Kooperationsvereinbarung eine „tragfähige Basis“.

Auch für das Unternehmen K+S habe ein „lebenswertes Werratal“ höchste Priorität. Über diese Vereinbarung könnten nach der Renaturierung der Insel im Hautsee, weitere Projekt für den Gewässerschutz verwirklicht werden. K+S engagiere sich bereits für den Schutz der Gewässer und der Natur, beispielsweise in Gerstungen oder in Unterbreizbach, so der kaufmännische Direktor.

Wissenschaftlich begleitet wird die Renaturierung der schwimmenden Insel im Hautsee von Dönges, der als Erdfallsee ein Flächennaturdenkmal ist und in einem geschützten FFH-Gebiet liegt, durch die Thüringer Arbeitsgruppe Artenschutz in enger Zusammenarbeit mit dem Umweltamt des Wartburgkreises.

Eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Insel wieder schwimmen lernt, ist der Wasserstand im Hautsee, der als natürlicher Erdfallsee nur durch Niederschläge gespeist wird. Die Trockenheit in den letzten Jahren habe dazu geführt, dass der Wasserstand rapide gesunken sei. Görner kann sich ein Nachfolgeprojekt vorstellen, um den Wasserzufluss zum Erdfallgewässer Hautsee zu verbessern. Von Ute Weilbach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare