Tagung in Kassel

Entscheidung gefallen: K+S-Pipeline muss nicht gebaut werden

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Über das umstrittene K+S-Projekt, eine Pipeline über Habichtswald und Zierenberg bis zur Oberweser zu bauen, ist eine Entscheidung gefallen.

Eine Entscheidung über das K+S-Projekt für die Ableitung der Salzabwässer über Habichtswald und Zierenberg ist gefallen. Eine Pipeline muss nicht gebaut werden.

Das teilte Landesumweltministerin Priska Hinz (Grüne) nach der Ministerkonferenz der Flussgebietsgemeinschaft Weser in Kassel mit. 

"Nach intensiver Prüfung aller Möglichkeiten ist klar, dass wir auf den Bau einer Leitung an die Oberweser verzichten können", sagte Hessens Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) als Vorsitzende der FGG in Kassel. Man könne den Bau einer Fernleitung ausschließen, weil auch K+S das nicht wolle.

Die Produktion des MDax-Konzerns im hessisch-thüringischen Kalirevier hängt von der Entsorgung von Salzrückständen ab. Bisher geschieht dies vor allem durch die Einleitung in die Werra. Die wiederum mündet in die Weser. Wenn die Werra zu wenig Wasser führt, muss K+S seine Produktion stoppen. Mit einer Fernleitung hätte der Konzern die Salzabwässer direkt in die Weser leiten können. Umweltschützer und Kommunen waren gegen das 240-Millionen-Euro-Projekt Sturm gelaufen.

Einstapelung bevorzugt

Auch K+S bevorzugt mittlerweile andere Entsorgungswege wie die Einstapelung von Abwässern in stillgelegte Kaligruben und wird nach dem Willen der Weserländer ab Ende 2021 weniger in die Werra einleiten dürfen. 

Als einziges Bundesland der FGG hatte Thüringen im Vorfeld gefordert, an der Oberweserfernleitung als Option festzuhalten. Die Vereinbarungen mit K+S seien nicht verbindlich genug. Dem Treffen der Flussgebietsgemeinschaft war Thüringen dann ferngeblieben. Mitglied in der FGG sind Hessen, Niedersachsen, Bayern, Bremen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen.

K+S legt Zahlen vor

Der Aufwärtstrend beim Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller K+S setzt sich dank höherer Verkaufszahlen und steigender Kalipreise fort. Umsatz und Gewinn des Kalikonzerns legten zu, wie aus der am Donnerstag veröffentlichten Halbjahresbilanz hervorgeht.

Das vergangene Jahr war für den im MDax notierten Konzern überwiegend enttäuschend verlaufen. Die Trockenheit kostete K+S 110 Millionen Euro. Weil das Unternehmen weniger Salzabwässer aus der Produktion in die Werra einleiten konnte, standen Werke im osthessisch-thüringischen Kalirevier still. Doch die Entsorgung hat K+S momentan im Griff und die Geschäfte laufen gut.

Im zweiten Quartal steigerte K+S den Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um acht Prozent auf 879 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (Ebitda) erhöhte sich überproportional um 24 Prozent auf 130 Millionen Euro. Unter dem Strich machte K+S 2,6 Millionen Euro Gewinn nach 9,4 Millionen Euro Verlust im Vorjahresquartal. (mit dpa)

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