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Nach Feuer in Philippsthal: Landwirt hat Hinweise auf Brandstiftung

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Von: Jan-Christoph Eisenberg

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Suche nach Glutnestern: Fast den ganzen Tag waren die Feuerwehr und Landwirt Rainer Rößner (auf dem Radlader) damit beschäftigt, die verkohlten Rundballen aufzuladen, auszubreiten und abzulöschen.
Suche nach Glutnestern: Fast den ganzen Tag waren die Feuerwehr und Landwirt Rainer Rößner (auf dem Radlader) damit beschäftigt, die verkohlten Rundballen aufzuladen, auszubreiten und abzulöschen. © Jan-Christoph Eisenberg

Nach einem Großbrand in Philippsthal, bei dem am Montag mehr als 500 Rundballen vernichtet wurden, gibt es offenbar konkrete Hinweise auf Brandstiftung.

Philippsthal – Auch einen Tag nach dem großen Feuer liegt auf dem Philippsthaler Preußenhof ein beißender Brandgeruch in der Luft.

Am Morgen haben die Feuerwehren aus der Marktgemeinde die Brandwachen aus Hohenroda sowie Schenklengsfeld abgelöst und wieder damit begonnen, die noch immer qualmenden und teils kohlschwarzen Überreste der gut 500 Heu- und Strohrundballen per Bagger auf den Anhänger eines Lohnunternehmens zu verladen und auf eine Wiese am Ufer der Ulster zu transportieren. Bis 16 Uhr sind die Männer und Frauen an diesem Tag mit Nachlösch- und Aufräumarbeiten beschäftigt, wie Gemeindebrandinspektor Carsten Wenig am frühen Abend mitteilt.

Einige Stunden früher, am späten Vormittag, sucht die Ortsteilwehr Gethsemane-Unterneurode mit der Wärmebildkamera nach weiteren Glutnestern und löscht das ausgebreitete Heu ab. Mit dem Hoflader schiebt Rainer Rößner die Reste der Ballen auseinander. Für den Philippsthaler Landwirt und seine Familie kam es am Tag zuvor knüppeldick: Erst gehen in der Nacht die mehr als 500 im Freien gelagerten Rundballen und damit fast der gesamte Futtervorrat des Pferdebetriebs in Flammen auf. In stundenlangem, kräftezehrenden Einsatz verhindert die Feuerwehr, dass der Brand auf die Ställe übergreift. Zu allem Überfluss flüchten am Nachmittag auch noch drei mutmaßliche Diebe in ein von der Familie vermietetes Haus und werden von der Polizei festgenommen.

Die Aufregung steckt dem Landwirt auch am Dienstag noch sichtlich in den Knochen. Dennoch sagt Rainer Rößner gefasst: „Es muss irgendwie weitergehen“.

Mit einem Bagger wurde das verkohlte Heu aufgeladen.
Mit einem Bagger wurde das © Jan-Christoph Eisenberg

Genügend Heu in der für den zertifizierten Biobetrieb benötigten Qualität, um die knapp 30 auf dem Preußenhof eingestellten Pferde und Ponys zu versorgen, werde er wohl auftreiben können. Nachdem Ende Juni bereits eine zum Betrieb gehörende Feldscheune niedergebrannt war, fehle bislang noch ein sicherer Lagerplatz. Zweifelsfrei geklärt wurde die Ursache nicht, der Landwirt vermutet, dass damals schon ein Feuerteufel seine Finger im Spiel hatte. Nun gebe es dafür konkrete Hinweise: Eine am Heustapel montierte Wildkamera habe kurz vor dem Brand verdächtige Personen mit einem E-Scooter aufgenommen. Rainer Rößner hofft, dass es der Polizei mithilfe dieser Bilder und Zeugenhinweisen schnell gelingt, den mutmaßlichen Täter zu ermitteln – denn das ungute Gefühl, dass wieder etwas passieren könnte, schwinge seit den Bränden mit.

Auch weitere Feuer, zu denen die Philippsthaler Feuerwehren in den vergangenen Monaten ausrücken mussten, sind offenbar ebenfalls vorsätzlich gelegt worden.

Zum Brand auf dem Preußenhof laufenden laut Polizeisprecherin Sandra Hanke aktuell die Ermittlungen, es würden Zeugen befragt und Videos aus der Brandnacht gesichtet. Brandstiftung könne als Ursache bislang zumindest nicht ausgeschlossen werden. (Jan-Christoph Eisenberg)

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