Gießener Projektentwickler Revikon hat Gelände erworben

Ehemaliges Werra-Plastic-Werk in Röhrigshof wird Gewerbepark

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Platz für bis zu zehn Firmen: Das Unternehmen Revikon hat das ehemalige Folienwerk in Röhrigshof erworben, um es als Gewerbepark zu vermarkten. Über die Pläne von Geschäftsführer Daniel Beitlich (Dritter von links) freuen sich auch Landrat Michael Koch, Bürgermeister Ralf Orth und sein Nachfolger Timo Heusner (Zweiter, Fünfter und Siebter von links) gemeinsam mit Vertretern von Kreis, Investor, Wirtschaftsförderung, Regionalmangement sowie der Philippsthaler Gemeindegremien.

Das mittelhessische Unternehmen Revikon hat das ehemalige Werksgelände des Folienherstellers Werra-Plastic in Röhrigshof erworben, um es als Gewerbepark zu vermarkten. 

Das mittelhessische Unternehmen Revikon hat das ehemalige Werksgelände des Folienherstellers Werra-Plastic in Röhrigshof erworben, um die 600 000 Quadratmeter große Liegenschaft und die darauf befindlichen Gebäude zu sanieren und als Gewerbepark für kleine und mittelständische Firmen zu vermarkten.

Das Röhrigshofer Kunststoffwerk war 1969 gegründet worden. Es stellte Landwirtschafts-, Teich-, und Baufolien her. In Spitzenzeiten waren dort bis zu 240 Mitarbeitern beschäftigt. Seit dem Jahr 2006 gehörte der Betrieb zur RKW-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Frankenthal, die im November 2015 das Aus für den Standort verkündete. Nach dem Ende der Produktion im Frühjahr 2016 waren Produktionshallen und Bürogebäude weitgehend ungenutzt. Der Wegfall des Folienproduzenten als großer Arbeitgeber habe die Marktgemeinde hart getroffen, erklärte Bürgermeister Ralf Orth. Umso mehr freue er sich, dass noch vor Ablauf seiner Amtszeit mit Revikon ein neuer Eigentümer für das Werksgelände in unmittelbarer Nachbarschaft des Düngemittelherstellers K+S und des Röhrigshofer Containerterminals K+S gefunden worden sei. Das Unternehmen mit Niederlassungen in Gießen und Lahnau bei Wetzlar hat sich auf die Sanierung und Vermarktung von Industriebrachen, ungenutzten Gewerbeimmobilien und Militärgeländen spezialisiert. Dabei arbeite Revikon eng mit einer Baufirma und einem Architekturbüro zusammen, erklärte Geschäftsführer Daniel Beitlich am Freitag bei einen Pressetermin in Röhrigshof.

Bei den bisherigen Projekten im Bereich Mittel- und Südhessen – darunter eine ehemalige US-Kaserne – habe sein Unternehmen insgesamt 600 000 Quadratmeter Gebäude- und 3,5 Millionen Quadratmeter Grundstücksfläche entwickelt. Der Revikon-Geschäftsführer geht davon aus, dass es etwa fünf Jahre dauern wird, um das Areal in Röhrigshof komplett wiederzubeleben. Büros und Hallen böten dabei Platz für etwa acht bis zehn Firmen. Von der breiten Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt, wird eine der Hallen bereits seit rund zwei Jahren von der Firma API-Oberflächentechnik genutzt. Laut Beitlich gibt es zudem bereits weitere Interessenten. Als ersten Schritt will der Projektentwickler jetzt die teils schadhaften Hallendächer abdichten lassen. Art und Umfang der darauffolgenden Sanierungs-, Abbruch-, Umbau- oder Erweiterungsarbeiten am Gebäudesubstanz würden dann individuell auf die Anforderungen der künftigen Nutzer abgestimmt. Zwar sei die Kaufsumme für das 600 000 Quadratmeter große Areal laut Beitlich „nicht besonders hoch“ gewesen, der Geschäftsführer geht jedoch – abhängig von Art und Umfang der Arbeiten – von „mehreren Millionen Euro“ Folgeinvestitionen aus. Künftigen Nutzern der einzelnen Bestandteile des Geländes stünden sowohl die Möglichkeit der Anmietung, als auch Kauf, Mietkauf oder eine spätere Kaufoption offen, betonte der Investor.

Landrat Dr. Michael Koch bezeichnete das Werksgelände als „Rohdiamanten, der geschliffen werden muss“. Bislang habe dafür das geeignete Werkzeug gefehlt. jce

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