Programm endet nach elf Jahren

Dorferneuerung in Gethsemane erfüllte viele Wünsche

Freuen sich über das Ergebnis der Dorferneuerung: (von links) Bürgermeister Ralf Orth, Bernd Schuldt (zweiter Vorsitzender Arbeitskreis) , Jörg Emmerich (Leiter Bauabteilung), Ortsvorsteherin Heike Henning, Reinhold Appel (Vorsitzender Arbeitskreis und Tobias Döll (Bauabteilung) auf dem neugestalteten Spielplatz. Im Hintergrund das Mehrzweckhaus mit Jugendraum, am linken Bildrand das nachgebaute Hugenottenhaus. Foto: Jan-Christoph Eisenberg

Die Dorferneuerung im Philippsthaler Ortsteil Gethsemane zieht nach elf Jahren eine positive Bilanz.

Am Anfang standen grüne Formulare. Die waren zum Auftakt der Dorferneuerung an alle Haushalte im Philippsthaler Ortsteil Gethsemane verteilt worden, um Erwartungen und Vorschläge der Bewohner für das Förderprogramm zu sammeln.

„Viele Wünsche wurden tatsächlich erfüllt“, stellt Tobias Döll von der Bauabteilung der Marktgemeinde Philippsthal beim Blick auf diese erste Ideensammlung fest. Rund elf Jahre nach dem Start endet die Dorferneuerung jetzt – und die Beteiligten ziehen ein positives Fazit. Dabei war „Gethsemich“ – so der umgangssprachliche Name des einstigen Hugenottendorfs – seinerzeit als eine Art Ersatzkandidat eingesprungen, nachdem sich im ursprünglich vorgesehenen Heimboldshausen ein eher geringes Interesse abgezeichnet hatte.

Beim Schopf gepackt

„Wir haben die Gelegenheit beim Schopf gepackt“, erinnert sich die heutige Ortsvorsteherin Heike Henning. Als einer der letzten Orte im Landkreis wurde Gethsamane in die „alte“ Dorferneuerung aufgenommen, die sich noch nicht auf die gesamte Gemeinde, sondern einzelne Ortsteile bezog. „Nach der Übergabe des Bewilligungsbescheides im November 2008 folgten über 100 Treffen – Bürgerversammlungen, Begehungen, Workshops, Versammlungen, Besichtigungen und Baubesprechungen“, erinnert sich Reinhold Appel, der Vorsitzende des im Jahr 2010 gegründeten Arbeitskreises Dorferneuerung. Das dabei entstandene Entwicklungskonzept haben stellten die „Gethsemicher“ unter das Motto „Hugenottendorf Gethsemane – Leben in einer starken Gemeinschaft. Die Projekte konzentrierten sich überwiegend auf die Ortsmitte, in der sich mit Dorfgemeinschaftshaus und evangelischer Kirche (beides Wand an Wand), Festplatz, Spielplatz und dem Hugenottenplatz gleich mehrere Gemeinschaftseinrichtungen an zentraler Stelle finden. Die benachbarte Gefrieranlage wurde abgerissen und durch ein neues Mehrzweckgebäude mit Jugendraum, Kühlraum und überdachter Terrasse ersetzt. Anhand der Geburtenstatistik war vorher nachgewiesen worden, dass die Zahl der Kinder und Jugendlichen in den folgenden acht Jahren nicht zurückgehen wird. Das Gebäude beherbergt auch öffentliche Toiletten für Radtouristen, die auf der Kuppenrhön-Rundtour Rast machen. Eine neue Eingangstür sowie neue Bänke auf dem Hugenottenplatz, Versorgungsschächte für Strom, Wasser und Abwasser auf dem Festplatz sowie eine neue Zufahrtsstraße mit zehn Parkplätzen hinter dem Dorfgemeinschaftshaus, die Umgestaltung des Spielplatzes, eine Hainbuchenhecke als Abgrenzung sowie 14 auf dem gesamten Areal gepflanzte Bäume zählen ebenfalls zur Bilanz. In Eigenleistung hat der Arbeitskreis Wetterschutzwände für den Pavillon am Hugenottenplatz gebaut, der Heimat- und Verschönerungsverein legte vor dem Hugenottenhaus einen Kräutergarten an und der Schützenverein gestaltete den Platz unter der Linde am Schützenhaus neu. Insgesamt 600 000 Euro wurden während der Umsetzung von 2011 bis 2019 investiert, davon 230 000 Euro Fördergeld. Nicht aus dem Fördertopf der Dorferneuerung finanziert wurde die Sanierung der Ortsdurchfahrt samt Umgestaltung der Bushaltestelle am Dorfgemeinschaftshaus, die jedoch zeitlich mit den übrigen Maßnahmen zusammenfiel.

Fest am Samstag

Mit einem Fest auf dem Hugenottenplatz soll der Abschluss der Dorferneuerung am kommenden Samstag, 10. August, gefeiert werden. Beginn ist um 13.30 Uhr. Nach dem offiziellen Teil gibt es Kaffee und Kuchen, Spezialitäten vom Grill und Getränke. Außerdem findet das Kinderfest des Schützenvereins statt.

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