Bürgermeisterwahl in Philippsthal: Für Timo Heusner ist die Gemeinde zur Heimat geworden

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Familienmensch: Seit fünf Jahren lebt SPD-Bürgermeisterkandidat Timo Heusner in Philippsthal. Unser Bild zeigt den 39-Jährigen mit Ehefrau Sandra und den beiden Söhnen auf dem Spielplatz im Schlosspark. 

Zeitgleich mit der Europawahl entscheiden die Philippsthaler am 26. Mai auch über ihren Bürgermeister. Es gibt drei Bewerber - diesmal stellen wir Timo Heusner (SPD) vor.

Timo Heusner bezeichnet sich selbst augenzwinkernd als „Auswärtig-Einheimischen“.

Seit fünf Jahren lebt der 39-Jährige in der Marktgemeinde Philippsthal. Als Kandidat der SPD tritt er dort nun zur Bürgermeisterwahl an. Heusners Ehefrau Sandra ist in der Werragemeinde aufgewachsen. „Ich musste ihr versprechen, dass wir hierherziehen“, erinnert er sich schmunzelnd. Bereut hat Timo Heusner diesen Schritt bislang nicht: „Philippsthal ist meine Heimat geworden“, betont er.

Aufgewachsen ist der Bürgermeisterkandidat im Schenklengsfelder Ortsteil Wüstfeld. Nach dem Realschulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Forstwirt. Zehn Jahre lang war Timo Heusner in diesem Beruf tätig – zunächst als Ausbilder in Weilburg, später beim Forstamt Bad Hersfeld. Dann habe das Land Hessen Stellen in der Forstwirtschaft abgebaut. Heusner musste sich beruflich neu orientieren. Er schulte zum Finanzwirt um und arbeitet seit dem Jahr 2008 als Finanzbeamter beim Finanzamt in Bad Hersfeld. Trotz seiner beruflichen Verwaltungserfahrung habe er nicht leichtfertig zugesagt, als die Kandidatur an ihn herangetragen worden sei, berichtet er: „Bürgermeister ist schließlich kein Ausbildungsberuf.“ Seine Frau stehe aber hinter ihm und gebe ihm den nötigen Rückhalt.

„Ich möchte etwas bewegen und bewirken“, beschreibt er seine Motivation. Als Bürgermeister wolle er die erfolgreiche Arbeit des Amtsinhabers Ralf Orth fortführen, kündigt Timo Heusner an. Parteiinteressen stünden für ihn auf kommunaler Ebene nicht an erster Stelle: Er strebe eine Zusammenarbeit mit allen Fraktionen an, auch viele Bürger hätten gute Ideen, die es aufzugreifen gelte.

Kommunalpolitisch ist Timo Heusner vergleichsweise kurz aktiv: Vor vier Jahren wurde er Mitglied der SPD und trat bei der jüngsten Kommunalwahl auf Gemeindeebene an, verpasste jedoch knapp den Einzug ins Gemeindeparlament. Dass er – anders als seine Mitbewerber – noch kein politisches Mandat in der Marktgemeinde innehatte, empfinde er nicht als Nachteil. Vielmehr könne er so im Falle eines Wahlsiegs unvoreingenommen an das Amt herangehen. „Ich habe mir ein eigenes Bild von der Gemeinde gemacht, die Sitzungen verfolgt und Gespräche in Schulen, Altenheimen, mit Gewerbetreibenden und im Haustürwahlkampf mit zahlreichen Einwohnern geführt“, unterstreicht der Finanzwirt.

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Ehrenamtlich engagiert

Schon immer habe er gerne mit Menschen zusammengearbeitet und sich ehrenamtlich engagiert: Als Kirmesvorstand in seinem Heimatort, später in der Gewerkschaft, im Personalrat sowie im Elternbeirat und Kuratorium des Kindergartens. „Bereits als Kind habe ich viel Sport gemacht. Über Handball und Tischtennis bin ich beim Fußball hängengeblieben“, erzählt der 39-Jährige, der nicht nur als Spieler, sondern auch als Jugend- und Erwachsenentrainer auf dem Fußballplatz aktiv war – zuletzt bei der SG Kleinensee/Widdershausen. Das Amt des Trainers hat Timo Heusner dort Anfang des Jahres aufgegeben, um neben Beruf und Kandidatur noch genügend Zeit für die Familie zu haben.

Mit Ehefrau Sandra sowie den sechs und drei Jahre alten Söhnen Philipp und Niklas sei er in seiner Freizeit häufig unterwegs. Die Familie lebt in einer Doppelhaushälfte am Südhang, zu der auch ein großer Garten mit zahlreichen alten Obstbäumen gehört. „Da spiegelt sich auch mein früherer Beruf wider“, sagt der Familienvater.

Von der Terrasse hinter dem Haus bietet sich ein weiter Blick hinüber zum Kaliberg und über die Häuser von Philippsthal – der Gemeinde, in der Timo Heusner als Auswärtiger längst heimisch geworden ist.

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Kurz gefragt

Mein Lebensmotto lautet: Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen“ (Aristoteles). Ich stelle mich gerne Herausforderungen und versuche dabei immer, das Beste aus einer Situation zu machen.

Mein Lieblingsplatz in Philippsthal ist: Es fällt mir schwer, mich da auf einen Platz in unserer schönen Marktgemeinde zu beschränken. Meine Familie und ich gehen gerne und oft am Waldrand, oberhalb unseres Zuhauses, spazieren. Dort hat man eine schöne Aussicht bis nach Heimboldshausen.

Wenn ich die Gemeinde in wenigen Worten beschreiben soll, dann sage ich, dass wir sechs schöne Ortsteile haben, die zusammen eine lebens- und liebenswerte Gemeinde bilden.

Meine erste Amtshandlung als Bürgermeister wäre: Ich würde den Mitbürgerinnen und Mitbürgern sowie meinen zukünftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr 2020 wünschen und Bürgersprechstunden in allen Ortsteilen einführen.

Sollte ich nicht Bürgermeister werden, dann bin ich um eine schöne Erfahrung reicher und dankbar für die letzten Monate, die ich mit den Menschen vor Ort erleben durfte.

Hintergrund: Timo Heusners politische Ziele

Timo Heusner möchte in allen Ortsteilen regelmäßige Sprechstunden einführen. Zur Unterstützung berufstätiger Eltern soll die Betreuung in den Kindertagesstätten langfristig gebührenfrei sein. Auch für das über die Unterrichtszeit hinausgehende Betreuungsangebot in der Schule möchte sich der 39-Jährige starkmachen. Damit ältere Mitbürger in der Gemeinde bleiben können, sollen zusätzliche Angebote für altersgerechtes Wohnen verwirklicht werden. Ferner will Heusner die örtlichen Vereine unterstützen sowie gute Ausstattung und Räumlichkeiten für Feuerwehr und DRK zur Verfügung stellen. Er setzt sich für den Erhalt der Kali-Industrie ein, will qualifizierte Arbeits- und Ausbildungsplätze im Mittelstand und in Kleinunternehmen schaffen und sich für die Sanierung der Ortsdurchfahrt Harnrode durch das Land einsetzen. Weitere Ziele des SPD-Kandidaten sind Ausbau und Erhalt der Einkaufsangebote, eine gute Anbindung an die Mittelzentren sowie die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung.

Zur Person

Timo Heusner

Timo Heusner (39) wurde in Bad Hersfeld geboren und ist im Schenklengsfelder Ortsteil Wüstfeld aufgewachsen. Nach dem Realschulabschluss absolvierte er eine Ausbildung zum Forstwirt und war anschließend – unterbrochen vom zehnmonatigen Wehrdienst in Schwarzenborn – bis zum Jahr 2006 in diesem Beruf tätig. In Fulda wurde Heusner anschließend zum Finanzwirt ausgebildet. Seit dem Jahr 2008 arbeitet er als Finanzbeamter in Bad Hersfeld. Der 39-Jährige ist Vorsitzender des Ortsvereins Bad Hersfeld der Deutschen Steuer-Gewerkschaft (DStG). Bis Anfang des Jahres trainierte er die Fußballer der SG Kleinensee/Widdershausen. Timo Heusner ist verheiratet und hat zwei Söhne. Die Familie lebt in Philippsthal.

Für den Chefsessel im Rathaus kandidieren neben Timo Heusner (SPD) auch Carsten Wiegand (CDU) und Anja Zilch (FWG), die wir bereits vorgestellt haben. 

 

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