Bürgermeisterwahl in Philippsthal: Carsten Wiegand will den Dornröschenschlaf der Gemeinde beenden

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Behält den Überblick: Die schönste Aussicht auf seinen Heimatort hat Carsten Wiegand von der Philippsthaler Bergstraße. Der Bürgermeister-Kandidat der CDU lebt mit seiner Familie am gegenüberliegenden Werraufer.

Zeitgleich mit der Europawahl entscheiden die Philippsthaler am 26. Mai auch über ihren Bürgermeister. Es gibt drei Bewerber - diesmal stellen wir Carsten Wiegand (CDU) vor.

Als Bankbetriebswirt und Firmenkundenberater ist Carsten Wiegand beruflich in der Welt der Finanzen zuhause.

Privat ist Philippsthal seine Heimat: „Ich hatte nie den Drang, hier wegzugehen“, gesteht der 34-Jährige. Mit seiner Frau Anja, Tochter Alina (11) und Sohn Philipp (6) lebt der Bürgermeisterkandidat der CDU direkt an der viel befahrenen Ortsdurchfahrt der B 62 im Kernort von Philippsthal.

In der Werragemeinde ist Wiegand auch aufgewachsen. Seine Vorfahren betrieben hier einst eine Baufirma. Dass seine Kandidatur vom Ende des Unternehmens vor 22 Jahren überschattet werden könnte, fürchtet der Bankbetriebswirt nicht: „Ich war ja damals auch erst zwölf Jahre alt“, verdeutlicht er.

Seit seiner Jugend engagiert sich der 34-Jährige ehrenamtlich in seiner Heimatgemeinde: Im Vorstand der Kirmesburschen, später im Elternbeirat der Kindertagesstätte. Bereits von Kindesbeinen an ist Carsten Wiegand im örtlichen Tennisverein aktiv. Als Sportwart ist der dort gewissermaßen „Mädchen für alles“: Mitglieder- und Beitragsverwaltung sowie Spielberichte gehören ebenso zu seinen Aufgaben wie die Koordination von Turnieren und des Mannschaftsspielbetriebs. Auch bei der Pflege der Tennisanlage oder beim Getränkeausschank im Vereinsheim packt der Bankbetriebswirt mit an. „Wenn ich etwas mache, dann richtig“, betont er.

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Über das Ehrenamt zur Kommunalpolitik

Über sein ehrenamtliches Engagement sei er schließlich auch zur Kommunalpolitik gekommen, erzählt Carsten Wiegand. Zur Kommunalwahl im Jahr 2006 kandidierte er erstmals auf der Liste der Philippsthaler CDU und rückte 2010 ins Gemeindeparlament nach, dem er seither mit kurzer Unterbrechung angehört. „In einer Gemeinde wie unserer kann man als Kommunalpolitiker noch etwas bewegen“, ist Carsten Wiegand überzeugt.

In Folge der jüngsten Gewerbesteuereinbrüche durch die Krise bei K+S arbeitete der Familienvater in einer fraktionsübergreifenden Arbeitsgruppe zur Haushaltskonsolidierung mit. „Wir haben uns jeden einzelnen Haushaltsposten vorgenommen“, erinnert er sich. Sein Beruf als Bankbetriebswirt sei ihm bei dieser Aufgabe natürlich zugutegekommen – vor allem habe er dadurch aber Einblick in die vielfältigen Aufgaben eines Bürgermeisters erhalten.

Dass Rathauschef ein Vollzeitjob ist, sei ihm durchaus bewusst. Seine Familie stehe aber hinter der Kandidatur, insbesondere seine Ehefrau Anja habe ihn in dieser Entscheidung bestärkt. „Anderenfalls wäre ich auch nicht angetreten“, verdeutlicht der 34-Jährige.

Dass er als Bürgermeister über keine eigene „Hausmacht“ im Parlament verfügen würde, scheut ihn nicht. „Ich möchte auch mit den anderen Fraktionen gut zusammenarbeiten“, kündigt er an. Das ausgeglichene Kräfteverhältnis im Gemeindeparlament habe die sachorientierte Politik der vergangenen Jahre ermöglicht.

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Carsten Wiegand will die Gemeinde voranbringen

Allerdings sei die Werragemeinde in jüngerer Vergangenheit in einen Dornröschenschlaf verfallen, beklagt der Bürgermeisterkandidat: „Wir sitzen hier und warten, dass es wieder aufwärts geht. Warten bringt uns aber nicht weiter“. Auch ohne viel Geld zur Verfügung zu haben, lasse sich die Gemeinde mit kleinen Dingen voranbringen, betont der 34-Jährige.

Seine Motivation für die Kandidatur als Bürgermeister beschreibt Carsten Wiegand so: „Mein Ziel ist, die Attraktivität von Philippsthal auch in Zukunft zu erhalten. Damit auch später noch unsere Kinder in ihrem Heimatort bleiben können“.

Kurz gefragt...

  • Mein Lebensmotto lautet: Die Zukunft hängt davon ab, was wir heute tun. (Mahatma Ghandi) Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren. (Berthold Brecht)
  • Mein Lieblingsplatz in Philippsthal ist mein Garten. Der Ort, an dem ich nach langen Arbeitstagen zur Ruhe komme, aber auch viel Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringe.
  • Wenn ich die Gemeinde in wenigen Worten beschreiben soll, dann sage ich: Philippsthal ist meine Heimat, der Ort, in dem ich alt werden möchte.
  • Meine erste Amtshandlung als Bürgermeister wäre ein Gespräch mit allen Mitarbeitern der Gemeinde Philippsthal, in dem wir unsere gegenseitigen Erwartungen aneinander formulieren.
  • Sollte ich nicht Bürgermeister werden, dann fahre ich montags nach Bebra zu meinen Arbeitskollegen, die froh sind, dass ich ihnen erhalten bleibe.

Hintergrund: Carsten Wiegands politische Ziele

Um Wohnraum für junge Familien zu schaffen, möchte Carsten Wiegand das Neubaugebiet an der Südstraße im Kernort schnellstmöglich erschließen und vermarkten, Baulücken in allen Ortsteilen schließen und den Bau von barrierefreien Wohnungen fördern. Die Kita Röhrigshof soll im Einklang mit dem Bedarf ausgebaut werden. Mit Unterstützung bestehender Arbeitgeber sollen Arbeitsplätze erhalten und weitere Unternehmen in Philippsthal angesiedelt werden. 

Durch Wochenmärkte sollen die Ortsmittelpunkte wiederbelebt und durch die Einführung eines Bürgerbusses die Mobilität der Einwohner verbessert werden. Die Sanierung der Ortsdurchfahrt Harnrode möchte Carsten Wiegand beschleunigen. Angesichts der schwierigen Finanzsituation spricht Carsten Wiegand sich für eine weitsichtige Planung und solide Finanzierung von Projekten wie dem Neubau des Feuerwehrhauses in Philippsthal sowie der Modernisierung beziehungsweise des Neubaus des DGH Röhrigshof aus. Dabei soll eine Neuverschuldung vermieden werden.

Zur Person: Carsten Wiegand

Carsten Wiegand

Carsten Wiegand (34) wurde in Bad Soden am Taunus geboren und ist in Philippsthal aufgewachsen. Nach dem Abitur am Johann-Gottfired-Seume-Gymnasium in Vacha und dem Grundwehrdienst absolvierte er bei der Wartburg-Sparkasse eine Ausbildung zum Bankkaufmann und arbeitete dort anschließend in diesem Beruf. 2012 wechselte er zum VR-Bankverein Bad Hersfeld-Rotenburg, wo er derzeit als Firmenkundenberater tätig ist. Berufsbegleitend hat er sich zum Bankfachwirt und Bankbetriebswirt weitergebildet. Carsten Wiegand ist seit 2010 kommunalpolitisch aktiv. 

Er gehört der CDU-Fraktion des Philippsthaler Gemeindeparlaments an und ist Mitglied des Bau- und Umweltausschusses sowie des Kindergartenkuratoriums des evangelischen Kindergartens „Kleine Landgrafen“. Der 34-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die Familie lebt in Philippsthal. Seit seiner Kindheit ist Wiegand begeisterter Tennisspieler. 

Die Kandidatin Anja Zilch (FWG) haben wir in der Donnerstagsausgabe vorgestellt. Den Bewerber Timo Heusner (SPD) porträtieren wir in der Montagausgabe.

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