Kolumne der Stz

Brief aus Bad Salzungen: Das Rhöner Rabauken-Rind

Liebe Leserinnen und Leser im Hersfelder Land, wenn es Neuigkeiten zur Artenvielfalt auf unserem Planeten gibt, sind diese zumeist leider negativ.

Man kennt das ja: Immer öfter lesen wir von drastisch schwindendem Lebensraum für Insekten und Wildtiere sowie aussterbenden Arten, die nie wiederkehren werden.

Angesichts dessen ist es nun an der Zeit, endlich mal eine positive, ja geradezu bahnbrechende Nachricht zu verkünden, und zwar aus der Rhön.

In Sünna im Wartburgkreis ist in dieser Woche das Gegenteil von Aussterben geschehen – dort hat sich nämlich eine völlig neue, bislang unbekannte Tierart angesiedelt: Das Rhöner Rabauken-Rind. Und diese Spezies hat so einige Eigenheiten, wie sich auf den ersten Blick herausstellt. Allem voran ist es ziemlich eigensinnig, strebt nach Unabhängigkeit und kann sich hervorragend tarnen. Es zieht, so viel ist inzwischen auch klar, in Gruppen von 15 Tieren durch die Lande und hält sich sehr gern im dichten Unterholz auf. So dicht, dass man es im Grunde nie zu Gesicht bekommt.

Genau das wissen inzwischen Polizisten, Feuerwehrleute, Jäger, Bauern, Gemeindemitarbeiter und auch der Bürgermeister der Gemeinde Unterbreizbach. Denn rund um deren Hausberg, den Ulsterberg, hatten sich viele dieser Leute aufgemacht, um sich die Rhöner Rabauken-Rinder einmal genau anzusehen und sie einzufangen. Allerdings erst einmal erfolglos, wie sich zeigte. Denn offenbar sind Rindviecher gar nicht so blöd, wie der Volksmund behauptet.

Relativ klar ist nun zumindest, dass sich die neue Tierart dort offenbar ansiedeln wird. Denn die Damen, von denen man weiß, dass sie sich am Ulsterberg herumtreiben sind allesamt schwanger. Beste Entwicklungsaussichten also für die neue Spezies.

sven.wagner@hcs-content.de

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