180-Millionen-Projekt spart 1,5 Millionen Kubikmeter Abwasser

Betriebsstart für Aufbereitungs-Anlage bei K+S

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Symbolischer Akt: Den Startknopf drückten (von links) Dr. Reiner Gerling, Geschäftsführer der K+S-Kali-GmbH, Umweltministerin Priska Hinz, K+S-Vorstandsvorsitzender Burkhard Lohr, Ministerpräent Bodo Ramelow und Werksleiter Christoph Wehner. 

Philippsthal. Der  Düngemittelhersteller K+S hat am Mittwoch am Standort Hattorf des K+S-Werks Werra die Kainitkristallisations- und Flotationsanlage (KKF) in Betrieb genommen.

Das rund 180 Millionen Euro teure Projekt ist die größte Einzelinvestition des Unternehmens in den Gewässerschutz. Mit der Anlage sollen aus bisher nicht nutzbaren Salzlösungen zusätzliche Wertstoffe gewonnen und die Abwassermenge des Werks Werra gleichzeitig jährlich um 1,5 Millionen Kubikmeter – rund 20 Prozent – reduziert werden. Die Bauzeit betrug rund 24 Monate. „Mit unserer neuen KKF-Anlage schaffen wir eine weitere wichtige Voraussetzung für die Zukunftsfähigkeit für tausende Arbeitsplätze im hessisch-thüringischen Kalirevier,“ sagte Vorstandsvorsitzender Dr. Burkhard Lohr. „Dass wir innerhalb weniger Jahre an der Werra fast eine halbe Milliarde Euro in neue abwassersparende Anlagen investiert haben, beweist, dass wir nachhaltige Produktion ernst nehmen“, so Lohr weiter.

180-Millionen-Projekt: Die neue KKF-Anlage am K+S-Standort Hattorf wurde offiziell in Betrieb genommen. 

„Mit der Inbetriebnahme der Kainit-Kristallisations-Flotationsanlage zeigt das Unternehmen, dass es sich seiner Verantwortung für Ökologie und Ökonomie in seiner Umgebung bewusst ist. Wir als Umweltministerium werden K+S weiterhin bei den verschiedenen Schritten begleiten und auch darauf achten, dass alle nötigen Maßnahmen getroffen werden, die der Umwelt entgegen kommen“, erklärte Hessens Umweltministerin Priska Hinz.

Für Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow ist die Errichtung der KKF-Anlage am Standort Hattorf ein wesentlicher Baustein des Masterplans Salzreduzierung. Außerdem werde ein Prüfprozess eingeleitet, welcher die Einstapelungsmöglichkeiten der durch die KKF-Anlage entstehenden hochmineralisierten Salzabwässer in der Grube Springen untersucht.

Im Fokus der Kameras: Projektkoordinator Heiko Spaniol erklärt Umweltministerin Priska Hinz und Ministerpräsident Bodo Ramelow die Funktionsweise der Anlage.

Die Aufbereitungsanlage im Analytik- und Forschungszentrum in Unterbreizbach sowie im Werk Werra entwickelt. Hartsalz-Lösung aus vorgelagerten Produktionsschritten wird eingedampft, um in der Kainitkristallisation werthaltige Stoffe wie Magnesiumsulfat und Sylvin zu gewinnen. In der Flotation werden diese abgetrennt und in den Kali-Fabriken zu Düngemitteln verarbeitet. Aus bisher nicht genutzten Salzlösungen können 260 000 Tonnen Verkaufsprodukte (Kaliumchlorid, Magnesiumsulfat) hergestellt werden. Gleichzeitig wird die Abwassermenge des Werks um 1,5 Millionen auf 5,5 Millionen Kubikmeter reduziert (Vergleich 2007: 14 Millionen Kubikmeter). (jce)

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Inbetriebnahme der KKF-Aufbereitungsanlage am K+S-Standort Hattorf

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