Politiker und Lehrer im Gespräch

Berufsschule in Heimboldshausen bald mit Kita?

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Einer von zwei Berufsschul-Standorten in Heimboldshausen: In den Gebäuden an der Rhönstraße ist die Fachschule für Sozialwesen angesiedelt.

Heimboldshausen – Durch neue Alleinstellungsmerkmale soll der der Erhalt der Außenstelle der Beruflichen Schulen Obersberg in Heimboldshausen langfristig gesichert werden.

Über Möglichkeiten und Perspektiven haben sich Schulleiter Guido Lomb, die Außenstellenleiter Uwe Seitz und Torsten Wenzel sowie Anja Csenar, Fachdienstleiterin für Schulentwicklung beim Landkreis, in einem Gespräch mit Vertretern der Philippsthaler Gemeindegremien ausgetauscht.

Eine Empfehlung der Schulkommission aus dem Jahr 2017 sah vor, die am Standort Rhönstraße beheimatete Fachschule für Sozialwesen nach Bad Hersfeld zu verlagern. Kreisausschuss und Kreistag entschieden jedoch anders. Die Schülerzahlen seien mit 124 an der Rhönstraße, wo eine zweijährige höhere Berufsfachschule für Sozialassistenz und eine dreijährige Erzieherausbildung angeboten werden, sowie 252 an der Lindenstraße, wo Bergbau-, Chemie-, und Industriemechanikerazubis beschult werden, vergleichsweise stabil, aber steigerungsfähig, verdeutlichten die Vertreter von Kreis und Schule. Für eine mögliche Unterstützung durch die Gemeinde hatte das Leitungsteam mehrere Handlungsfelder ausgemacht – nicht alles stieß auf Anhieb bei allen Kommunalpolitikern auf Gegenliebe. Bei den angehenden Erziehern will die Schule beispielsweise verstärkt auf die praxisintegrierte Ausbildung setzen.

Wie bei anderen Berufsausbildungen arbeiten die angehenden Betreuungskräfte parallel zur Schule in Kitas und haben so bereits Einkünfte. „Die Kita-Träger in der Region müssen dafür aber entsprechende Stellen anbieten“, verdeutlichte Torsten Wenzel. Für die seit dem vergangenen Jahr angebotene Teilzeit-Ausbildung für Erzieher reichen die Anmeldezahlen bislang noch nicht aus.

Neben fehlenden Verpflegungsangeboten an der Rhönstraße sowie einem möglichen finanziellen Entgegenkommen der Gemeinde bei der Vermietung des Dorfgemeinschaftshauses Heimboldshausen oder der Kreuzberghalle für Abschlussfeiern fanden sich auch strukturelle Probleme auf der Agenda: Für den dauerhaften Erhalt müsse die Nahverkehrsanbindung verbessert werden, unterstrich Schulleiter Guido Lomb.

Aus vielen Teilen des Kreises seien die Fachschulen in Hünfeld, Melsungen oder Schwalmstadt noch immer besser erreichbar als die „eigene“ im Werratal. Für mögliche Lösungen – im Gespräch war beispielsweise ein eigener „Erzieherinnen-Bus“ – könnten auch Zuschüsse aus dem Werra-Weser-Ulster-Fonds beantragt werden. Weiterhin fehlen aus Sicht der Schule Unterbringungsmöglichkeiten für weiter entfernt wohnende Schüler. Denn nicht nur die Lehrlinge heimischer Arbeitgeber wie K+S kämen aus einem immer größeren Einzugsgebiet, sondern auch um Bergbau-Azubis aus anderen Landesteilen besuchen die Berufsschule in Heimboldshausen. Die Erzieherinnen-Ausbildung könnte zudem im Rhein-Main-Gebiet beworben werden, wo entsprechende Fachschulen stark überlaufen seien.

Sichtlich angetan waren die Gemeindepolitiker von der Idee eines Ausbildungskindergartens: Die Marktgemeinde könnte anstatt der angedachten Kita-Erweiterung eine Kindergartengruppe auf dem Schulgelände unterbringen. Von der Zusammenarbeit mit den angehenden Erzieherinnen und Erziehern würden im Idealfall beide Seiten profitieren.

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