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Axel Prahl und das Inselorchester im Philippsthaler Schlosspark

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Von: Ute Janßen

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Axel Prahl und sein Inselorchester boten beste Unterhaltung mit Stimmungsgarantie, bei der Musik und Schauspiel oft nahtlos ineinander übergingen.
Axel Prahl und sein Inselorchester boten beste Unterhaltung mit Stimmungsgarantie, bei der Musik und Schauspiel oft nahtlos ineinander übergingen. © Ute Janßen

Der Münsterer Tatort-Kommissar Axel Prahl war zu Gast in Philippsthal. Dort begeisterte er das Publikum mit seinem abwechslungsreichen Musik-Programm.

Philippsthal – Spätestens ein paar Minuten nach Beginn des Konzerts war eines klar: Axel Prahl kann nicht nur Münster-Tatort, sondern auch Musik.

Der Kultursommer Nordhessen hatte zu einem Sommerabend-Konzert im stimmungsvollen Ambiente des Philippsthaler Schlossparks mit Prahl und seinem musikalisch hochkarätig besetzten Inselorchester eingeladen, und zahlreiche Zuhörerinnen und Zuhörer hatten das Angebot angenommen.

Stil- und erwartungsgemäß begrüßte Prahl nach dem maritim angehauchten Eingangssong „Heut versauf ich die Heuer“, der gleich zum Schunkeln animierte, sein Publikum mit einem herzhaften „Moinsen!“.

Doch es waren nicht nur die norddeutsch-rauen Töne und ein Hang zur Seefahrrer-Romantik, die das Konzert bestimmten: Die stilistische Vielfalt reichte von rockigen Tönen über Folk, das Chanson, melancholischen Balladen, argentinischen Tango mit deutlich norddeutschem Touch bis hin zu lebensfrohen, kraftvollen Ska-Anklängen, manches allerdings akustisch ein wenig brachial ausgesteuert.

Prahls mit gewohnt rauer Stimme vorgetragene Songs wirkten bodenständig und geerdet, Schauspiel und Musik gingen nahtlos ineinander über.

In seinen Texten nahm er auf humorvolle Weise auch gesellschaftliche Themen aufs Korn, so ließ er weder die europäische Finanzkrise aus, für die er als schlitzohriger Gangster die Polonäse international auf dem Vulkan tanzte. Auch Stücke von der Sprachen-Retorte bot er an, die am Ende aber auch nur aus wenig nahrhaftem, mit Blablabla-Floskeln aufgeplustertem Wortbrei bestand.

Die meisten Songs stammten von Axel Prahl selbst. Und auch Bewegung gab es reichlich. Prahl tanzte gleich zu Beginn auf die Bühne, wagte sich kurzzeitig mitten unter das Publikum und ließ sich sogar zu einer Kasatschok-Einlage hinreißen.

Kontakt mit dem Publikum: Axel Prahl mischte sich unter die Zuhörer.
Kontakt mit dem Publikum: Axel Prahl mischte sich unter die Zuhörer. © Ute Janßen

Auch wenn Prahls Gesang sicher nicht durchgängig den Ansprüchen der Hochkunst genügen mag – das Versprechen eines sehr unterhaltsamen und auch dank der Mitglieder des Inselorchesters musikalisch ansprechenden und abwechslungsreichen Sommerkonzertes hielt der Abend allemal.

Das neunköpfige Inselorchester, in dem die übliche Bandbesetzung durch Akkordeon, Klarinette, Saxofon und drei Streicher inklusive Bratsche erweitert ist, durfte seine Fähigkeiten nicht nur als versiertes Begleitensemble, sondern auch solistisch ausgiebig unter Beweis stellen.

Der Stimmungspegel stieg im Verlauf des Konzerts spürbar, sodass es dem gebürtigen Eutiner Prahl am Schluss sogar gelang, das nordhessische Publikum mithilfe des in der Grimm-Heimat ausgesprochen passenden Märchens vom „Fischer und syner Fru“ zu einer Lektion in Plattdeutsch zu animieren.

Mit Standing Ovations erklatschten sich die Zuhörer gleich zwei Zugaben, deren letzte sie auf einen Ausflug in die Karibik entführte.

(Ute Janssen)

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