„Alle ziehen an einem Strang“

André Bahn aus Ausbach ist neuer Betriebsratsvorsitzender im K+S-Werk Werra

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Vertritt rund 4400 Beschäftigte des größten Arbeitgebers in der Region: André Bahn aus Ausbach ist neuer Betriebsratsvorsitzender des K+S-Werk Werra. Unser Bild zeigt ihn vor dem Förderturm des Standorts Hattorf bei Philippsthal.

Philippsthal. Der 49-jährige André Bahn aus Ausbach ist neuer Betriebsratsvorsitzender im K+S-Werk Werra. Er vertritt die Interessen von 4400 Kollegen. Sein Credo: Wir ziehen alle an einem Strang. 

Sich für die Belange seiner Kollegen einzusetzen, war André Bahn bereits vor seiner Zeit als Betriebsratsmitglied wichtig: „Schon als Revierelektriker habe ich für die Kollegen stark gemacht, die das selbst nicht so konnten“, erinnert sich der 49-Jährige.

Seit dem Frühjahr ist Bahn neuer Betriebsratsvorsitzender des K+S Werks Werra und vertritt damit die Interessen der rund 4400 Beschäftigten an vier Standorten in Hessen und Thüringen.

Geboren in Vacha und aufgewachsen in Sachsen-Anhalt, suchte der gelernte Elektromonteur nach der Grenzöffnung eine neue berufliche Perspektive. Ein Onkel aus Ransbach habe ihm schließlich den Weg zurück in die Region und in den Kalibergbau geebnet, erinnert sich der 49-Jährige. Zur Kandidatur für den Betriebsrat ermutigte ihn schließlich ein Schlosser-Kollege aus der Grube. Seit dem Jahr 2005 gehört Bahn dem Gremium an, seit 2011 als freigestelltes Mitglied, zuletzt als stellvertretender Betriebsratsvorsitzender.

Im Zusammenhang mit den Engpässen bei der Entsorgung salzhaltiger Abwässer in den vergangenen Jahren habe sich auch der Schwerpunkt der Betriebsratsarbeit gewandelt, verdeutlicht er: „Wichtigstes Ziel ist Produktionssicherheit, um alle Mitarbeiter an Bord zu halten“.

Dafür habe der Betriebsrat einerseits massiv Investitionen von der Konzernführung eingefordert, sich andererseits im Aktionsbündnis K+S oder im Gespräch mit Politikern für den Erhalt der Kali-Industrie stark gemacht. „Dabei arbeiten wir gut mit der Unternehmenskommunikation und der Werksleitung zusammen – was aber nicht heißt, dass wir immer einer Meinung sind“, betont Bahn.

Den besonderen Stellenwert der Erfahrung der Mitarbeiter habe auch die Unternehmensleitung erkannt und lasse deren Ideen in die Gruppenstrategie „Shaping 2030“ einfließen. Ebenfalls am Herzen liegt André Bahn das Thema Arbeitssicherheit: „Jeder Mitarbeiter soll gesund von der Arbeit nach Hause gehen“, betont er. Durch sein umfangreiches Aufgabenfeld und die Vielzahl der Termine gelinge es ihm nicht immer, in allen Bereichen und Abteilungen des Werks präsent zu sein, bedauert der Betriebsratsvorsitzende.

Um so wichtiger seien deshalb die gute Zusammenarbeit und der Informationsaustausch innerhalb des Gremiums – insbesondere zwischen den sieben freigestellten Kollegen. Die insgesamt 29 Betriebsräte – darunter 16 Neulinge – kommen aus den unterschiedlichen Standorten und Abteilungen des Verbundwerks und von vier verschiedenen Kandidatenlisten.

Dennoch sei die Zusammenarbeit gut: „Wir ziehen von Anfang an an einem Strang“, freut sich André Bahn.

Zur Person

André Bahn (49) wurde in Vacha geboren und ist in Sachsen-Anhalt aufgewachsen. Nach seiner Ausbildung zum Elektromonteur in einem Magnesitwerk übte er diesen Beruf in einem Mischfutterwerk aus. Nach einer kurzen Zwischenstation beim Kunststoffhersteller Werra Plastic begann Bahn 1990 als Elektriker unter Tage im damaligen Kaliwerk Hattorf. 2013 wurde er freigestelltes Betriebsratsmitglied. Seit dem vergangenen Frühjahr ist Bahn Betriebsratsvorsitzender des Werks Werra sowie stellvertretender Vorsitzender des K+S-Gesamtbetriebsrats. Als Arbeitnehmervertreter gehört er dem Aufsichtsrat an. Bahn ist Mitglied des IGBCE-Bezirksvorstands und Vorsitzender der IGBCE-Ortsgruppe seines Heimatorts. Er ist verheiratet, hat einen 16-jährigen Sohn und lebt in Ausbach. André Bahn war Fußballer in der Bezirksauswahl Halle. Heute ist er begeisterter Mountainbiker.

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