Zeitreise in die Siebziger

Abba-Tribute-Show in der Philippsthaler Kreuzberghalle

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Nah am Original: Ludovico Banali, Angela Castellani, Irene Pertile und Eduardo Mezzogori (von links) begeisterten mit ihrer Abba-Show das Publikum in der Philippsthaler Kreuzberghalle.

Philippsthal – Die Akteure der  Abba-Tribute-Show nahmen das  Publikum in der voll besetzten Philippsthaler Kreuzberghalle mit auf eine musikalische und atmosphärische Zeitreise.

Es gibt Dinge, die sind schön, altern aber schlecht. Sie sind der Mode unterworfen und nicht von Dauer. Und es gibt Dinge, die sind einfach zeitlos und schaffen Verbindungen über Generationengrenzen hinweg.

Letzteres gilt sicher auch für die vielen Hits, mit denen die schwedische Popgruppe Abba zwischen 1972 und 1982 in Konzertsälen und Hitparaden präsent war. Und auch wenn die 1970er Jahre lange vorbei sind, haben die Lieder ihre Strahlkraft nicht verloren, sondern haben nach mehr als 40 Jahren immer noch ein beträchtliches Ohrwurm-Potenzial. Das zeigte sich auch bei der Abba-Tribute-Show, bei der das Publikum in der voll besetzten Philippsthaler Kreuzberghalle auf eine musikalische und atmosphärische Zeitreise mitnahm.

Sie kamen zwar nicht aus Schweden wie ihre originalen Vorbilder, sondern aus Italien. Dennoch ließen sie sowohl akustisch als auch optisch wenig Wünsche offen: Superhits wie „SOS“, „Fernando“ „Chiquitita“ und „Money, Money, Money“ wurden von Angela Castellani (Agnetha), Irene Pertile (Frida), Ludovico Banali (Bjoern) und Eduardo Mezzogori (Benny) und ihren Mitstreitern Miriam Romano, Claudia Bertoni (Backgroundgesang) sowie Stefano Zanon (Schlagzeug) und Giovanni Antonio Scarabel (Bass) gekonnt und stilsicher auf die Bühne gebracht. Insbesondere Castellani und Pertile beeindruckten durch ihre stimmliche Präsenz, die der ihrer Vorbilder Agnetha Fältskog und Anni-Frid Lyngstad erstaunlich nahe kam. Dass das Schlagzeug – möglicherweise wegen der Akustik in der Kreuzberghalle – die Sängerinnen und Sänger stellenweise deutlich übertönte, tat der insgesamt guten Stimmung keinen Abbruch.

Viel Glitzer, Discokugeln, bunte Lichter, bonbonfarbene Bühnenkostüme und eine bis in kleinste Nuancen ausgeklügelte Choreographie sorgten für ein authentisches Siebzigerjahre-Gefühl. Nicht nur die abwechslungsreiche Musik, sondern auch die diversen Kostümwechsel ließen keine Langeweile aufkommen. Das sehr altersgemischte Publikum – viele der Besucherinnen und Besucher waren zu Abba-Hochzeiten ganz sicher noch nicht geboren, andere schwelgten in Erinnerungen an ihre Jugend – zeigte sich anfänglich etwas reserviert. Spätestens während der zweiten Hälfte der Show, die für die größten Hits wie „Dancing Queen“, „Mamma Mia“ und „Waterloo“ reserviert war, wurde jedoch auch getanzt und fleißig mitgeklatscht.

Einen Auftritt auf der großen Bühne zusammen mit den Profis hatten die Kinder vom Chor der benachbarten Kreuzbergschule, die in fantasievollen und bunten Kostümen im Stil der 1970er Jahre gemeinsam mit den Musikern den Song „I have a Dream“ interpretierten.

Nach über zwei Stunden, in denen Hit auf Hit folgte, endete das Programm mit stehendem Applaus und dem Song „Thank you for the Music“, der nicht nur als Hommage an die realen schwedischen Vorbilder, sondern auch als Fazit des Abends verstanden werden kann. (uj)

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