Philippsthal will Infrastruktur aufwerten

30 000 Euro für die Insel - Zuschuss für Sanierung des Sportplatzes Heimboldshausen 

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Links und rechts ist Wasser: Die besondere Lage des Sportplatzes auf der Werrainsel in Heimboldshausen erschwert die Sanierung des Spielfeldes, welche die Gemeinde mit 30 000 Euro bezuschusst. Archivfoto: VfL Heimboldshausen

Philippsthal. Weil eine unfallfreie Nutzung des Heimboldshäuser Sportplatzes auf der Werrainsel kaum noch möglich ist, soll er nun mit Unterstützung der Gemeinde saniert werden.

Mit seiner außergewöhnlichen Lage hat es der Heimboldshäuser Sportplatz sogar schon ins Satiremagazin „Extra 3“ des Norddeutschen Rundfunks geschafft.

Der aktuelle Zustand des auf beiden Seiten von der Werra umflossenen Spielfelds ist allerdings kritisch. Durch zahlreiche Unebenheiten sei eine unfallfreie Nutzung kaum noch möglich, berichtete Bürgermeister Ralf Orth am Montagabend während der Sitzung der Gemeindevertretung im Waltradeberghaus in Unterneurode. Die besondere Lage auf der nur über eine schmale Brücke erreichbaren Werrainsel erschwere die Sanierung.

Der VfL Heimboldshausen habe zwar bei mehreren Firmen im Umkreis von 160 Kilometern angefragt, lediglich ein Fachbetrieb aus dem unterfränkischen Sandberg habe jedoch ein Angebot abgegeben. Für rund 30 000 Euro könnte der Platz demnach mit einer Maulwurfsperre versehen, die Grasnarbe aufgearbeitet und 160 Tonnen Sandhumusgemisch aufgebracht werden. Außerdem möchte der VfL eine Sprinkelanlage anschaffen, um den Platz künftig mit Werrawasser zu bewässern. Gemäß Nutzungsvertrag ist der Verein für Erhalt, Erneuerung und Verbesserung der Anlage zuständig. Einstimmig beschlossen die Gemeindevertreter, die benötigten 30 000 Euro im Rahmen der Vereinsförderung zur Verfügung zu stellen. Die Sprecher der Fraktionen unterstrichen, dass Sport als Staatsziel in der Landesverfassung verankert sei. Zudem habe die Marktgemeinde in der Vergangenheit auch die anderen Sportvereine beim Erhalt ihrer Anlagen unterstützt.

Hattorfer Platz aufwerten

Attraktiver werden soll auch der Hattorfer Platz in Philippsthal. Um Wohnraum für Bergarbeiter und ihre Familien zu schaffen, hatte das Kaliwerk Hattof Anfang der 1920er Jahre die „Kolonie“ vor den Toren der Werragemeinde errichtet. Neben rund 100 Wohnungen umfasste die in dieser Form einzigartige Anlage damals auch Stallungen und Gärten. Spätestens nachdem der Düngemittelhersteller die Wohnanlage verkauft hatte, setzte der Niedergang ein. 

Soll aufgewertet werden: Für die Sanierung der ehemaligen Bergarbeiter-Wohnanlage Hattorfer Platz bewirbt sich die Marktgemeinde Philippsthal für das Förderprogramm Dorfmoderation. Foto: Eisenberg

Das Baudenkmal ging durch die Hände mehrerer Investoren und Eigentümergemeinschaften, befindet sich inzwischen im Streubesitz. Ein Großteil der Wohnungen stand zwischenzeitlich leer oder wurde und wird zur Unterbringung ausländischer Arbeitskräfte genutzt. Dabei seien Mietwohnungen in der Werragemeinde durchaus nachgefragt und Investoren durchaus interessiert, berichtete Bürgermeister Ralf Orth. Um das Wohnquartier aufzuwerten, müsse aber eine gemeinsame Entwicklung angestoßen werden. Einstimmig beschlossen die Gemeindevertreter deshalb, für entsprechende Moderations- und Beratungsleistungen die Aufnahme ins Förderprogramm „Dorfmoderation“ zu beantragen. Bei maximalen Ausgaben von 50 000 Euro erwartet die Gemeinde eine 65-prozentige Förderung.

Dorferneuerung Gethsemane auf der Zielgeraden

Auf der Zielgerade befindet sich die Dorferneuerung im Ortsteil Gethsemane. Aus dem Förderprogramm will die Gemeinde noch Zuschüsse in Höhe von 13 600 Euro abrufen. Mit 35 000 Euro Restmitteln im Haushalt soll deshalb laut einstimmigem Beschluss der Gemeindevertretung der Spiel- und Festplatz in der Ortsmitte mit vier Rotdornbäumen und einer Spielkombination für rund 24 000 Euro aufgewertet werden. Bei zusätzlich rund 16 000 Euro für Pflanz- und Erdarbeiten würde damit das Budget allerdings um 5000 Euro überschnitten. Deshalb wurde eine abgespeckte Version des Spielgeräts für 15 500 Euro entwickelt. Welche Variante tatsächlich aufgestellt wird, soll vom Ausschreibungsergebnis der Erdarbeiten abhängig gemacht werden. Auf Anregung der Ausschüsse soll zudem geprüft werden, ob die Bäume auch als Ausgleichsmaßnahme vom Düngemittelhersteller K+S gepflanzt werden können.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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