Neue Unterkunft für Bauhof

Gemeinde Philippsthal hat Herrmann-Gelände in Heimboldshausen erworben

Drei Männer stehen auf einem Hof. Der mittlere und der im Bild rechts stehende Mann tragen orange Kleidung. 
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Erste Vorbereitungen: Gemeinsam mit ihren Kollegen haben die Bauhof-Mitarbeiter Daniel Scheuch und Heiko Weppler (von rechts) damit begonnen, das ehemalige Betriebsgelände der Baufirma Herrmann zu entrümpeln. Der Hallenkomplex im Hintergrund soll künftig vom Bauhof der Marktgemeinde Philippsthal genutzt werden. Die restlichen Flächen und Gebäude will Bürgermeister Timo Heusner für Gewerbeansiedlungen vermarkten.

Die Schlüsselgewalt über das frühere Betriebsgelände der Baufirma Herrmann hat die Marktgemeinde Philippsthal zwar bereits seit einigen Monaten – nachdem in der vorletzten Woche der Kaufvertrag unterzeichnet worden ist, nehmen nun die Vorbereitungen für den geplanten Umzug des Gemeindebauhofs Fahrt auf.

Heimboldshausen – Die Gemeindearbeiter haben damit begonnen, Gebäude und Freiflächen von den Hinterlassenschaften der insolventen Baufirma zu entrümpeln. Das im Jahr 1960 gegründete Unternehmen hatte kurz nach dem Insolvenzantrag im März 2019 den Geschäftsbetrieb eingestellt. Bereits zweieinhalb Jahre zuvor war eine Sanierung unter Insolvenzschutz in Eigenverwaltung beantragt worden, die eine radikale Schrumpfkur nach sich zog: Die Tiefbausparte wurde aufgegeben und die Mitarbeiterzahl sank von 120 auf 40. Am Ende hatte die Willi Herrmann Hochbau GmbH, in der alle Geschäftsaktivitäten gebündelt worden waren, noch 29 Beschäftigte.

Im Dezember 2019 beschloss das Philippsthaler Gemeindeparlament mehrheitlich, das ungenutzte Areal auf der Rückseite des Heimboldshäuser Bahnhofs zu erwerben. Ein Grundbucheintrag habe die Abwicklung jedoch verzögert, erklärt Philippsthals Bürgermeister Timo Heusner den langen Zeitraum bis zur Unterzeichnung des Kaufvertrages. Um das Gelände zu sichern und Frostschäden an Leitungen und Heizung zu verhindern, habe die Marktgemeinde in der Zwischenzeit jedoch bereits die Betreuung übernommen und erste Notreparaturen ausgeführt. Nachdem nun der Kaufvertrag in trockenen Tüchern ist, sollen die Planungen beginnen: „Am Anfang steht eine Bestandsaufnahme“, verdeutlicht der Rathauschef beim Gang über das rund 16 000 Quadratmeter große Areal.

Zum künftigen Domizil des Bauhofs werde der Lager- und Werkstatthallenkomplex samt Nebengebäude umgebaut. Absehbar seien bereits der Austausch der Fenster sowie die Erneuerung des Dachs, das mit einer Fotovoltaikanlage ausgerüstet werden soll. Im Innenhof müsse eine baufällige Wartungsrampe abgebrochen werden.

Das restliche Areal, zu dem auch das zweistöckige, in den Jahren 2014/2015 energetisch sanierte Verwaltungsgebäude gehört, möchte die Marktgemeinde für Gewerbeansiedlungen nutzen. Sowohl für Frei- als auch für Büroflächen gibt es laut Heusner bereits erste Interessenten.

Das Gelände aus der Insolvenzmasse hat die Marktgemeinde für rund 650 000 Euro erworben. Für weitere 20 000 Euro wurden zudem Restflächen gekauft, die bei einem früheren Inhaberwechsel der Baufirma nicht mit übertragen worden waren. Mit insgesamt 118 000 Euro wurde der Grunderwerb aus dem Werra-Ulster-Weser-Fonds des Bundes gefördert.

Für die ehemalige Werramühle im Kernort, die bislang den Bauhof der Marktgemeinde beherbergt, ist bereits ein neuer Nutzer in Sicht: Sie sollen nach dem Umzug von Mitarbeitern und Maschinen an den Betreiber des benachbarten Wasserkraftwerks verkauft werden.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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