Lebensfreude und Sinnlichkeit

Die Show „Pasión de Buena Vista“ gastierte mit heißen kubanischen Rhythmen in Philippsthal

Schöne Frauen, starke Männer, mitreißende Musik: Die Show Pasión de Buena Vista zu der der Kulturwecker im Jubiläumsjahr eingeladen hatte, begeisterte in Philippsthal. Fotos: Ludger Konopka

PHILIPPSTHAL. Kann es nicht immer so sein im Werratal? „Pasión de Buena Vista“ – das Lebensgefühl Kubas. Wenige Stunden gastierte es für 250 glückliche Show-Gäste dank des Vereins Kulturwecker und Sponsoren in der Philippsthaler Kreuzberghalle. Mit Mambo, Rumba, Salsa, Cha-Cha-Cha und Bolero. Bunt kostümiert.

Das Konzert war ein Programmpunkt der 825-Jahr-Feierlichkeiten der Marktgemeinde. Hartmut Sell vom Verein Kulturwecker und Bürgermeister Ralf Orth begrüßten das Publikum launig: „Draußen ist es nass und trübe. Was könnte schöner sein, als sich bei so einer Veranstaltung ermuntern zu lassen.“ Dann ging es auch schon schwungvoll los. Da konnte man alle schlechten Nachrichten rasch vergessen.

Die famosen Solisten Felicita-Ethel Frias-Peruia, Alfredo Montero-Mojena und José Guillermo Puebla-Brizuela, die Formation „El Grupo de Bailar“ aus Manzanillo mit akrobatischen Tänzen und die „Buena Vista Band“ mit drei absolut grandiosen Backgroundsängern sind die Stars der Karibik, die das verzückte Publikum ins Kuba der 1940er und 1950er Jahre entführten. Feuriges Temperament und heiße Rhythmen. Swingend und erotisch. Starke Kerle mit breitkrempigen Hüten, verraucht-sonoren Stimmen und schöne Frauen mit geschlitzten Röcken und sehr knappen Kostümen. Alles strahlt innere Fröhlichkeit aus.

Die authentischen Kostüme, phantasievoll geschneidert, gaben einem das Gefühl ins Leben des Stadtviertels Buena Vista der Hauptstadt Havanna einzutauchen. Gleichsam ein Stück Seele der großen Karibik-Insel zu genießen. Mit Zigarre und Rum. Da fühlt man sich wie Ernest Hemingway.

Die Show "Pasión de Buena Vista" begeisterte in Philippsthal

Der „Danzon“ wurde lange Zeit von der kubanischen Oberschicht nicht akzeptiert, ist heute aber der beliebteste Tanz in Kuba. Aus ihm entwickelte sich der Cha-Cha-Cha. Die leidenschaftliche Show in der Kreuzberghalle erinnerte auch an den Dokumentarfilm „Buena Vista Social Club“ von Wim Wenders aus dem Jahr 1998. Der basiert auf einem Musikalbum, das von Wenders Freund, dem US-amerikanischen Gitarristen Ry Cooder mit Altmeistern kubanischer Musik der 1940er und 1950er Jahre aufgenommen wurde.

José Guillermo Puebla-Brizuela wurde das musikalische Talent schon in die Wiege gelegt. Sein Großvater, der berühmte Carlos Puebla, schrieb das Lied „Commandante Che Guevara“ – was natürlich auch in Philippsthal nicht fehlen durfte. Brizuela spielt Instrumente wie Percussion, Guiro, Maraca und Calve. Gesang ist jedoch hörbar seine Spezialität. Mimik und Gestik dabei sind ausdrucksstark und geradezu erotisch.

Dann durfte sich auch das Publikum auf der Bühne in karibischen Hüftschwüngen üben. Ein Augenschmaus. Am Ende hieß es dann: Die Arme schwingend in die Höhe – left and right. Stehende Ovationen für eine Super-Show. Das Lebensgefühl Kubas hinterließ deutliche Spuren im Werratal: Sehnsüchte nach Lebensfreude und Sinnlichkeit. Muchas gracias.

Von Ludger Konopka

Kommentare