Werrataler sehen Regierung in der Pflicht

HZ-Telefonumfrage: Mehr Einsatz für Jobs gefragt

+
Der Bergbau prägt das Werratal: In einer von der Hersfelder Zeitung in Auftrag gegebenen Umfrage sagten 55,63 Prozent der Befragten aus Philippsthal und Heringen, dass sich die Landesregierung nicht genügend für den Erhalt der Arbeitsplätze einsetzt. Das Bild unseres Lesers Jürgen Klotzbach zeigt den Blick vom Buchwald über den Philippsthaler Schlosspark zum K+S-Standort Hattorf.

Heringen/Philippsthal – Die hessische Landesregierung tut nicht genug, um die Arbeitsplätze im Kalirevier  zu sichern – das sagen 55,63 Prozent der Befragten einer Telefonumfrage.

Mitarbeiter eines von der HZ beauftragten Dienstleisters hatten in den vergangenen Wochen eine repräsentative Zahl von 320 Haushalten in der Stadt Heringen und der Marktgemeinde Philippsthal telefonisch kontaktiert und zu aktuellen Themen aus der Region befragt (unsere Zeitung berichtete).

Nur 21,56 Prozent der Befragten waren dabei der Meinung, dass sich die Landesregierung genügend für die Arbeitsplätze einsetzt. Weitere 22,81 Prozent positionierten sich nicht zu dieser Frage.

Vor dem Hintergrund der Diskussion um den Düngemittelhersteller K+S schätzt mit 32,81 Prozent die größte Gruppe die Zukunftsaussichten des Werratals nur als „befriedigend“ ein. 16,56 Prozent bezeichnen die Aussichten als „gut“, 4,69 Prozent sogar als „sehr gut“. 17,19 bewerten die Perspektiven des Werratals mit „ausreichend“, 8,75 Prozent mit „mangelhaft“ und 2,75 Prozent mit „ungenügend“. 17,5 Prozent äußerten sich nicht.

Fast 30 Jahre nach dem Fall des Eisernen Vorhangs ist für 30 Prozent der Befragten in Heringen und Philippsthal das Verhältnis zu den direkten Nachbarn in Thüringen „gut“, in den Augen von weiteren zehn Prozent sogar „sehr gut“. 25,31 Prozent bezeichneten die Nachbarschaft als „befriedigend“. 9,38 Prozent sehen beim Verhältnis zu Thüringen mit der Wertung „ausreichend“ noch Luft nach oben, 5,31 bewerten das Verhältnis mit „Mangelhaft“ und bei 4,38 Prozent fällt die nachbarschaftliche Beziehung komplett durch. 15,63 Prozent äußerten sich nicht zum Miteinander von Ost und West.

Die Entwicklung des Einzelhandels und insbesondere der fehlende Drogeriemarkt haben in der Vergangenheit bereits häufiger die Heringer Stadtpolitik beschäftigt. Dennoch bewerten 31,8 Prozent der Umfrageteilnehmer in beiden Kommunen die Einkaufsmöglichkeiten als „sehr gut“, und weitere 25 Prozent als „gut“. 15,49 Prozent bezeichnen das Angebot als „eher nicht so gut“, 10,63 Prozent sogar als „schlecht“ und 15,31 Prozent beteiligten sich mit sonstigen Anmerkungen.

Kein klarer Trend zeichnet sich bei der Einschätzung der Entwicklung des Vereinslebens im Werratal ab: 20,94 Prozent der Befragten bezeichnen diese Entwicklung als „gut“, 19,06 Prozent als „befriedigend“ und 20,31 Prozent als „ausreichend“.

Weitere 10,94 Prozent bezeichnen in der Umfrage die Entwicklung des Vereinslebens als „mangelhaft“. Nur 5,63 Prozent sehen die Vereinsentwicklung als „sehr gut“ an, bei 4,38 Prozent fällt sie komplett durch. 18,75 Prozent gaben keine Wertung zum Vereinsleben ab.

VON JAN-CHRISTOPH EISENBERG

Kommentare